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 Betreff des Beitrags: Gis2 und As2
BeitragVerfasst: 13.05.2007, 20:00 
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Hallo zusammen

Ich grüble an einem Phänomen herum, dass ich mir nicht so richtig erklären kann:
Es geht um zwei Arien, die genau denselben Ton verlangen, jedoch im einen Fall ein Gis (Rosina), im zweiten Fall ein As (Gräfin).

In der Rosina fällt mir das Gis sehr leicht, ich singe diese Stelle völlig locker und mühelos. Meine Erklärung für mich selber ist, dass es bei der Rosina ein Sprung ist vom H ins Gis, im zweiten Fall bei der Gräfin ein langsamer Lauf vom B ins obere As.

Hier zur Verdeutlichung die Noten, da sonst wohl niemand aus meinem wirren Geschreibsel schlau wird:
Bild

Meine Frage ist nun, ob es sich tatsächlich um zwei verschiedene Töne handelt, rein technisch gesehen, oder ob ich mich selber verkrampfe, wenn mein Auge so ein "hohes A" sieht bei der Gräfin, in der Rosina jedoch "nur" ein G, also bequeme Mittellage für mich.

Ui, ui, ich weiss nicht, ob ich mich überhaupt klar ausdrücke... sonst fragt eben nochmals. :pfeif:

Liebe Grüsse,
Romilda


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 13.05.2007, 20:32 
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Ich kenn mich jetzt zwar net so gut mit der Technik aus :lol: , aber ich könnte mir vorstellen, dass es echt nur die Psychologie ist, und nicht der Ton an sich! Schon allein wegen der Hilfslinie! Ich hatte früher auch tierische Angst vorm "hohen a", weil es eben nicht mehr im System ist, sondern drüber, aber in zwischen hab ich mich an diesen Ton gewöhnt, es hat dann aber auch lange gedauert, bis ich mich an das "hohe b" bzw h gewöhnen konnte, weil es noch schlimmer aussieht... ich weiß noch, wir hatten ein Chorstück, "Ave Maria" von Holst für 8 Frauenstimmen, da muss der 1. Sopran ein b2 4Schläge aushalten, und wir saßen vor diesem hohen b und uns stand der Schweiß auf der Stirn, weil der Ton so gemein aussieht... wenn da ein Ais 2 gestanden hätte, hätte sich keiner n Kopp drumm gemacht... schon lustig! :-)

Aber du müsstest das doch gewohnt sein, als Sopran hat man doch öfter solche Töne, oder singst du sonst eher tiefere Sachen?

LG, Cali


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BeitragVerfasst: 13.05.2007, 20:43 
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Warum ist denn das gis für dich noch Mittellage? Bist du Mezzo oder Sopran?
Also mein übergang ist bei e2/f2.

Wenn ich mir die Noten so anschaue hätte ich wahrscheinlich ähnliche Probleme. Das Gis ist ja ein Sprung und das ist oft einfach finde ich, weil ich jetzt z.B bei dem As die Töne irgendwie nach oben stämme und dann am Ende verkrampfe, weil ich zu viel Kraft aufwende und das Gefühl hab mit Gewichten einen Berg hochzulaufen. Bei dem Sprung nehme ich das gis locker und kann dann alles so nach unten fallen lassen (man springt vom Berg :lol: )

LG Leila


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BeitragVerfasst: 13.05.2007, 21:20 
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hallo romilda,

es ist ein großer unterschied, ob man in kleinen schritten zu einem as2 hoch muß, auf dem dann auch noch ein i ist oder mit einem sprung auf den gleichen ton mit einem o darauf.

ich bin zwar mezzo, habe aber auch immer gern mal sopranarien gesungen und hatte damals mit porgi amor an der stelle auch erst probleme, bis ich auf die idee kam, das erst mal auf a (morar) zu singen und die dabei vorhandene lockerheit auf das i zu übertragen.

genaues und wirklich hilfreiches kann man dazu allerdings auch nur sagen, wenn man die betreffende sängerin hört und sieht.

was sagt denn dein lehrer dazu?

liebe grüße
kaja


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BeitragVerfasst: 13.05.2007, 22:06 
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Registriert: 27.01.2006, 00:14
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Hallo Romilda, ich sehe das genau wie kaja und habe/hatte auch ähnliche Probleme. Das Problem ist wohl auch, dass die Kehle dazu tendiert, bei solchen Notenfolgen wie in "Porgi amor" mit jedem Tion höher zu steigen, während sie bei der Rosina ja kaum Zeit hat, solche Spirenzchen zu machen.
Das wäre zumindest meine Erklärung.

LG

Octaviane

_________________
„Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste.“
(T. Fontane)

"Koloratursopran, der: Jemand, der den richtigen Ton nicht findet, aber eine Menge Spaß hat ihm hinterher zu jagen" (Anonym)

http://www.sopranodrama.de


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BeitragVerfasst: 13.05.2007, 23:45 
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Vieles ist schon gesagt worden:

Das I macht tendenziell eng (obwohl es einer meiner Lieblingsvokale ist, aber in der Hoehe ist es trotzdem fies), das O haelt die Kehle tiefer und den weichen Gaumen eher angehoben (obwohl man das willentlich beeinflussen kann).

Dann ist ein kurzer Sprung wesentlich einfacher zu bewerkstellligen als eine langsam ansteigende Tonfolge, in der Rosina wird das Gis ausserdem nahezu nur angetippt, bevor der Lauf wieder nach unten geht, waehrend bei der Graefin das As ausgehalten werden muss.

Insgesamt liegt die Graefin-Arie ausserdem hoeher, und das fuehrt dazu, dass die Kehle meist so schon hochgeht, wenn man nicht aufpasst, waehrend man bei der Rosina viel mehr Zeit zum zwischenzeitlichen Abspannen hat.
Mir macht z.B. auch das langausgehaltene h bei der Rosina nix aus, waehrend ich mit Porgi amor ueberhaupt nicht klarkomme (ist aber auch nicht meine Tessitura, liegt eben hoeher).

Ich wuerde empfehlen, die Problemstellen vielleicht mal auf Vokalreihen ohne Konsonanten zu singen, denn die machen am Anfang auch erst mal gerne zu. Wenn das dann irgendwann gut geht, kann man die Konsonanten wieder einfuegen ...


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BeitragVerfasst: 14.05.2007, 18:57 
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Oh, das hatte ich garnicht beachtet, dass da ja einmal ein Sprung war und einmal keiner! Ich dachte du meintest das eher so im Allgemeinen!
Also, dann versteh ich das! Ich kenn das bei zwei Stücken, das eine ist zwar ein Frauenchor-Stück, kein Solo, aber da sind zwei ganz fieße h2 nach einander (angefangen auf Vokal "e", was auch besonders fieß ist, und am Anfang der Phrase!) , und da bin ich echt froh, wenn ich die zwei Töne schön hinbekomme, und vor allem mit Körperklang, nicht gepiepst! Aber in der Despina-Arie macht mir das h2 überhaupt keine Probleme, weil es so schön "hochgeschliffen" wird, vom g2 aus! Da ist mir dann auch der Vokal "i" wurscht!

LG, Cali


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 14.05.2007, 20:57 
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Hallo zusammen

Vielen Dank für Eure Meinungen. Ich glaube auch, dass es zum einen an der "mentalen Beeinflussung" liegt, aber andererseits auch daran, wie die Töne eingebunden sind, eben dieser fiese, langsame Aufstieg bei der Gräfin geht ganz schön an die Substanz, während die Rosina einfach so locker flockig dahinkullert. :lol:
Natürlich drücken diese Arien zwei völlig unterschiedliche Stimmungsbilder aus, was es vielleicht ebenfalls noch schwieriger macht, dass ein Gis der Rosina halt eben nicht ein As bei der Gräfin sein kann...

Natürlich übe ich beide Arien auf verschiedenen Vokalen oder sogar geschnaubt, aber mein Wunschtraum wäre, dass ich das As der Gräfin in der gleichen Qualität wie das Gis der Rosina hinkriege.

Klar, die Gräfin ist insgesamt höher, und ich habe schon gemerkt, dass ich unmöglich irgendeine tiefere Arie singen kann und anschliessend die Gräfin.
Das geht definitiv nicht (ist aber wieder ein anderes Thema, eher das der "Einstellung" und "Justierung" auf eine bestimmte Höhe).

Na ja, vielleicht lasse ich mal die Rosina ein bisschen jammern und lamentieren wie die Gräfin oder umgekehrt... :pfeif:

Liebe Grüsse,
Romilda


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 14.05.2007, 21:07 
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kaja hat geschrieben:
es ist ein großer unterschied, ob man in kleinen schritten zu einem as2 hoch muß, auf dem dann auch noch ein i ist oder mit einem sprung auf den gleichen ton mit einem o darauf.

ich bin zwar mezzo, habe aber auch immer gern mal sopranarien gesungen und hatte damals mit porgi amor an der stelle auch erst probleme, bis ich auf die idee kam, das erst mal auf a (morar) zu singen und die dabei vorhandene lockerheit auf das i zu übertragen.


Hallo Kaja

Ooops, ich sehe Deinen Beitrag erst jetzt... ja genau, diesen "Trick" wende ich auch an, indem ich morar, statt morir singe.

Mit meiner Lehrerin habe ich diese Frage (noch) gar nicht diskutiert, denn das ist mir erst nach meiner letzten Gesangsstunde so richtig aufgefallen, da ich eigentlich vorher die Gräfin abgeschlossen hatte und danach mit der Rosina begann.

Meine letzte Gräfin war ein "Höhenflug", bei dem ich von meiner GL nur zu hören bekam: "Ich weiss nicht, was ich hier noch motzen sollte..., einwandfreie Leistung!"
Aber ich bin selbstkritisch genug, dass ich weiss, dass ich solch einen Höhenflug nicht beliebig wiederholen kann, deshalb eben mache ich mir ständig noch Gedanken, wie das alles zu verfestigen ist.

Aber immerhin finde ich es schön, dass sogar Profis oder Halbprofis an genau denselben Stellen zu kämpfen haben... wenn man Konzerte oder Opern hört, tönt das immer so einfach. :lol:

Liebe Grüsse,
Romilda


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