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rugero
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Verfasst: 06.04.2008, 00:12 |
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Registriert: 24.03.2006, 22:40 Beiträge: 1062
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Hallo, wir alle habe Träume und Sehnsüchte. Der tiefe Klang der Schlagersängerin Alexandra im Stück "Sehnsucht" hat für mich ebenso Einmalcharakter, wie die Stimme von Gottlob Frick, als sogenannter "schwarzer Baß" oder Julius Patzak als Sänger mit einem extrem spitzen und engen Ton. Ich selber habe einige Vorbilder: Schlusnus, Metternich, Tauber, Kipnis, Borg, Braun... Meine Stimme, so der Vorwurf einiger Leute, ist nicht so charakteristisch, "man hört dich aus einer Gruppe von 100 Leuten ja nicht raus". Heute habe ich einen Liederabend im SWR2-Radio mit Konrad Jarnot (Bariton) gehört, den ich nicht kannte. Hörmäßig habe ich ihn bei Fischer-Dieskau eingeordnet und stellte mir dann die Frage, was habe ich davon. Dieskau habe ich als LP und CD im Schrank, den NEUEN höre ich, klingt wie er -- Fazit, kein CD-Kauf notwendig auch kein Konzertbesuch. Geht es uns auch so, sind wir nur dann vermarktbar und hörbar, wenn wir außergewöhnlich klingen ? Es gibt professionelle Sänger, die haben für mich eine seltsame Schnarre auf der Stimme, diese lehne ich generell ab. Diese Schnarre möchte ich nicht aufsetzen, auch wenn es denn dadurch möglich wäre, mich von 100 abzusetzen. Was aber ist es, was den Stimmcharakter hörbar und schmackhaft macht ? Kann man seinen stimmlichen Fingerabdruck manipulieren oder nur eventuell ins rechte Licht setzen ? Ich glaube Letzteres. Wichtig ist, dass man seinen Stimmcharakter mag. Wie kommt es aber, dass viele Schüler so klingen, wie die Kopie ihrer Lehrer ? Haben die Schüler hren wahren Charakter verbogen oder habe sie durch die Übernahme der Technik des Lehrers auch das Timbre übernommen ? Greifen da nicht mehr die eigenen Gene ? Können wir nicht mehr von einem charakteristischen, stimmlichen Fingerabdruck sprechen ? LG rugero 
_________________ Die Stimme, das für mich vollkommenste Instrument.
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Joachim
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Verfasst: 06.04.2008, 15:31 |
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Registriert: 02.01.2008, 17:00 Beiträge: 1111 Wohnort: Idar-Oberstein
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Hallo rugero, das ist eine sehr interessante Frage, die ich glaube, ich nicht beantworten kann. Die Formulierung "stimmlicher Fingerabdruck" gefällt mir sehr. Ein Fingerabdruck entlarvt. Man weiß wer dahintersteckt. Wenn ich beispielsweise Taubers, stimmlichen Fingerabdruck,- also seine Individualität wahrnehme-weiß ich genau, dass er es ist. Man entwickelt einen persönlichen, unverwechselbaren Stil. Dies ist in der Kunst nicht nur in der Musik so. Rubens malt wie Rubens, und Grass schreibt wie Grass. Wollte man Rubens oder Grass kopieren würde man Schiffbruch erleiden. Deswegen bin ich der Meinung, dass man an seinem persönlichen Stil, weiterarbeiten soll. Er kommt an oder nicht. Im übrigen habe ich als Autor, mit dem gleichen Problem zu tun, wer weitgehend unbekannt ist und es wohl auch bleibt, hat es schwer sich am Markt durchzusetzen, obwohl das Produkt, den anderen nicht nachsteht. Viele Grüße Joachim
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alfredo
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Verfasst: 07.04.2008, 10:37 |
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Registriert: 22.02.2007, 10:45 Beiträge: 254 Wohnort: grüne mark
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Hallo rugero! Du hast recht abzulehnen was dir nicht gefällt, dabei weiß ich nicht genau, was du mit "Schnarre" meinst. Was die Unterscheidbarkeit einer Stimme anbelangt, denke ich, dass gut geführte Stimmen, manche freilich leicht, manche schwieriger, immer ein erkennbar differenziertes Timbre haben, wenn man sie oft und gern hört. Man erkennt sie wieder, sollten sie sich anfangs auch noch so unauffällig und schwer differenzierbar anhören. Ich bin mir sicher, dass die Stimme ein dem Fingerabdruck zumindest ebenbürtiges Unterscheidungsmerkmal darstellt und das nicht nur mit komplizierten technischen Hilfsmitteln. Herzliche Grüße aus dem wolkenverhangenen Steirerland! alfredo
_________________ ...du holde Kunst, ich danke dir.
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musika
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Verfasst: 07.04.2008, 10:53 |
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Registriert: 10.11.2005, 01:00 Beiträge: 4549 Wohnort: Diessen am Ammersee
Vorname: Erika
Nachname: Sommer
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Eine Stimme sollte erkennbar sein, sonst sind es Stimmen, die es tausendfach sind, anonym praktisch. Es ist das Markenzeichen, der Stempel eines Sänger.
In der Tat gibt es Schüler, die geklont sind, ich habe mal darüber geschrieben. Sie klingen gleich wie die Lehrer, egal ob Sopran oder Alt. Entweder ist es so gewollt von den Lehrern, oder die Schüler wollen so klingen wie sie. Leider bleiben dadurch manche wirklich schöne Stimmen im Dunkeln, sie können nicht zeigen, was in ihnen steckt.
Schade, dass so manche Lehrer das eingentliche Timbre verstümmeln läßt, worauf kommt es ihnen dann an? Ist es nur Geldmacherei? Oder sind sie nicht in der Lage das zu erkennen?
Liebe Grüsse
_________________ musika belcanto-solistenFreunde sind wie Engel, die uns auf die Füße helfen, wenn unsere Flügel vergessen haben, wie man fliegt.
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Octaviane
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Verfasst: 07.04.2008, 11:54 |
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Registriert: 27.01.2006, 00:14 Beiträge: 1378 Wohnort: Bonn *31.01.
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Da ich den Menschen zumeist ja nichts Böses unterstelle, denke ich, dass viele Lehrer es wirklich nicht besser wissen. Einige schwarze Schafe, die nur ihren eigenen Gewinn im Auge haben, mag es aber natürlich auch geben. Ich finde es sehr wichtig, im Gesangsunterricht erst einmal die eigene Stimme zu erschließen und sich vor allem auch im klassischen Gesang auf Natürlichkeit zu besinnen. Dann kommt meiner Meinung nach das eigene, unverwechselbare Timbre von allein zum Vorschein (bei dem einen früher, bei dem anderen später) und solche Stimmen werden dann wahrscheinlich auch als angenehm oder gar schön empfunden (vom individuellen Geschmack dann mal abgesehen, der eine mag lyrische Tenorstimmen lieber, der andere Wagner-Sopräne usw.) Versucht man aber den Lehrer (oder andere Vorbilder) zu imitieren oder aber drückt einem der Lehrer dies auf oder aber meint man, "ich bin dramatischer Mezzo" (als Beispiel), also muss ich so und so klingen, ist, denke ich, die Gefahr groß, dass man seinen eigenen Stimmklang künstlich verfälscht, dann wird künstlich abgedunkelt oder aufgehellt, geknödelt, forciert oder ähnliche Unarten mehr veranstaltet. Manchmal muss man sich vielleicht auch einfach von bestimmten Vorstellungen frei machen und sich wieder auf sich selbst besinnen - gute Führung durch einen kompetenten Lehrer ist dabei natürlich immer willkommen.
Liebe Grüße
Octaviane
_________________ „Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste.“ (T. Fontane) " Koloratursopran, der: Jemand, der den richtigen Ton nicht findet, aber eine Menge Spaß hat ihm hinterher zu jagen" (Anonym) http://www.sopranodrama.de
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rugero
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Verfasst: 07.04.2008, 22:15 |
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Registriert: 24.03.2006, 22:40 Beiträge: 1062
Vorname: ~
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Octaviane hat geschrieben: Ich finde es sehr wichtig, im Gesangsunterricht erst einmal die eigene Stimme zu erschließen... Dann kommt meiner Meinung nach das eigene, unverwechselbare Timbre von allein zum Vorschein.
Ich glaube auch sagen zu können, mit zunehmendem Alter und / oder zunehmender stimmlicher Reife bildet sich das charakteristische Stimmtimbre immer weiter aus. LG rugero
_________________ Die Stimme, das für mich vollkommenste Instrument.
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