hallo,
zwei Sachen:
Im Oratorienbereich ist die Orgel m. E. für vieles (nicht alles) insofern angenehmer, weil sie Liegetöne prodiziert, was das Klavier nicht kann. Wie schon von meiner Vorrednerin gesagt, ergibt sich damit ein Klangteppich, der einen trägt.
Zum Thema bezahlt singen und die Abgrenzungen Schüler, Hobby, Profi:
Ich denke doch, dass wir darauf hinarbeiten sollten, dass zumindest Teil - Aufwandsentschädigungen herauskommen. Dass das nicht immer möglich und bei jedem kostendeckend ist, muss man, denke ich, in Kauf nehmen.
Trotzdem: Was wir machen, ist eben kein Hobby - Bauchtanz, Studentenklamauk, Laien - Brettlbühne oder Karaoke - Gekrähe, sondern ich denke doch, dass ein Niveau erreicht ist, dass "Hobby" übersteigt und wo bei jedem eine Menge Arbeit dahintersteckt.
Die Stücke, die wir machen, sind oft große Oper bzw. aus den großen Oratorien, also anspruchsvolles Repertoire, und um dieses einem Publikum zu präsentieren, braucht es die gleiche Intensität der Vorbereitung wie bei Profis. Schüler im Sinne von Anfängern machen bei uns schon lange nicht mehr mit, obwohl wir so ziemlich alle Lehrer haben und auch immer wieder brauchen.
Auch auf den kleinen Bühnen darf man nicht so singen, dass es spürbar ist, wenn eine Stimme noch einen Ausbildungsstand im Aufbau hat. Das Publikum möchte Stimmen genießen können, die der Literatur gewachsen sind und soll eben nicht gleich drauf gestoßen werden, dass das ja "nur" Amateure sind.
Wenn kein Sponsor aufzutreiben ist oder kein volles Haus zustandekommt, geht es eben auf Einnahme (Spenden oder Eintritt), und wenn das nach allen Abzügen nicht reicht, kommt eben nichts heraus. Ist in diesem Umfeld die gerechteste Methode und wird auch - außer bei Benefiz - so praktiziert.
Ich möchte hier nicht auf Anfängern herumhacken o. ä. - das waren alle mal und zu dieser Phase hätte ich mich gar ncht auf solche Bühnen getraut - nur dem Kleinreden von wegen Laien, Hobby, Amateure entgegenwirken.
Wir tun nichts anderes als diejenigen, die davon leben, dass sie hier und da engagiert werden, nur in der Regel wegen unserer Hauptjobs vielleicht seltener.
LG
dola