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musika
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Verfasst: 24.11.2008, 12:25 |
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Registriert: 10.11.2005, 01:00 Beiträge: 4549 Wohnort: Diessen am Ammersee
Vorname: Erika
Nachname: Sommer
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Die gebräuchlichsten Stimmfächer mit ungefährem Stimmumfang und typischen Partien Sopran Dramatischer Sopran (g-c’’’) Titelpartie in Richard Strauss Elektra Brünnhilde in Wagners Walküre Dramatischer Koloratursopran (c’-f’’’, selten auch tiefer) Königin der Nacht in Mozarts Zauberflöte Titelpartie in Verdis La traviata Charaktersopran (h-c’’’) Mélisande aus Claude Debussys Pelléas et Mélisande Jugendlich-dramatischer Sopran (c’-c’’’) (auch: Spinto-Sopran) Titelpartie in Dvořáks Rusalka Leonora aus Verdis Il trovatore Mimì aus Puccinis La Bohème Lyrischer Sopran (c’-c’’’) Marzelline in Beethovens Fidelio Susanna aus Mozarts Le nozze di Figaro Lyrischer Koloratursopran (c’-f’’’) Norina aus Donizettis Don Pasquale Zerbinetta in Strauss' Ariadne auf Naxos Soubrette (c’-c’’’) Despina aus Mozarts Così fan tutte Gretchen in Lortzings Der Wildschütz
Mezzosopran und Alt Dramatischer Mezzosopran - (g-b’’) Eboli aus Verdis Don Carlos Brangäne in Wagners Tristan und Isolde Koloratur-Mezzosopran - (g-b’’) Rosina aus Rossinis Der Barbier von Sevilla Lyrischer Mezzosopran - (g-b’’) Cherubino aus Mozarts Le nozze di Figaro Oktavian aus Strauss' Der Rosenkavalier Dramatischer Alt - (g-b’’) Die Hexe/Jezibaba aus Dvořáks Rusalka Koloraturalt (selten) Angelina aus Rossinis La Cenerentola Spielalt (g-b’’) Irmentraut aus Lortzings Der Waffenschmied Tiefer Alt (f-a’’) Geneviève in Debussys Pelléas et Mélisande Eine Kranke in Schönbergs Moses und Aron
Countertenor (f-f’’) Oberon in Benjamin Brittens A Midsummer Night's Dream Altus (e-e’’) - Tenor Heldentenor (c-c’’) Tristan aus Wagners Tristan und Isolde Titelpartie in Verdis Otello Jugendlicher Heldentenor - (c-c’’) Radames in Verdis Aida Max aus Carl Maria von Webers Freischütz Charaktertenor (A-b’) Mime aus Richard Wagners Siegfried Lyrischer Tenor (c-d’’) Don Ottavio in Mozarts Don Giovanni Nemorino aus Donizettis L’elisir d’amore Tenorbuffo oder Spieltenor - (c-h’) Pedrillo aus Mozarts Die Entführung aus dem Serail Beppo in Leoncavallos Pagliacci Haute-Contre Titelpartie in Jean-Philippe Rameaus Hippolyte
Bariton und Bass Heldenbariton (G-fis’) Titelpartie in Wagners Der fliegende Holländer Titelpartie in Verdis Rigoletto Jochanaan aus Richard Strauss' Salome Charakterbariton (A-g’) Titelpartie in Alban Bergs Wozzeck Kavalierbariton (A-g’) Don Giovanni aus Mozarts gleichnamiger Oper Titelpartie in Tschaikowskis Jewgeni Onegin Lyrischer Bariton (B-a’) Titelpartie in Rossinis Der Barbier von Sevilla Valentin aus Gounods Faust Seriöser Bass (C-f’) Sarastro in Mozarts Zauberflöte Zaccaria in Verdis Nabucco Charakterbass oder Bassbariton (E-f’) Titelpartie in Mozarts Le nozze di Figaro Alberich in Wagners Götterdämmerung Schwerer Spielbass (D-f’) Baculus in Albert Lortzings Der Wildschütz Bassbuffo oder Spielbass (E-f’) Bartolo in Rossinis Der Barbier von Sevilla Doktor in Bergs Wozzeck
(Quelle Wikipedia)
_________________ musika belcanto-solistenFreunde sind wie Engel, die uns auf die Füße helfen, wenn unsere Flügel vergessen haben, wie man fliegt.
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manne
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Verfasst: 24.11.2008, 14:07 |
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Registriert: 29.09.2007, 23:59 Beiträge: 312 Wohnort: Hardheim / Odw.
Vorname: Manfred
Nachname: Ottenburg-Weise
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Liebe Musika, vielen Dank für die Info......für mich ist das sehr interessant! 
_________________ Liebe Grüße...und:
nur weiter, denn nur weiter ! - Mein treuer Wanderstab.
Manne
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Octaviane
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Verfasst: 24.11.2008, 14:17 |
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Registriert: 27.01.2006, 00:14 Beiträge: 1378 Wohnort: Bonn *31.01.
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Liebe Erika vielen Dank für diese Aufstellung. Für meine nachstehenden Überlegungen beziehe ich mich aus gegebenem Grund nur auf die Frauenstimmen. Ich bin der Meinung, dass man diese Stimmfacheinteilungen als Richtlinie ansehen sollte, um sich nicht total zu vergalloppieren (so sehe ich z.B., dass ich mir weder eine Zerbinetta noch eine Ulrica ansehen muss  ). Deswegen muss man sich aber natürlich nicht starr auf ein Fach festlegen und das tun ja wohl auch die wenigsten. Ich finde es gut, zu wissen, in welchem Fach man am ehesten zuhause ist, aber hin und wieder die Fühler in benachbarte Fächer auszustrecken kann mE auch nicht schaden. Erstmal sollte doch wichtig sein, ob ich mich mit einer Arie (oder ggf. auch einer Partie) stimmlich und charakterlich wohlfühle. Und sie mich nach Möglichkeit stimmlich (technisch) weiterbringt oder zumindest nicht hemmt. Man sollte auch bedenken, dass Partien auch fächerübergreifend gesungen werden können. Beispielsweise kann die Fidelio-Marzelline mE auch gut von Soubretten bewältigt werden, die Mimi auch von einem (groß-)lyrischen Sopran gesungen werden, viele lyrische Mezzos werden eine Despina oder Zerlina auch singen können und man könnte sich streiten, ob nicht z.B. manch ein dramatischer Sopran nicht auch eine Eboli singen könnte. Und wo genau liegt der Unterschied zwischen einem Koloraturmezzo, einem Koloraturalt und einem Spielalt? Überhaupt - wo ist die Grenze zwischen einer groß-lyrischen und einer jugendlich-dramatischen Stimme oder einer jugendlich-dramatischen und einer dramatischen? Ich finde, dass man hier auch ganz schnell in den Bereich "persönlicher Geschmack" kommt. Stimmen sind wie Menschen sehr verschieden und lassen sich meist nicht in starre Regeln pressen -aber wie gesagt, als Richtlinie sind diese Stimmfacheinteilungen durchaus brauchbar. LG Octaviane
_________________ „Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste.“ (T. Fontane) " Koloratursopran, der: Jemand, der den richtigen Ton nicht findet, aber eine Menge Spaß hat ihm hinterher zu jagen" (Anonym) http://www.sopranodrama.de
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Joachim
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Verfasst: 24.11.2008, 14:41 |
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Registriert: 02.01.2008, 17:00 Beiträge: 1111 Wohnort: Idar-Oberstein
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Hallo Musika das ist für mich hochinteressant, wenn ich eine dieser Männerpartien, gut und ohne Probleme singen könnte, könnte M.E. auch auf das Stimmfach schließen. Vielen Dank liebe Musika Gruß Joachim
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T M Pestoso
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Verfasst: 24.11.2008, 17:41 |
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Registriert: 17.10.2008, 16:24 Beiträge: 318
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Hallo Joachim,
Ich glaube nicht, daß man das so einfach pauschalieren kann. Wie octavine bereits geschrieben hat: Das ist nur eine grobe Richtlinie. Die meisten werden unter mehrere Stimmfächer fallen, wenn man sie nur aufgrund des Tonumfanges kategorisieren würde. Gerade bei den Männern unterscheiden sich ja z.B. die Bässe und Baritone vom Umfang nicht sooo groß, das g’ schaffen auch noch viele (ausgebildete) Bässe, und bei den wenigsten Baritonen ist beim G das Ende der Fahnenstange schon erreicht. Und was unterscheidet jetzt einen Charaktertenor von einem lyrischen Bariton, wenn letzterer vom angegebenen Tonumfang nur eine Untermenge des ersteren wäre?
Das deh, vieni a la finestra (d-e’) des Giovanni kann auch jeder Bass, und die Hallenarie des Sarastro geht von F bis f’, das schafft man auch als Bariton. Nur: wenn man beim Sarastro so eine Art „Kurt-Moll-Klang“ im Ohr hat, dann ist das vom Bariton interpretiert nicht mehr wirklich überzeugend, auch wenn er die tiefen Töne noch locker schafft. Es klingt halt anders…
Schwieriges Thema. Vielleicht auch deswegen, weil die Einteilung so eigentlich willkürlich ist. Der Stimmumfang ist ja nur EIN Kriterium.
_________________ Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.
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Joachim
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Verfasst: 24.11.2008, 17:54 |
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Registriert: 02.01.2008, 17:00 Beiträge: 1111 Wohnort: Idar-Oberstein
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Hallo TM Pestoso Pauschalieren liegt mir fern.So einfach geht es natürlich in der Tat nicht. Für " Mich" ist das jedoch ein guter und wichtiger Parameter-wie Indikatorpapier.Ich schrieb "könnte man schließen"-Konjunktiv. Ich bin natürlich auch nicht so naiv zu glauben, dass man damit, nur weil man seine Stimmlage kennt, schon ein ausgebildeter Sänger wäre. Aber einen Rückschluss kann man doch ziehen,wenn ich C-C'', nicht schaffe, kann ich wohl kaum eine Karriere als Heldentenor machen! Viele Grüße Joachim
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T M Pestoso
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Verfasst: 24.11.2008, 18:28 |
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Registriert: 17.10.2008, 16:24 Beiträge: 318
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Da hast Du natürlich recht! Töne, die man absolut nicht schafft, sind ein Ausschlußkriterium! *bg*
_________________ Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.
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LaCastafiore
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Verfasst: 24.11.2008, 18:39 |
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Registriert: 12.05.2006, 11:07 Beiträge: 1281 Wohnort: kein Blick auf den Eiffelturm mehr, aber dafür mittendrin *20.1.1962
Vorname: I.
Nachname: K.
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Bei diesen Einteilungen frage ich mich immer - wem nützt das ? Wer war denn zuerst da - das Ei oder das Huhn ? Einst schrieben die Komponisten den Sängern die Arien in die Kehle. Ich bin mir schon dessen bewusst, dass diese Facheinteilung nach Kloiber an deutschen Theatern als Vertragsgrundlage genutzt wird, dennoch sind die Einteilungen zum Teil so willkürlich. Ich singe ja auch eher grosses lyrisches Fach - aber zwischen der Mimi (die ich leider optisch nicht wirklich darstellen kann, die mir stimmlich aber ganz gut liegt) und der Trovatore Leonora ist doch noch ein weiter Weg. Und manchmal kann ich mich über die Zuordnung nur wundern. Oktaviane hat das ganz gut auf den Punkt gebracht, es ist ein weites Feld. Es hängt ja auch damit zusammen, wie die anderen Rollen besetzt sind - wenn z.B. die Susanna ganz leicht besetzt ist, kann auch die Contessa leichter sein - ist bereits die Susanna schwerer besetzt, muss wiederum auch die Contessa schwerer sein. Und für uns nicht am Theater singende Sänger kommt hinzu, dass eine einzelne Arie vielleicht ganz gut bewältigt werden kann - die ganze Partie aber vielleicht doch eine Nummer zu gross wäre. So geht es mir z.B. mit der Tosca - Vissi d'Arte liegt mir sehr gut - gleich im 1. Duett Mario Mario merke ich dann doch, was da noch fehlt. Das sind die Momente, wo ich froh bin, dass ich singen darf, was ich mag und was mir liegt - und mir über die Facheinteilung nur indirekt Gedanken machen muss. Liebe Grüsse sendet Casta
_________________ La chance d'avoir du talent ne suffit pas ; il faut encore le talent d'avoir de la chance.
Hector Berlioz
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dola
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Verfasst: 24.11.2008, 20:18 |
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Ich sehe das wie Oktaviane und Casta: Die Einteilung ist eine Orientierungshilfe. Es existieren einige dieser Tabellen in Fachbüchern und -artikeln, die speziell in der Festsetzung des Stimmumfangs oft auch voneinander anweichen. Ich nehme an, man geht hier von einem Durchschnittswert aus. Individuell weichen diese Umfänge aber zuweilen erheblich davon ab, was, gerade in Richtung Höhe, was auch mit der Elastizität/Beschaffenheit der Bänder zu tun hat. Mit der Zuteilung von Partien und Arien an die Stimmfächer bin ich, so weit ich sie kenne, ziemlich einverstanden. Es betrifft allerdings rein das Operngenre, genau wie diese Einteilungen selbst. Lieber Joachim, die vorgeschlagenen Stücke und auch die genannten Stimmumfänge gehen von austrainierten Hochleistungsstimmen aus. Es wäre m. E. nicht geschickt, bereits jetzt, nach der ersten Gesangsstunde, an irgendeines dieser Kaliber heranzugehen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass der Lehrer dies verlangt. Wenn du es allerdings von einer möglichen Entwicklungsachse aus siehst, dann kannst du durchaus davon ausgehen, dass das richtige Fach gewählt ist, wenn dir ein Stück sehr liegt. Dabei ist aber zu beachten, dass dies nicht nur von der Innenperspektive der Sich - Wohlfühlens aus beurteilt werden kann, sondern auch von außen durch den Lehrer, der er hört. LG dola
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rugero
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Verfasst: 24.11.2008, 23:18 |
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Registriert: 24.03.2006, 22:40 Beiträge: 1062
Vorname: ~
Nachname: ~
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Hallo, ich glaube wir bleiben zunächst bei der klassischen Einteilung hoch - tief und gehen dann differenzierter weiter in Sopran - Mezzo - Alt und Tenor - Bariton - Bass. Die Verästelungen in Koloratursopran, Koloratursoubrette, Heldentenor, Kavalierbariton und seriöser Bass, um nur einige zu wiederholen, sind Nuancen, die jeder für sich gerne einmal analysieren kann. Gerade im Fach der Baritone habe ich so jedes Unterfach als Beispiel auf CD und LP zu Hause und bin über die Möglichkeiten der Differenzierungen einer Stimmgattung fasziniert. Da wir aber wissen, dass eine Stimme ähnlich zu bewerten ist, wie ein Fingerabdruck, ist es müßig hier Einteilungen / Klassifizierungen vorzunehmen. Schön wäre es zu wissen, ob man an Hand einer Klassifizierung eines Fingerabdrucks erkennt, ob jemand z.B. ein möglicher Schwerverbrecher ist oder ein Wirtschaftskrimineller - also ein Umkehrschluß. Ich selber glaube, kann den Germont ganz gut verkörpern aber auch den Rigoletto sehr gut singen. Huch - jetzt muß ich einen Spagat machen zwischen Kavalierbariton und Charakterbariton oder doch Heldenbariton ? Den baritonalen Unterschied zwischen einem Papageno und einem Fliegenden Holländer hört wohl ein jeder. Fischer-Dieskau hat beides gesungen, Kritiker würden wohl sagen, der Holländer klingt dadurch etwas flach. Hans Hotter als Papageno hätte wohl manche Papagena garnicht erscheinen lassen und es gibt eine Aufnahme, da sing Gottlob Frick "Oh Tannenbaum", da hat man den Eindruck, die nordischen Tannen erzittern vor der Wucht, er besingt eigentlich eine deutsche Eiche ! Man will ja nicht sagen, dieser Stimme fehlt es an Leichtigkeit, aber... Ich glaube man sollte ruhig das gesamte Repertoire einer Stimmgattung und deren Nachbarstimmen einmal experimentell für sich durchleuchten, um einen Eindruck von der Nuancenvielfalt einer Stimmgattung zu erhalten. Ich für meinen Fall haben in den Bereichen Tenor und Bass gewildert, um zu erkennen, dass mein Sarastro singbar ist ebenso wie ein Veit, als Tenorbuffo in Lortzings Undine. Es ist aber so, wie vormals schon erwähnt, beide Stücke wirken interpretationsfremd und damit wesensfremd. Ich singe furchtbar gerne die Baß-Arie des Fürsten Gremin, bekomme auch alle Töne, bin aber ein lyrischer Bariton. Oh, was denn nur, jetzt lyrisch, kein Charakter mehr und auch nicht mehr Kavalier ? Das macht mich sprachlos... Wie es auch sei, diese Raster sind für den einen Orientierung für den anderen Abschreckung vor einer Orientierung. Ich würde zum Beispiel Karl Schmitt-Walter als den Kavalierbariton schlechthin ansehen, ebenso wie George London als den Heldenbariton, um noch einmal zwei Vertreter in der Gattung Bariton zu nennen. Doch wie heißt es in der Zauberflöte: Mann und Weib und Weib und Mann, reichen an die Gottheit an. Also, hoch / tief und Mann und Weib, das sollte uns vorerst genügen. LG rugero P.S.: Weib ist als Zitat gedacht, nicht wieder rugero maßregeln. 
_________________ Die Stimme, das für mich vollkommenste Instrument.
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Joachim
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Verfasst: 25.11.2008, 09:35 |
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Registriert: 02.01.2008, 17:00 Beiträge: 1111 Wohnort: Idar-Oberstein
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Hallo Dola Ich danke dir.Also soweit ich das bisher mitbekommen habe, spielt der Gesanglehrer, die Töne so an und sagt,versuchen sie es mal.Auch was rugero schreibt kann ich nachvollziehen.Ich möchte ein Beispiel anfügen, was ich meine:der Sportlehrer legt die Hochsprunglatte auf zwei Meter,aber der Schüler reißt diese Höhe immer wieder. Der Lehrer legt die Latte auf 1,90 auch diese Höhe schafft der Schüler nicht, auch nicht 1,80. Bei 1,70 kommt der Schüler gerade so drüber, und der Lehrer sagt:das ist deine Höhe, bei 1,60-1,70 werden wir weiter trainieren. Der Lehrer hat somit festgestellt, in welchen Höhenbereich, er nun mit seinem Schüler, ohne ihn zu überfordernweiter trainieren kann. Ich denke mal, dass es bei der Ausstestung der Stimme genau so ist.Nun kommen die anderen Dinge, verbessern der Technik und so weiter und so weiter. Viele Grüße Joachim
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T M Pestoso
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Verfasst: 25.11.2008, 11:30 |
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Registriert: 17.10.2008, 16:24 Beiträge: 318
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Der Hirnriss bei dieser Beamteneinteilung ist doch, daß hierbei die an sich völlig unabhängigen Parameter Stimmumfang, Rollencharakteristik (Soubrette), anzuwendende Technik (Koloratur), schauspielerische Qualitäten (Buffo) und im Prinzip auch Aussehen miteinander verknüpft werden.
Wieso gibt es eigentlich keinen Koloraturbass? Die gesamte Barockliteratur ist voll von Basskoloraturen. Nur: Barockoper war zu Kloibers Zeiten nicht wirklich en vogue, das war allenfalls ein Kuriosum, deswegen fehlt der da... Wo würde man denn den Polifemo aus Händels Aci, Galatea e Polifemo einteilen? Der braucht einen Umfang vom D bis zum a', in einer einzigen Arie, mit Sprüngen über zwei Oktaven, vom f' zum F und wieder zurück...
Ja, wem nutzt das? Leuten, die zu faul zum Selberdenken sind, weil sie vielleicht auch gar keine Ahnung davon haben, von was sie da reden, oder solchen, die keine Verantwortung für ihre Entscheidungen übernehmen wollen. Es ist ja auch so wunderbar einfach: Die Ensemblemitglieder bekommen ein Etikett aufgepappt (idealerweise läßt man sie sich selber etikettieren), und dann muß man nur noch im Katalog nachschlagen, wer was kann. Das nutzt zwar weder den Betroffenen, noch dem Publikum. - aber wer braucht schon Publikum im Staatsbetrieb..?
Meine zugegeben subjektive Meinung dazu: Die unreflektierte Anwendung solcher Einteilungen ist ein weiters Indiz für den Verlust an Professionalität und persönlicher Expertise, den man schon seit längerem in unserer Gesellschaft feststellen kann!
_________________ Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.
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Octaviane
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Verfasst: 25.11.2008, 12:10 |
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Registriert: 27.01.2006, 00:14 Beiträge: 1378 Wohnort: Bonn *31.01.
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Hallo ihr,
ich stimme Casta darin zu, dass es natürlich nocheinmal einen Unterschied gibt, ob man nur eine Arie singt oder eine ganze Partie. Ich habe ja z.B. die Ballade der Senta in Bückeburg gesungen, was rückblickend vielleicht etwas früh war, aber nichtsdestotrotz habe ich mich bei der Arie wohlgefühlt und mir damit nicht wehgetan. Ich komme deswegen aber nicht auf die absurde Idee, dass ich die ganze Partie bewältigen könnte - allerhöchstens ist das ein Indiz dafür, dass sich meine Stimme vom groß lyrischen bis jugendlich-dramatischen Sopran irgendwann einmal zum dramatischen Sopran weiterentwickeln könnte.
Die Willkürlichkeit dieser Einteilungen ist dann natürlich auch so eine Sache- ich habe z.B. schon gesehen, dass eine Nedda (Bajazzo) mal als lyrischer Koloratursopran und einmal als jugendlich-dramatischer Sopran angegeben wurde. Bei so widersprüchlichen Aussagen kann ich ja nur noch nach meinem eigenen Gefühl gehen, ob mir die Arie liegt oder nicht.
Daher habe ich für mich entschlossen, zwar nicht mehr unbedingt bei den Mezzos zu wildern (zumal es im Sopranfach ja nun mehr als genug Literatur gibt) , aber letztendlich möchte ich das singen, womit ich mich wohlfühle und was mich weiterbringt, egal ob da nun lyrischer Sopran, (jung)-dramatischer Sopran oder dramatische Koloratur vorsteht.
Da lob ich mir ja den Liedbereich, wo diese Einteilung anscheinend nicht mehr ganz so wichtig ist. Natürlich liegen mir andere Lieder oder Komponisten besser als einem hohen, leichten Sopran, aber generell hab ich das Gefühl, dass die Toleranz hier größer ist. Mein Korrep. hat einige Gedichte von Hesse sehr schön zu Liedern vertont und mich gefragt, ob ich einige davon nicht auf einem Liederabend im nächsten Jahr singen möchte. Dabei war ihm mein (vorgebliches) Stimmfach erstmal schnurzpiepegal, sondern er ist nur danach gegangen, dass er sich meine Stimme gut zu seiner Komposition vorstellen könnte. Ich finde das äußerst spannend...
Was ich ja manchmal auch denke ist, dass man, je intensiver man sich mit allem, was zum Gesang gehört (also auch den Stimmfächern) beschäftigt, irgendwann "verlernt", einfach ohne Vorbehalt die Musik zu genießen. Ich erwische mich ja auch dabei, dass ich denke: "Die Stimme ist für einen Tamino aber ein wenig zu wuchtig oder die Aida klingt mir ein wenig zu hell." Und dann denke ich wieder: Ja und? Darf es denn keine Unterschiede geben? Müssen alle Taminos dieser Welt gleich klingen? Ich denke, doch, es darf! (vorausgesetzt natürlich, der individuelle Sänger hat sich nicht an sich mit der Partie übernommen).
LG
Octaviane
_________________ „Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste.“ (T. Fontane) " Koloratursopran, der: Jemand, der den richtigen Ton nicht findet, aber eine Menge Spaß hat ihm hinterher zu jagen" (Anonym) http://www.sopranodrama.de
Zuletzt geändert von Octaviane am 25.11.2008, 14:39, insgesamt 2-mal geändert.
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musika
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Verfasst: 25.11.2008, 12:25 |
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Registriert: 10.11.2005, 01:00 Beiträge: 4549 Wohnort: Diessen am Ammersee
Vorname: Erika
Nachname: Sommer
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Die Einteilung ist immer grenzwertig, jeder sollte das selber am besten so nehmen, wie ihm die Stimme das "vorgibt". Es gibt z.B. einen hohen Mezzo, einen tiefen Mezzo, doch beide sind Mezzi, dem einen liegt bestimmte Literatur besser, womit sich ein anderer Mezzo unwohl fühlt. Doch alle Mezzi singen in fast allen Oratorien die Altpartie.
Am Opernhaus ist nicht nur das Stimmfach wichtig, sondern auch die ganze Person. Die Rolle muss so besetzt werden, dass sie auch von der Person her glaubhaft ist, jeder kennt das, da wird auch schon mal in den Fächern gewildert und so besetzt, wie es eigentlich das Fach des Sängers auf dem Papier nicht zeigt.
Im Konzertleben sollte man großzügig mit seinem Fach sein, warum nicht mal in anderen Fächern wildern, die Hauptsache man fühlt sich wohl.
_________________ musika belcanto-solistenFreunde sind wie Engel, die uns auf die Füße helfen, wenn unsere Flügel vergessen haben, wie man fliegt.
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Joachim
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Verfasst: 25.11.2008, 13:25 |
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Registriert: 02.01.2008, 17:00 Beiträge: 1111 Wohnort: Idar-Oberstein
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Lieber TM Pestoso Könntest du mir bitte den Ersten Satz mit dem Hirnriss und der Beamteneinteilung erklären! Gruß Joachim
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T M Pestoso
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Verfasst: 25.11.2008, 16:06 |
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Registriert: 17.10.2008, 16:24 Beiträge: 318
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Hallo Joachim,
mit „Beamteneinteilung“ meinte ich die häufig anzutreffende Unsitte, alles und jedes klassifizieren zu wollen, am liebsten mit Bezug auf eine „Autorität“, wie sinnvoll oder sinnlos das auch sein mag. Schubladendenken.
Der „Kloiber“ ist zunächst nicht mehr und nicht weniger als ein Opernführer. Taschenbuch, 20 Euro. Als solcher ist er nicht besser oder schlechter als andere Opernführer – mir persönlich fehlen da allerdings ein paar wichtige Werke, für ein „Standardwerk“ gäbe es da deutlich Umfangreicheres und Besseres, z.B. die 6+ Bände von Pipers Enzyklopädie des Musiktheaters (leider auch um > zwei Zehnerpotenzen teurer). Aber wie gesagt: Opernführer im günstigen Taschenbuchformat. Das war auch mal der Anspruch, nicht mehr. Zur „Referenz“ macht ihn einer der Anhänge: „Ein Register der Fachpartien unterteilt diese in die entsprechenden Untergruppen: Lyrischer Koloratursporan, dramatischer Koloratursopran, jugendlich-dramatischer Sopran usw. mit den dazugehörigen Rollen“ steht dazu im Vorwort. Zur „Referenz“ macht ihn das vor allem deswegen, weil sich in keinem anderen Buch (meines Wissens) noch so eine Einteilung findet (höchstens abgeschrieben. Warum wohl?). Die Liste im ersten posting (aus Wikipedia) ist eine Kurzversion dieses Anhangs. Da finden sich auch noch zusäzliche Angaben, wie „Zarte, biegsame Stimme; zierliche Erscheinung; gewandte Darstellerin“ und eben eine entsprechende Klassifizierung der Rollen. Für den Operninteressierten, der mit solch einem Buch einen ersten Überblick über eine bestimmte Oper erlangen möchte, ist das ja auch durchaus hilfreich. Aber als Grundlage für Stimmfach- und Rolleneinteilungen?
Die Frage, die sich da jetzt zwangsläufig stellen sollte, wäre:
Nach welchen objektiven Kriterien (musikalisch, stimmphysiologisch, dramatisch) hat Dr. Rudolf Kloiber seine Einteilung vorgenommen?
Und genau diese Frage wird nicht gestellt. In den Partituren steht ja nur Sopran, evtl. Mezzo (nicht in älteren Werken) Alt, Tenor, Bariton (auch nicht in älteren Werken) und Bass. Es ist gedruckt, und ist es damit richtig? Es ist nämlich eigentlich Willkür. Ich glaube nicht, daß die Autoren in wissenschaftlicher Akribie jede Rolle in allen Partituren daraufhin angesehen haben, wie groß der Ambitus sein muß und welche Anforderungen noch an die Stimme bzw. den Darsteller zu stellen wären. Das wäre eine Lebensaufgabe, monkey business ohne Ende. (Es sind ja tatsächlich eine ganze Handvoll Kriterien, die da jeweils in einem Begriff verwurschtelt werden, was man ja auch daran sieht, daß die Einteilung bezüglich Stimmumfang nicht konsistent ist!) Eher glaube ich, daß sie sich einfach umgesehen haben, wer das schon mal wie gesungen hat, und wie man (sie!) diesen Sänger oder diese Sängerin eingruppieren würde(n), und daraufhin vielleicht(!) ein oder zwei Rollen auf den entsprechenden Stimmumfang untersucht haben.
Ich stell’ jetzt mal ganz provokant die Frage, wieso eine Brünhilde oder ein Papageno eigentlich so klingen muß, wie sie/er klingt? Sind das nicht ganz einfach nur Hörgewohnheiten? Weil es halt alle, die es singen, so singen, wie alle anderen, die es auch singen oder gesungen haben? Hörgewohnheiten, die man mit „Referenzen“, wie den Kloiber (und natürlich auch mit Tonträgern) nur festbetoniert? Gibt es für so eine Klassifizierung tatsächlich/überhaupt eine künstlerische Notwendigkeit? Oder bestünde die künstlerische Herausforderung nicht einfach nur darin, die Rolle überzeugend zum Leben zu erwecken? Und wäre das nicht zunächst unabhängig davon, ob der jeweilige Interpret jetzt ein Dauervibrato hinlegt wie eine Feuerwehrsirene oder nicht? Die Grundvoraussetzung ist doch erst einmal, daß er die Partie technisch einwandfrei und unangestrengt beherrscht. Ist nicht alles andere dann Gestaltung? Daß jedem Sänger andere Partien liegen, die er besonder gut kann, ist trivial. Daß er mit zunehmendem Alter eine Entwicklung durchmacht, die ihm andere Partien öffnet, auch. Ist ja schließlich jeder ein Individuum… Und genau da sind solche Einteilungen eher kontraproduktiv. Das ist wie mit Romy Schneider. Als was kennt man die? Sissy…
_________________ Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.
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Octaviane
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Verfasst: 25.11.2008, 17:43 |
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Registriert: 27.01.2006, 00:14 Beiträge: 1378 Wohnort: Bonn *31.01.
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musika hat geschrieben: Am Opernhaus ist nicht nur das Stimmfach wichtig, sondern auch die ganze Person. Die Rolle muss so besetzt werden, dass sie auch von der Person her glaubhaft ist, jeder kennt das, da wird auch schon mal in den Fächern gewildert und so besetzt, wie es eigentlich das Fach des Sängers auf dem Papier nicht zeigt.
Dass zu einer glaubhaften Rollendarstellung nicht nur die Stimme, sondern auch Optik und Charakter gehören, ist wohl unbestritten. Aber ist es nicht besonders an kleineren Häusern dann auch so, dass oftmals (junge) Sänger zu Partien gedrängt werden, für die sie die stimmliche Reife eigentlich noch nicht erlangt haben? Einfach, weil sonst kein anderer da ist? Ich erlebe das hier in Bonn - die Damen sind (nach meinem Geschmack) meistens gut, können ihre Partien stimmlich (und optisch) gut präsentieren, bei den Herren habe ich aber schon mehrmals erlebt, dass sie sich mit ihrer Rolle stimmlich (nicht darstellerisch) übernommen haben (oder übernehmen mussten, wer weiß, wie da die Vertragsverhältnisse sind) Aber wahrscheinlich muss selbst Herr Kloiber irgendwann hinter wirtschaftlichen Erwägungen zurücktreten. Aber das ist wohl wieder ein anderes Thema (für das man ggf. ja einen neuen Thread eröffnen kann) Liebe Grüße Octaviane
_________________ „Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste.“ (T. Fontane) " Koloratursopran, der: Jemand, der den richtigen Ton nicht findet, aber eine Menge Spaß hat ihm hinterher zu jagen" (Anonym) http://www.sopranodrama.de
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Joachim
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Verfasst: 25.11.2008, 17:52 |
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Registriert: 02.01.2008, 17:00 Beiträge: 1111 Wohnort: Idar-Oberstein
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Hallo TM Pestoso Dein Fachwissen in Ehren, aber persönlich hätte eine solche Formulierung nicht gewählt. Warum glaubt man nur immer, alle Beamten wären doof und hätten nichts anderes im Sinn als für eine Schublade zu denken.Klassifizierungen müssen sein, vielleicht nicht in der Musik, das weiß ich nicht. Aber beispielsweise in der Ökologie, wo Hirnrissige Beamte mit der Klassifizierungen( Unterscheidung wäre glaube auch richtig)die Schüler erschrecken. Die zwischen einem Lurch, einem Frosch, einer Kröte und einer Unke unterscheiden sollen. Sind das deswegen " Unkenrufe"? Viele Grüße Joachim
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T M Pestoso
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Verfasst: 25.11.2008, 18:23 |
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Registriert: 17.10.2008, 16:24 Beiträge: 318
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ach, Joachim...!
ich wollte niemanden mit dieser Formulierung auf die Füsse treten. Böser Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot, mea culpa! Klar müssen Klassifizierungen sein. Fragt sich nur wo?
Im Alltagsleben haben wir hierfür tausende von sinnvollen und vermutlich weniger sinnvollen Verordnungen und Gesetzen, und ich erwarte als Bürger von jedem Beamten, daß er sich daran hält! Kann er nicht anders entscheiden, wie er entscheidet, weil ihm die Vorgaben keinen Ermessensspielraum erlauben, dann akzeptiere ich das. Die Verantwortung für diese Entscheidung trägt dann nicht er, sondern der Gesetzgeber. Und glaub mir: Das treibt schon manchmal wunderliche Blüten. Ich beschäftige mich gerade mit so einer (bzw. sie beschäftigt mich), aber die zu schildern, würde hier den Rahmen sprengen.
Auch General- und sonstige Intendanten sind im Staatsdienst. Und jetzt gibt es gerade für dieses verantwortungsvolle Amt keine Ausführungsbestimmungen, wie er seinen Job erledigen muss. Die Verantwortung bleibt bei ihm. Da ist die Versuchung schon groß, die auf ein "allgemein akzeptieres Referenzwerk" abzuschieben...
ich hoffe, Du verstehst, wie ich das meine!
viele Grüße TM Pestoso
_________________ Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.
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dola
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Verfasst: 25.11.2008, 19:51 |
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Nun ja, meine Berufsgruppe hält des Öfteren her als Sinnbild für Kleinkleckerlsch...., was von der Natur der Sache her auch nicht völlig von der Hand zu weisen ist. Nervig ist nur, wenn sämtliche Unbill, die aus irgendwelchen Vorschriften heraus entsteht, grundsätzlich und pauschal der vermeintlichen Rach- und Machtgier der vollziehenden Person zugeschrieben wird. Das Motto: Wer frech wird, den trieze ich besonders" funktioniert schon deshalb nicht, weil ich dazu viel zu faul bin (Beamter halt:-))
So unreflektierte Einstellungen finde ich immer reichlich kindisch. Wenn ich irgendwas transparenter begründet haben will, frage ich halt.
Bei Vertragsangelegenheiten wird es natürlich auch wenig künstlerisch, sondern juristisch, d.h., man muss genau festlegen, was man vereinbart. Trotzden gibt es, im Gegensatz zu manchen Amtshandlungen, die z. B. das Amt zur Erteilung einer Gaststättenerlaubnis verpflichten, wenn alles so vorliegt, wie es soll, auch wenn ich den Kerl nicht ausstehen kann, auf der Bühne keine Vorschrift, wie eine Sopranistin bundesweit geregelt beschaffen zu sein hat, die für eine Pamina zu engagieren ist.
Arbeitsverhältnisse sind trotz Tarifverträge im Einzelnen privatrechtliche Angelegenheiten ohne den Grundsatz des Staatshandelns, dass Gleiches gleich zu behandeln ist. Es wird so bleiben, dass jedes Haus, jede Produktion sich die Leute so zusammensucht, wie es den Verantwortlichen gefällt. Es ist somit weder verboten noch zwingend notwendig, den Kloiber heranzuziehen. Darauf berufen kann sich niemand, und das ist gut so. Wenn ich eine solche Verantwortlichkeit inne hätte, würde ich eher nicht danach gehen, sondern den Gesamteindruck der Bewerberin, des Bewerbers zum Kriterium machen und die Gewichtung auf die sängerischen Fähigkeiten und die Glaubwürdigkeit der Figurendarstellung legen. Optik würde ich, auch wenn ich hier im Gegensatz zu einer Art herrschenden Meinung stehen sollte, nur zweitrangig heranziehen, dann was nützt ein hübsches Gesicht, wenn nichts rüberkommt an Stimme und Charakter.
Ferner gehe ich davon aus, dass die Theaterverantwortlichen sich soweit mit den Spielplänen befasst haben, dass sie sich die Figuren und Stimmen dazu auch ohne Katalog vorstellen können.
LG dola
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