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 Betreff des Beitrags: Das Singen verschiedener Gesangsstile
Neuer BeitragVerfasst: 07.12.2009, 12:49 
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Hallo ihr,

ich starte mal wieder den Versuch einer Diskussion über ein Thema, das mich interessiert.

Prinzipiell bin ich ja der Meinung, dass gemäß ihrer natürlichen Veranlagung verschiedene Stimmen unterschiedlich gut für verschiedene Musikrichtungen geeignet sind. Manche sind geeigneter für Alte Musik, andere für den Verismo, wieder andere für Jazz oder Musical und so weiter. Mit Technik ist da zwar einiges zu machen, aber die wenigsten werden gleich gut Oper und Pop singen können.

Dennoch meine ich aber auch, dass man sich nicht unbedingt nur auf eine Musikrichtung beschränken muss und es zu Übungszwecken sogar hilfreich sein kann, auch mal über den eigenen stilistischen Tellerrand zu schauen.
So merke ich, dass es mir durchaus gut tut, wenn ich neben den ganzen klassischen Stücken, die ich singe, hin und wieder auch mal (nur so zum Spaß, es geht hier nicht um öffentliche Auftritte) das ein oder andere Musicallied oder einen 30er-Jahre Schlager dazwischen schiebe. Wahrscheinlich klinge ich für „Puristen“ zu klassisch (auch wenn ich Musical automatisch etwas anders singe als Oper), aber erstmal geht es ja darum, sich selbst beim Singen wohlzufühlen und im eigenen Übungsraum ist es mE auch erstmal egal, ob der Klang jetzt zu 100% passt. Letztendlich sicher auch Geschmacksache.

U. a. hilft es mir, beim Singen freier zu werden und auch an die Klassik etwas "lockerer" (wobei locker nicht gleichzusetzen ist mit ungenau!) zu nehmen. Vielleicht habe ich einfach weniger Angst, Fehler zu machen, weil es ja nicht "darauf ankommt". Somit singe ich sofort freier und kann auch besser interpretieren. Natürlich kehre ich immer wieder zum klassischen Gesang zurück, einfach weil sich die Stimme da doch am wohlsten fühlt, aber hin und wieder mal nach links oder rechts zu schauen kann dabei helfen, einen anderen Blickwinkel zu bekommen.

Wie sehen eure Erfahrungen hierbei aus?

LG

Octaviane

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Singen verschiedener Gesangsstile
Neuer BeitragVerfasst: 08.12.2009, 01:05 
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Hallo Octaviane,
experimentieren mit der Stimme und mit deren Möglichkeiten halte ich für legitim.
Gefahr besteht, wenn man Manirismen, die sich bei bestimmten Musikrichtungen einpendeln, in den anderen Bereich übernimmt, ohne es zu merken.
Zum Beipspiel "Das Anschleifen der Töne von unten", falsch verstandenes Portato oder opernhaftes Singen, d.h. mit übertriebener Stütze, da wo es das Stück nicht mehr braucht.
Auch hier von mir , nur etwas ungeortnet, einmal einige Gedanken zu deinem Thema.

Auch ich singe nicht nur Oper, Operette und Lied.
La Paloma und Granada hatte ich auch schon im Programm.
Karnevalslieder sind ja bei uns im Raum auch gerne gefragt, doch die singe ich nicht öffentlich.
Bei Pop-Musik werde ich wohl passen müssen, hier fehlt mir absolut der Zugang.

Liebe Grüße rugero

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Die Stimme, das für mich vollkommenste Instrument.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Singen verschiedener Gesangsstile
Neuer BeitragVerfasst: 08.12.2009, 20:11 
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Hallo Oktaviane,

ich selber komme vom Pop (oder...hmm..naja..erst Punk und Metal und jetzt über Soul zum Elektropop), aber durch den Gesangsunterricht hab ich halt auch Spaß am klassischem Gesang bekommen.
Klar hab ich mir durch die nichtklassiche Singart einige Sachen angewöhnt, die beim Operngesang tüchtig stören - aber inzwichen kann ich sehr gut zwichen Belten und "Opern" hin und her schalten.
Wobei es mir im Popgesang keine Mühe macht im Stimmsitz zu singen - es eigentlich automatisch passiert, ich im klassischem Gesang aber gerne mal auf dem Kehlkopf lande und aus dem Stimmsitz rutsche.
Was allerdings bei mir gut funktioniert, ist ein ungezwungenes Stück von Björk zu singen wenn ich in einem Klassikstück Probleme habe (die bei mir meistens irgendwo in meinem Kopf sitzen). Danach läufts wesentlich besser und ich bin unverkrampfter.

Ich denke, der Blick über den Tellerrand ist auf jeden Fall eine Bereicherung.
Wenn ich an meinen Chorleiter denke - man kann sich nicht mal mit ihn über Musik unterhalten, denn der interessiert sich wirklich nur für kirchliche Musik und Orgeln.
Sehr eindimensional und - ehrlich gesagt - langweilig.
Dabei hat jeder Musikstil seinen Reiz und zumindest mir gehts so, desto länger ich brauche um mich rein zu hören, desto lieber sind mir die Stücke/Alben/Stile danach.
Allerdings gibts auch Sachen womit man mich jagen kann.
Mit volkstümlicher Musik kann man mich tüchtig nerven (Kindheitstrauma) und Freejazz macht mich nach wenigen Minuten regelrecht aggressiv! big_haare
Außerdem...und ich hoffe ich tret hier keinem auf die Füße, finde ich von Deutschen gesungenen Gospel meist furchtbar und wünsche mir, sie würden den Stock aus dem Gesang nehmen und dafür einen Kaugummi in den Mund.

Und rugero,
das mit den Karnevalsliedern ist ja so ne Sache...ich bin bekennende Karnevalsverweigerin :n125: und erwische mich in der Session immer wieder dabei wie ich laut Karnevalslieder gröhle - da kommen halt meine rheinländischen Gene zum tragen. big_prost
Ett kütt wie et kütt! Und nicht vergessen: Et hätt nor emmer jot jejange!


Liebe Grüße
Misskorbut


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Singen verschiedener Gesangsstile
Neuer BeitragVerfasst: 09.12.2009, 13:57 
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Hallo ihr,

mir ging es ja erst einmal nicht darum, diese "fremden" Gesangsstile auch unbedingt öffentlich zu singen. Da müsste man dann vielleicht doch mehr darauf achten, stilgerecht zu singen, um eventuellen Ansprüchen des (zahlenden) Publikums gerecht zu werden. Aber diese Ansprüche sind natürlich auch verschieden, wenn ich beim Seniorencafé "Over the rainbow" singe, beschwert sich auch niemand, es klänge "zu klassisch". Wichtig ist mE aber auch, dass man auch beim Singen im stillen Kämmerlein seine Stimme nicht verbiegt und immer darauf achtet, ob es einem auch gut tut. So singe ich Musical zwar automatisch etwas anders als Oper (zumindest in der Mittellage, ab dem Passagio sieht es dann anders aus, da rutsche ich doch mehr in den klassischen Klang), aber immer noch so, dass ich mich dabei gut fühle und versuche nicht, zu belten, wovon ich schlicht keine Ahnung habe.

Man sollte bei aller Ausprobiererei nur immer im Auge behalten, wo die eigenen Stärken wirklich liegen.


Liebe Grüße

Octaviane

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Singen verschiedener Gesangsstile
Neuer BeitragVerfasst: 09.12.2009, 15:34 
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MisSkorbut hat geschrieben:
Ett kütt wie et kütt! Und nicht vergessen: Et hätt nor emmer jot jejange!


Liebe Grüße
Misskorbut


Das hört sich aber sehr nach der Kölner Region an..... big_prost

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Singen verschiedener Gesangsstile
Neuer BeitragVerfasst: 11.12.2009, 18:25 
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musika hat geschrieben:

Das hört sich aber sehr nach der Kölner Region an..... big_prost


Ävver sicher dat! big_zunge


Maat et joot

MisSkorbut


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Singen verschiedener Gesangsstile
Neuer BeitragVerfasst: 11.12.2009, 18:30 
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 Betreff des Beitrags: Re: Das Singen verschiedener Gesangsstile
Neuer BeitragVerfasst: 05.01.2010, 15:41 
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hat sich schon eingelebt
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Es ist schon eine interessante, ja lustige Erfahrung, Stücke aus ganz verschiedenen Stilen zu singen.

Bei meinem ersten GL habe ich überwiegend italienisches gesungen, auch zwei Opernarien waren mal dabei, oh weia :n111: . In dieser Zeit habe ich dann mal eine meiner uralten ABBA-CDs hervor geholt und dazu mitgesungen - und verblüfft festgestellt dass das eine völlig andere Art des Singens ist die ich gar nicht mehr sofort wieder konnte. Genau so ging es mir mit Songs von Barbra Streisand.

Als dann aber mal Stücke aus Schemellis Gesangbuch von Bach dran kamen, von denen mein GL meinte sie seien "sehr trocken", da fühlte ich mich gänzlich in meinem Element. Ich habe schon festgestellt dass mir Barock und überhaupt Alte Musik sehr liegt, Romantik dagegen gar nicht - bei meinem GL war es genau umgekehrt...

Viele Grüße,
AK-Kontraalt


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Singen verschiedener Gesangsstile
Neuer BeitragVerfasst: 06.01.2010, 13:48 
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Hallo AK Kontraalt,

ja, auch wenn ich wie geschrieben ja gerne immer mal wieder in fremde Gefilde wie Musical oder Mezzoliteratur hineinschnuppere, kehre ich doch immer wieder zu "meinem" Bereich der Literatur für größere Sopranstimme (was ja immer noch weit genug gefasst ist) zurück, einfach, weil sich die Stimme da am wohlsten fühlt.

Ich hab auch immer so Phasen - mal konzentriere ich mich z. B. ganz aufs Lied, dann wieder auf Mozart, dann ist mal italienische Oper dran, dann wieder deutsches Fach oder Kirchenmusik. Zur Zeit stehen Strauss, Weber und Wagner bei mir hoch im Kurs ;-)

Liebe Grüße

Octaviane

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