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 Betreff des Beitrags: Echo-Preisverleihung 2008
BeitragVerfasst: 20.10.2008, 15:36 
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Hallo ihr Lieben
Bin gerade mal kurz aus den Bettchen gekrochen, weil mir eine Frage durch den Kopf geht.Gestern sah ich die Echo-Preisverleihung, u.a wurde ja auch eine Opera senza, nach Don Giovanni dargeboten. Nun weiß ich, das "senza"-ohne heißt, das bezieht auf das Orchester,nur wurde mir nicht ganz klar, wann diese Gattung entstanden sein soll?Was da gesagt wurde, konnte ich nicht nachvollziehen.Mir sind die Gattungen Operea seria-ernste Oper,im Gegensatz zu Oper buffa-fröhliche Oper bekannt.Dann natürlich auch Ope'ra comique-als eine in Frankreich, entstandene komische Oper. Und bei Opera semiseria- um eine halberste, sowie Opera bouff'e, ein franz. Operettenstil ( Offenbach)
Die Opera senza finde ich in meinem Musiklexikon nichts, obwohl ich im Zusammenhang mit Georg Philipp Telemann und van Beethoven etwas im Hinterkof gespeichert habe.
Wann also ist diese Gattung entstanden? Wer kann die Frage beantworten?
Viele Grüße sendet euch
Joachim


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 Betreff des Beitrags: Re: Echo-Preisverleihung 2008
BeitragVerfasst: 20.10.2008, 18:08 
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Hallo Joachim,

so wie ich es verstanden habe handelt es sich ja dabei nicht um eine "echte" Oper im Sinne einer szenischen Inszenierung mit Gesang sondern eben um ein "Medley"oder Pottpourri der bekanntesten Arien aus einer Oper, das konzertant damals am Hofe zur Unterhaltung der Gesellschaft gespielt wurde.Insofern ist sie Opera senza sicher nicht auf der gleichen Ebene wie Opera seria/buffa oder comique zu diskutieren, bzw. kann eigentlich nicht verglichen werden. Ob man sagen kann, wann dies entstanden ist oder wer zuerst die Idee hatte, Oper einem erlauchten Publikum auf diese Art und Weise zu präsentieren, entzieht sich auch meiner Kenntnis. Aber fest steht, dass es natürlich weniger aufwändig war, da man nur ein paar Bläser und einen Kontrabass brauchte (das war wohl die Urbesetzung).


LG Silje

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 Betreff des Beitrags: Re: Echo-Preisverleihung 2008
BeitragVerfasst: 20.10.2008, 19:08 
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ähem...


("opera senza" heißt das Bläserensemble, das den Preis gewonnen hat für die Kammermusikeinspielung des Jahres...)

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Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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 Betreff des Beitrags: Re: Echo-Preisverleihung 2008
BeitragVerfasst: 20.10.2008, 20:02 
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Hallo Pestoso,

ist dem wirklich so ?? Oh, peinlich..da standen wir ja beide (Joachim und ich) auf dem Schlauch. Abgesehen davon sprach der Moderator nichtsdestotrotz davon, wie damals bei Hofe die Adligen unterhalten wurden, eben mit dieser "Medley-Form". Und darum ging es Joachim ja.

Lg Silje

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 Betreff des Beitrags: Re: Echo-Preisverleihung 2008
BeitragVerfasst: 20.10.2008, 20:16 
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Nun hab ichs(grob zusammengefasst): Josef Triebensee schrieb im 18 Jahrhundert den Don-Giovanni-Zusammenschnitt.Man nannte das damals Harmoniemusik. Er war selbst Oboist und Komponist und hatte Geschäftssinn. Er wußte also, was gut ankam und da bestimmte Blasinstrumente unempfindlich gegen Witterungsbedingungen waren, schrieb er das Bläserarrangement, um die z.Bsp. im Park Lustwandelnden zu unterhalten.

Lg Silje

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 Betreff des Beitrags: Re: Echo-Preisverleihung 2008
BeitragVerfasst: 21.10.2008, 08:19 
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Hallo
Vielen Dank, ich stand nicht auf dem Schlauch, weil ich gesagt habe, das ich Opera senza, als "Operngattung" nicht kenne, deshalb musste es einen anderen Grund geben.Das sich das Orchester so nennt, wusste ich allerdings auch nicht.
Ich bin nur stutzig geworden, da doch eigentlich die typische Unterhaltungsform, zu der Zeit, die Divertimenti waren. Sie dienten der Unterhaltung und Zerstreuung.Zum Beispiel Mozarts Divertimento für 3 Bassetthörner, KV 439b ist doch imgrunde genommen, ähnlich wie das was Opere senza spielt.Oder das Divertimento Nr.10 von Mozart, wurde für 2 Violinen, Viola, Violoncello und 2 Hörner geschrieben.
Und soweit ich das verstanden habe ( diese Einschränkung mache ich immer), spielt das Orchester Oper senza,eigentlich eine Art Divertimenti, zumindest was die Intrumente anbelangt.Wie heißt also diese Musikform. Vielleicht kann das TM Pestoso ( die Pest oder der Pest)darauf beantworten
Vielen Dank für die Beiträge.
Gruß
Joachim


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 Betreff des Beitrags: Re: Echo-Preisverleihung 2008
BeitragVerfasst: 21.10.2008, 09:16 
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Zitat:
Josef Triebensee schrieb im 18 Jahrhundert den Don-Giovanni-Zusammenschnitt. Man nannte das damals Harmoniemusik. Er war selbst Oboist und Komponist und hatte Geschäftssinn. Er wußte also, was gut ankam und da bestimmte Blasinstrumente unempfindlich gegen Witterungsbedingungen waren, schrieb er das Bläserarrangement, um die z.Bsp. im Park Lustwandelnden zu unterhalten.


Bearbeitungen von Opern (und Symphonien und anderer großbesetzter Werke) für kleine Bläserbesetzung/Kammermusikensemble/Klavier waren bis in das 20. Jh. allgemein üblich und weit verbreitet. (Die früher häufig verwendete Klavierschule von Gustav Damm besteht z.B. zu einem nicht unerheblichen Anteil aus solchen Bearbeitungen)
Es gab ja schließlich noch keine Tonträger, und wer Musik haben wollte, mußte sie selber machen (oder allenfalls im Rahmen seiner eigenen Möglichkeiten machen lassen) ...

Im Finale des Giovanni selbst kommt auch eine Harmoniemusik vor, ein Medley aus dem Figaro, von Mozarts eigener Hand. Leporello kommentiert es mit Questa poi la conosco pur troppo

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