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Octaviane
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Verfasst: 15.09.2008, 14:35 |
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Registriert: 27.01.2006, 00:14 Beiträge: 1378 Wohnort: Bonn *31.01.
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Hallihallo, am Samstag hatte ich ein interessantes Erlebnis, das wieder einmal gezeigt hat, dass man Stimmen nicht nur nach dem Stimmklang einordnen kann. Auf einer Geburtstagsfeier eines Freundes sangen Chris und ich u.a. jede eine Soloarie. Nun liegt Chris stimmlich etwas höher als ich und ihr Stimmklang ist auch etwas heller als meiner. Allerdings ging meine Arie bis a2, während ihre bis f2 ging. Doch bedingt duch den helleren Stimmklang, waren die Zuhörer (die übrigens mit klassischem Gesang sonst nicht so "konfrontiert" werden, also recht "unbedarft" waren) davon überzeugt, dass Chris höher gesungen hatte als ich. Ich musste dann auch mehrmals erklären, dass ich kein Alt bin, sondern es auch bei Sopranen eben Stimmen gibt, die hell klingen und solche, die dunkler klingen. Aber irgendwie ist es schon interessant, auch mal die Eindrücke von Menschen zu hören, die sich eben mit klassischem Gesang noch gar nicht beschäftigt haben, ich weiß ja mittlerweile, wo ich stimmlich hingehöre  und kann die Kommentare ganz gut einordnen. Und wenn ein Mensch, von dem man es gar nicht erwartet hat und der sich mit dem Thema zuvor wahrscheinlich noch gar nicht beschäftigt hat, nach dem Singen auf einen zukommt, einem seinen (zum Glück positiven, hehe) Eindruck schildert, dann finde ich das ein sehr schönes Kompliment. Liebe Grüße Octaviane
_________________ „Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste.“ (T. Fontane) " Koloratursopran, der: Jemand, der den richtigen Ton nicht findet, aber eine Menge Spaß hat ihm hinterher zu jagen" (Anonym) http://www.sopranodrama.de
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AK-Kontraalt
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Verfasst: 15.09.2008, 16:47 |
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| Hilfestellender |
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Registriert: 04.06.2008, 17:25 Beiträge: 371
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Hallo Octaviane,
Deine geschilderte Erfahrung dass hellere Stimmen "höher" gehört werden liegt schlichtweg darin begründet dass die meisten Menschen nicht im Stande sind, Tonhöhen auch nur annähernd zu erkennen.
Dazu fällt mir folgendes Konzerterlebnis ein: Bei einem sogenannten Gesprächskonzert wurden zunächst einzelne Stellen einer Alt-Arie von einem Altus, also einem Mann gesungen. Später, in der Gesamtaufführung, erklang diese Arie von einer Frauenstimme. Nach dem Konzert habe ich von anderen Besuchern Gesprächsfetzen aufgeschnappt, wonach der Mann ja so hoch wie ein Sopran gesungen habe (obwohl er genau die gleichen Töne gesungen hat wie anschließend die Alt-Sängerin, der höchste war es'').
Die Sopran-Klangvarianten betreffend: In den ersten Monaten meines Gesangsunterrichtes hatte ich vor mir eine Sopranistin, von der ich auch erst dachte sie sei ein Mezzo (später erfuhr ich dass sie ursprünglich tatsächlich in dieser Lage gesungen hatte).
Viele Grüße AK-Kontraalt
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Octaviane
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Verfasst: 15.09.2008, 17:32 |
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Registriert: 27.01.2006, 00:14 Beiträge: 1378 Wohnort: Bonn *31.01.
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Hallo AK-Kontraalt
Ich fand es einfach interessant, wie der Stimmklang das Ohr "täuschen" kann, was Tonhöhen betrifft und ich will ja auch nicht sagen, dass ich nicht getäuscht würde, wenn man mir zwei Arien, die ich nicht kenne, mit verschiedenen Stimmtypen vorsänge. Ich meine, das Publikum wusste einfach nicht, dass meine Arie in Fachkreisen gemeinhin als Sopranarie deklariert ist. Und in Laienkreisen, also bei Leuten, die sich mit dem Thema nicht so ausgiebig befasst haben, wie wir das hier tun, wird dunkler Stimmklang eben auch oft mit tiefer Stimme gleichgesetzt.
Das ist ja auch ein Problem, das vollere Sopranstimmen (und wohl auch Mezzos) im Kirchenbereich haben. Für die meisten Sopranpartien (besonders Bach, Händel, Mozart) klingen unsere Stimmen den meisten Kantoren nicht hell genug oder sind zu "groß", da würden wir dem Geschmack nach wohl eher für die Altpartien engagiert. Die mir zumindest dann nur einfach zu tief liegen. Aber ich muss auch selbst sagen, dass ich z.B. eine Partie wie die des Gabriels (Schöpfung), mit einer Stimme wie der meinen gar nicht so gerne hören würde, da schwebt mir doch ein hellerer Klang vor.
Aber zum Glück gibt es ja auch für große Sopranstimmen einige schöne Oratorien.
Liebe Grüße
Octaviane
_________________ „Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste.“ (T. Fontane) " Koloratursopran, der: Jemand, der den richtigen Ton nicht findet, aber eine Menge Spaß hat ihm hinterher zu jagen" (Anonym) http://www.sopranodrama.de
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Chris
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Verfasst: 16.09.2008, 13:29 |
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Registriert: 20.08.2008, 14:09 Beiträge: 35
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Huhu! Ja, betreffend das wirklich interessante und spannende Erlebnis am Samstag möchte ich auch noch was zum Stimmklang äußern: Ich kenne die Arie, die Octaviane gesungen hat, durchaus auch und weiß, daß der "hohe Pieps" ein a2 ist, weil hier irgendwo die Noten rumfliegen (sollten. Im Moment verstecken sie sich erfolgreich) und das da so drinsteht. Wenn ich aber nur nach Gehör gegangen wäre, wäre ich da im Leben nicht drauf gekommen, weil es durch den Stimmklang - den ich hier einfach mal "wärmer" nennen möchte - kurioserweise tiefer wirkt. Wirklich Töne "raushören" und benennen kann ich aber sowieso nicht. Vielleicht könnte man mal ein heiteres Töneraten bei Menschen mit verschiedenen Stimmklängen versuchen? Irgendwie ist das Ding, das wir da im Hals haben, schon ein ziemliches Phänomen...
_________________ Yes, I'm very tough and manly. That's why I'm wearing a purple suit this evening. (Paul Bettany)
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Octaviane
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Verfasst: 16.09.2008, 15:03 |
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Registriert: 27.01.2006, 00:14 Beiträge: 1378 Wohnort: Bonn *31.01.
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Da stimme ich Dir zu (aber wir sind uns ja eh oft einig *g*). Man merkt auch, dass Singen beileibe keine exakte Wissenschaft ist. Menschen hören unterschiedlich und ordnen das Gehörte (u.a. je nach Vorkenntnissen und persönlichem Gusto) unterschiedlich ein. Ich habe mich gestern nämlich aufgenommen und hätte meinen Stimmklang nun niemals mit einem Alt verwechselt. Aber gut, ich habe ja auch Dola als Referenz für eine echte Altstimme.  Und immerhin wurde ich nicht gefragt, ob ich Bariton singe Dezent alberne Grüße Octaviane
_________________ „Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste.“ (T. Fontane) " Koloratursopran, der: Jemand, der den richtigen Ton nicht findet, aber eine Menge Spaß hat ihm hinterher zu jagen" (Anonym) http://www.sopranodrama.de
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AK-Kontraalt
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Verfasst: 16.09.2008, 15:27 |
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| Hilfestellender |
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Registriert: 04.06.2008, 17:25 Beiträge: 371
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Tja, der Bariton. Davon kann ich auch noch berichten: Irgendwann habe ich mal in irgend einem Chörli ausgeholfen, und am Ende der Probe sagte mein Nebensitzer (Tenor) tatsächlich zu mir: "Sie sind doch ein Bariton!" Naja, morgens bin ich das tatsächlich (Stichwort: "Der Morgenbass"), aber die Probe war abends... Habe mich jedenfalls köstlich darüber amüsiert!
Dass gleiche Töne bei verschiedenen Singstimmen unterschiedlich zu klingen scheinen lässt sich übrigens auch bei den Instrumenten beobachten. Spielt mal auf einer Geige einen Ton und auf einem Cello genau den selben Ton, beispielsweise das kleine a. Wer keine Tonhöhen erkennt wird diesen Ton beim Cello als "tieferen" Ton wahrnehmen.
Viele Grüße AK-Kontraalt
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AK-Kontraalt
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Verfasst: 23.09.2008, 13:01 |
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| Hilfestellender |
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Registriert: 04.06.2008, 17:25 Beiträge: 371
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Habe soeben eine CD mit einem Duett zweier Tenöre gehört, bei dem man auch meinen könnte es sei ein Tenor-Bariton-Duett - wirklich faszinierend, dieser Klangunterschied! Es handelt sich bei den beiden Sängern um Juan Diego Flórez und Placido Domingo. Domingos scheinbarer "Bariton" ist sicherlich nicht allein dadurch bedingt dass er über 30 Jahre älter ist als Flórez... (Meines Wissens sang Domingo als ganz junger Sänger tatsächlich Bariton.)
Viele Grüße AK-Kontraalt
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rugero
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Verfasst: 24.09.2008, 02:30 |
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Registriert: 24.03.2006, 22:40 Beiträge: 1062
Vorname: ~
Nachname: ~
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Im Dauereinsatz ist Domingo DER Tenor- ohne Frage. Der Einstieg als Bartiton ist auch eine Info, die ich kenne. Ich glaube auch dass ein Stimmtimbre letztendlich die Stimmlage entscheidet. Dazu kommt noch die Charaktereigenschaft im täglichen Leben. Dies zusammen liefert das Ergebnis. Stimtimbre + Charakter im tägl. Leben = Stimmlage Es ist nicht von ungefähr, das Komponisten, die Impulsiven als Baritone verkörpern , die Kaiser und Könige als Bässe, die Heißsporne als Tenöre usw. Über die weiblichen Stimme sollen andere Abschätzungen machen.
LG rugero (Bariton)
_________________ Die Stimme, das für mich vollkommenste Instrument.
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vox clara
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Verfasst: 26.09.2008, 12:56 |
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Darf ich denn eine Frage in diesem Zusammenhang an die Sangesexperten stellen? - Könnte es sein, dass wenn ein Mensch mit tiefem Timbre eine - wider seine Natur - hohe Stimmlage singt, er dann aber mit der Intonation Schwierigkeiten bekommt? - Oder ist die Intonation eine Sache allein des Gehörs, nicht der Stimme selbst? Ich danke für die kompetenten Antworten! Vox clara 
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Octaviane
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Verfasst: 26.09.2008, 15:29 |
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Registriert: 27.01.2006, 00:14 Beiträge: 1378 Wohnort: Bonn *31.01.
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Moment, moment, ich will doch noch einmal klarstellen, dass es Stimmen mit dunklerem oder "wärmerem" Timbre gibt, die trotzdem eine hohe Stimmveranlagung haben, wie mich zum Beispiel  Dass es zuhauf (echte) Mezzos gibt, deren Timbre noch weitaus dunkler ist als meins bestreite ich dabei gar nicht. Aber allein vom Timbre auf die Stimmlage schließen zu wollen halte ich nach wie vor für überstürzt. Klar spielt es eine Rolle, aber so wie viele andere Faktoren auch. Nun zur Intonation. Ich denke schon, dass jemand, der wider seine Natur in einer zu hohen oder zu tiefen Lage singt, Probleme mit der Intonation bekommen kann. Singe ich für meine Stimme geeignete Literatur (die man erst mal finden muss, haha  ), so stelle ich fest, dass ich weitaus seltener sinke als bei "ungeeigneter" Literatur (also tendentiell zu tiefer (oder zu hoher) Literatur). Intonation hat schon was mit dem Gehör zu tun, aber auch mit Körperspannung (merke: auch in der Mittellage und Tiefe stützen  ). Manchmal ist der Ton ja nicht wirklich gleich deutlich messbar "daneben", sondern es fehlen ihm vielleicht nur (aufgrund mangelnder Spannung) die Obertöne. Ich meine also, dass die Intonation sowohl eine Sache des Gehörs als auch der Stimme (oder der richtigen Stimmbenutzung) ist. Diese Meinung ist wissenschaftlich jedoch vollkommen unbegründet LG Octaviane
_________________ „Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste.“ (T. Fontane) " Koloratursopran, der: Jemand, der den richtigen Ton nicht findet, aber eine Menge Spaß hat ihm hinterher zu jagen" (Anonym) http://www.sopranodrama.de
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