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 Betreff des Beitrags: Standardwerke für Sopranistinnen
BeitragVerfasst: 05.01.2009, 13:25 
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Ihr Lieben,

gibt es im Bereich der Oratorien bzw. Kirchenmusik Werke, die man als Solistin (Sopran) unbedingt "drauf" haben sollte ?

Es gibt ja unzählige Werke, und bisher habe ich halt einfach drauflos gelernt, wenn etwas angefragt wurde. Es wäre ja aber ganz praktisch, vielleicht so einiges in Reserve zu haben ?

T.M.Pestoso, vielleicht kannst Du da aus dem Nähkästchen plaudern ? Wofür findet der KiMu problemlos eine Einspringerin, wofür muss er länger suchen ? Oder wäre solch eine Frage in der KiMu-Liste besser aufgehoben ?

Neugierige Grüsse sendet Casta

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BeitragVerfasst: 05.01.2009, 14:56 
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Hallo Casta,

eigentlich sollte eine Sopranistin alle Mozartmessen, Haydnmessen und die bekannten Oratorien im Repertoir haben, es kann immer sein dass plötzlich jemand einen Sopran sucht und dann muss es oft schnell gehen.
Ich bin schon von heute auf morgen eingesprungen, kommt nicht so selten vor.

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BeitragVerfasst: 05.01.2009, 22:05 
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Liebe Musika,

genau dies war der Grund meiner Frage. Ich brauche leider immer ewig, etwas einzustudieren und mich dann auch damit wohlzufühlen. Gerade bereite ich den Messias in Englisch vor - das ist nun nichts, was ich mir über Nacht zutrauen würde.

Vielleicht kommen ja noch ergänzende Antworten - mich würden natürlich auch die "Orchideen" im Repertoire interessieren.

Liebe Grüsse sendet Casta

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BeitragVerfasst: 05.01.2009, 22:48 
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Es sind eigentlich alles Orchideen, besonders die Haydn Messen, sie sind sehr umfangreich, oder die großen Mozartmessen, daraus hast du ja schon ein Highlight.

:n99:

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BeitragVerfasst: 06.01.2009, 00:25 
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Hallo,
ich glaube hier geht es auch darum, geziehlt sich so vorzubereiten, dass man vom Blatt diese Stücke darbieten kann. Der Vorteil - bei Kirchenmusik haben wir ja die Noten vor uns !
"Vom Blatt" soll aber nicht bedeuten - mit niedrigerem Niveau !

Auf diese Art des Vortrags könnte man sich vorbereiten, das sehe ich als die pragmatischste Lösung an.

Nur eine Meinung von einem, der auch gerne nach Standardwerken sucht. :fidel

LG rugero

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BeitragVerfasst: 06.01.2009, 11:58 
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Was ich mich auch frage - Sollte jeder Sopran jedes Standardwerk draufhaben? Immerhin ist Sopran ja nicht gleich Sopran, Bariton nicht gleich Bariton usw. Wenn ich von mir ausgehe, so habe ich mir die Sopranarien aus der Schöpfung (um beim Beispiel Haydn zu bleiben) in der Tat schon angesehen, muss aber gestehen, dass es Stücke gibt (auch im kirchlichen Bereich), die mir definitiv besser in der Kehle liegen und ich meine auch, dass da ein anderer Stimmtyp gefragt ist. Wobei es ja auch bei Kirchenmusikern unterschiedliche Geschmäcker geben soll. Also sind Mozartmessen und Haydn in meinem Fall wahrscheinlich "grenzwertig", d.h. es kommt drauf an, welche Art von Stimme der betreffende KiMu bevorzugt (und wie die Stimmen der anderen Solisten beschaffen sind), aber bei vielen Bach-Oratorien stehe ich dann doch vor dem "Problem", dass meine Stimme für die Sopranpartie zu mächtig ist - und der Alt in einer mir nicht genehmen Lage liegt. Also frage ich mich, ob ich mir überhaupt die Mühe machen sollte, diese "Standards" zu lernen, wenn die Wahrscheinlichkeit, dass ich dafür mal gebucht werde, eh verschwindend gering ist, weil andere Stimmen einfach besser passen? Oder anders: Wenn ich im WO den Sopran singe, wer singt denn dann bitte den Alt?
Oder traue ich mir zu wenig zu und sollte einfach mal vorsingen ,um zu sehen, wie meine Stimme in der Kirchenmusik ankommt? Stecke ich mich mit meiner Einstellung womöglich selbst in eine bestimmte Schublade und nehme mir damit gewisse Optionen?

Natürlich macht es aber auch für Soprane wie mich Sinn, Bach mit ins Überepertoire zu nehmen, um bestimmte Dinge zu schulen, auch wenn ich in der Öffentlichkeit mich wohl eher (im KiMu-Bereich) mit Mendelssohn, Brahms oder Verdi präsentieren werde.

Nur meine paar Gedanken zu diesem Thema

LG

Octaviane

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BeitragVerfasst: 06.01.2009, 12:52 
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Hallo Octaviane,

ja, man muss unterscheiden zwischen deiner Stimme und die von Casta als Beispiel.

In der Tat ist deine Stimme anders einzusetzen, Mozart liebte helle Stimmen, Haydn geht noch je nach Stück.

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BeitragVerfasst: 06.01.2009, 17:14 
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Leute, macht's doch nicht gleich wieder so kompliziert!

die Frage von Casta, so wie ich sie verstanden habe, war doch nur: "Was sollte ich als Sopranistin können, damit ich, wenn ich gefragt werde, sagen kann: klar, hab ich drauf!" und nicht erst anfangen muß, die Partie einzustudieren. Ob das dann etwas ist, das sie tatsächlich auch singen möchte oder es gar als nicht zu ihrem Stimmtyp passend empfindet, kann sie (und können andere) dann immer noch entscheiden.

Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß irgendein Kirchenmusiker, auch an großen Kirchen, der eine Solistin für die Messe für heute oder an Ostern oder wann auch immer benötigt, sagt "Nö, also die Stimme für DIESE Partie stell' ich mir GANZ anders vor, das ist wohl nichts für dich!" Ich kenne zwar welche, die sind extrem wählerisch, aber ich kenne keinen, der soweit gehen würde. Wieso braucht Mozart helle Stimmen? Wo steht das? Weil wir das so gewohnt sind? Das ist doch nur ein Frage der persönlichen Präferenz. Braucht die Gräfin im Figaro eine helle Stimme? Braucht sie dann die Sopranistin in der Krönungsmesse auch, die im Agnus Dei notengenau das gleiche singt wie die Gräfin in Dove sono?

Wenn die Frage tatsächlich darauf abgezielt hat, was "normalerweise" so im Lande an Kirchenmusik und Oratorium gesungen wird: Lasst uns doch erst mal das Repertoire zusammenstellen! Das ist dann vermutlich sowieso so umfänglich, daß sich eine komplette Erarbeitung von selbst verbietet. Andererseits ist die Beschäftigung damit auch nur für sich genommen schon lohnend.

Also, ich fang mal an, was mir dabei so in den Sinn kommt, ohne Anspruch auf auch nur annähernde Vollständigkeit:

Musika hat es schon erwähnt: Alle (Josef) Haydn- und (W.A.) Mozart-Messen. Obwohl: Alle Mozartmessen wäre fast zu viel. Für den Kirchenbedarf wären Prio 1 diejenigen mit 200er und 300er KV-Nr., Prio 2 die mit 100er KV-Nr und die Dominicusmesse KV 66. Für das Konzertpodium Requiem und das Fragment KV 427. KV 49 und die an sich wunderschöne d-moll-Messe KV 65 werden eigentlich nie gegeben. Dazu käme noch Exultate, jubilate und vielleicht die drei Vespern KV 193 (Dixit & Magnificat), KV 321 und KV 339. Bei Haydn kommt dann noch die Schöpfung dazu

Schubert: für die Kirche die G-Dur- (und evtl F-Dur-)Messe, für das Podium die drei "großen" Messen 4-6 in C, As und Es (besonders die beiden letzten)

Gounod: Cäcilienmesse

Beethoven: Christus am Ölberg und die beiden Messen

Händel: Messias, evtl. auch Israel in Egypt, Utrechter und Dettinger Te Deum

Mendelssohn: Elias und evtl. den Paulus

Bach: MaPa, JoPa, WO 1&2 (WO 3&4 wird bekanntlich seltener aufgeführt, 5&6 noch seltener) h-moll-Messe, Magnificat

Zu Weihnachten für die Kirche, zumindest im süddeutschen Raum: Die beiden Pastoralmessen von Karl Kempter (mindestens die "große"!), die sog. "Christkindlmesse" von Ignaz Reimann und die Pastoralmesse F-Dur von Diabelli.

Bruckner: Te Deum

...geschätzte 95% von allem, was so aufgeführt wird...
to be continued...

viele Grüße
TMPestoso

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Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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BeitragVerfasst: 06.01.2009, 17:42 
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Ja, manchmal denke ich in der Tat wohl zu kompliziert :ruhe:

Das ist auf jeden Fall eine tolle Liste und ich werde mir nun sicher einige Messen oder Oratorien einmal ansehen und wenn _ich_ mich damit stimmlich wohlfühle, wohl auch einstudieren.

So, und nun muss ich nur noch im Lotto gewinnen, um nicht mehr arbeiten zu müssen und Zeit zu haben, all diese schöne Musik zu lernen :n1:

Liebe Grüße

Octaviane

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BeitragVerfasst: 06.01.2009, 19:40 
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T M Pestoso hat geschrieben:
Leute, macht's doch nicht gleich wieder so kompliziert!

die Frage von Casta, so wie ich sie verstanden habe, war doch nur: "Was sollte ich als Sopranistin können, damit ich, wenn ich gefragt werde, sagen kann: klar, hab ich drauf!" und nicht erst anfangen muß, die Partie einzustudieren. Ob das dann etwas ist, das sie tatsächlich auch singen möchte oder es gar als nicht zu ihrem Stimmtyp passend empfindet, kann sie (und können andere) dann immer noch entscheiden.

Genau so ist es, man muss es drauf haben, es gehört einfach zum Repertoire, wenn man sich nicht den Stress antun will und anfängt zu lernen, wenn der Konzerttermin feststeht.

Zitat:
Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß irgendein Kirchenmusiker, auch an großen Kirchen, der eine Solistin für die Messe für heute oder an Ostern oder wann auch immer benötigt, sagt "Nö, also die Stimme für DIESE Partie stell' ich mir GANZ anders vor, das ist wohl nichts für dich!" Ich kenne zwar welche, die sind extrem wählerisch, aber ich kenne keinen, der soweit gehen würde. Wieso braucht Mozart helle Stimmen? Wo steht das? Weil wir das so gewohnt sind? Das ist doch nur ein Frage der persönlichen Präferenz. Braucht die Gräfin im Figaro eine helle Stimme? Braucht sie dann die Sopranistin in der Krönungsmesse auch, die im Agnus Dei notengenau das gleiche singt wie die Gräfin in Dove sono?

Ich denke, Opernarie Mozart ist schon ein anderes Kaliber als das Solo in der Krönungsmesse
Zitat:

Bei vielen Kantoren muss vorgesungen werden, ob die Stimme dann den Vorstellungen des Kantors entspricht, je nach Werk, wird er dann entscheiden. Schwere Stimmen finde ich für kleine Mozartmessen nicht so toll, ein dramatischer Sopran wäre da meiner Meinung fehl am Platze. Bei Haydn sieht es bei großen Werken schon anders aus.

Ich habe den Vergleich von Casta und Octaviane genommen, beides Sopran, aber nicht beide dasselbe Repertoire.
Zitat:
Wenn die Frage tatsächlich darauf abgezielt hat, was "normalerweise" so im Lande an Kirchenmusik und Oratorium gesungen wird: Lasst uns doch erst mal das Repertoire zusammenstellen! Das ist dann vermutlich sowieso so umfänglich, daß sich eine komplette Erarbeitung von selbst verbietet. Andererseits ist die Beschäftigung damit auch nur für sich genommen schon lohnend.

Also, ich fang mal an, was mir dabei so in den Sinn kommt, ohne Anspruch auf auch nur annähernde Vollständigkeit:

Musika hat es schon erwähnt: Alle (Josef) Haydn- und (W.A.) Mozart-Messen. Obwohl: Alle Mozartmessen wäre fast zu viel. Für den Kirchenbedarf wären Prio 1 diejenigen mit 200er und 300er KV-Nr., Prio 2 die mit 100er KV-Nr und die Dominicusmesse KV 66. Für das Konzertpodium Requiem und das Fragment KV 427. KV 49 und die an sich wunderschöne d-moll-Messe KV 65 werden eigentlich nie gegeben. Dazu käme noch Exultate, jubilate und vielleicht die drei Vespern KV 193 (Dixit & Magnificat), KV 321 und KV 339. Bei Haydn kommt dann noch die Schöpfung dazu.

Schubert: für die Kirche die G-Dur- (und evtl F-Dur-)Messe, für das Podium die drei "großen" Messen 4-6 in C, As und Es (besonders die beiden letzten)

Gounod: Cäcilienmesse

Beethoven: Christus am Ölberg und die beiden Messen

Händel: Messias, evtl. auch Israel in Egypt, Utrechter und Dettinger Te Deum

Mendelssohn: Elias und evtl. den Paulus

Bach: MaPa, JoPa, WO 1&2 (WO 3&4 wird bekanntlich seltener aufgeführt, 5&6 noch seltener) h-moll-Messe, Magnificat

Zu Weihnachten für die Kirche, zumindest im süddeutschen Raum: Die beiden Pastoralmessen von Karl Kempter (mindestens die "große"!), die sog. "Christkindlmesse" von Ignaz Reimann und die Pastoralmesse F-Dur von Diabelli.

Bruckner: Te Deum

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Nicht zu vergessen die Waisenhausmesse von Mozart.

Dvorak: Requiem, Stabat Mater ... usw.

Brahms: Requiem

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BeitragVerfasst: 06.01.2009, 20:02 
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Das Verdi - Requiem wäre speziell für Casta auch nicht verkehrt.

LG
dola


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BeitragVerfasst: 06.01.2009, 21:49 
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Zitat:
Ich denke, Opernarie Mozart ist schon ein anderes Kaliber als das Solo in der Krönungsmesse


das hängt davon ab WIE groß die Kirche ist, und ob man's so singen soll (oder will) wie beim Kirchenchor in Hintergraswachshöring... *bg*

Nein, im Ernst: Auch der Salzburger Dom wollte (und will) gefüllt werden...
und eine Wagnerstimme, oder jemand mit einem Riesenvibrato möchte ich in dieser Partie (und auch bei den anderen Solisten) auch nicht wirklich hören. Insofern hast Du natürlich recht, daß nicht jede Stimme passt. Aber Brünnhilde und Riesenvibrato mag ich in der Kirchenmusik auch sonst nicht, das ist meiner Ansicht dafür einfach das falsche Genre, nicht nur bei Mozart. Aber das ist meine ganz persönliche Präferenz.


Fortsetzung der Liste:

Dvorak: Messe in D, Te Deum

Bach, Actus tragicus BWV 106, Sopranfassung der Kantate "ich habe genug" BWV 82

Graun, der Tod Jesu


viele Grüße
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BeitragVerfasst: 06.01.2009, 21:54 
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was in letzter zeit auch wieder vermehrt aufgeführt wird (weil einerseits nicht allzu schwer und andererseits SEEEHR effekvoll) ist die Jubelmesse von C.M.v.Weber

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Zitat:

Nein, im Ernst: Auch der Salzburger Dom wollte (und will) gefüllt werden...
und eine Wagnerstimme, oder jemand mit einem Riesenvibrato möchte ich in dieser Partie (und auch bei den anderen Solisten) auch nicht wirklich hören. Insofern hast Du natürlich recht, daß nicht jede Stimme passt. Aber Brünnhilde und Riesenvibrato mag ich in der Kirchenmusik auch sonst nicht, das ist meiner Ansicht dafür einfach das falsche Genre, nicht nur bei Mozart. Aber das ist meine ganz persönliche Präferenz.

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Genau das ist es... :n99:

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BeitragVerfasst: 07.01.2009, 10:22 
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Zitat:
Genau das ist es...


Was genau? Daß Brüllhilde und Riesenvibrato in der Kirchenmusik generell unpassend sind, oder daß das nur meine persönliche Präferenz ist?

;-)


Nachtrag zur Repertoire-Liste:
Die gilt natürlich für die anderen Stimmen auch! (sofern die darin vorkommen...)

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T M Pestoso hat geschrieben:
Zitat:
Genau das ist es...


Was genau? Daß Brüllhilde und Riesenvibrato in der Kirchenmusik generell unpassend sind, oder daß das nur meine persönliche Präferenz ist?
;-)
Nachtrag zur Repertoire-Liste:
Die gilt natürlich für die anderen Stimmen auch! (sofern die darin vorkommen...)
:verdacht

Zitat:
Aber Brünnhilde und Riesenvibrato mag ich in der Kirchenmusik auch sonst nicht, das ist meiner Ansicht dafür einfach das falsche Genre, nicht nur bei Mozart. Aber das ist meine ganz persönliche Präferenz.


Da sind wir uns einig, das ist auch meine persönliche Präferenz. :dafür:

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BeitragVerfasst: 07.01.2009, 11:19 
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Wobei eine Brünhilde kein Riesenvibrato haben muss .... (jetzt muss ich doch auch mal für die Wagnersoprane in die Bresche springen, pffff... :verdacht)

Ansonsten gestehe ich aber, dass auch ich andere Stimmen als einen ausgewachsenen Wagnersopran in der Kirchenmusik bevorzuge. Aber aufgrund der Seltenheit von echten Wagnersopranen wird man diese wohl auch nicht so oft in diesem Bereich antreffen.

Liebe Grüße

Octaviane

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Och Mensch, wo doch die Brüllhilde meine absolute Traumrolle ist.... ;-) - (die ich aber wohl niemals grölen darf) :pfeif:

Ganz ohne Flachs - vielen Dank an TM Pestoso, meine Frage war genau so gemeint, wie Du es aufgefasst hast. Eine solche Liste finde ich ausserordentlich hilfreich. Und mit dieser Liste kann man dann (@Octaviane, ich verstehe Deine Vorbehalte durchaus und teile manche - würde aber eher gucken, was ich kann und nicht Reklame machen, was ich (noch) nicht kann) ganz pragmatisch durchgucken... was passt (für meine Stimme), was kann ich gut anbieten - überspitzt formuliert - womit kann ich mich gut verkaufen.

Hintergrund meiner Frage war ein "Vorsingen", das hier von der Vereinigung der Chorleiter der Region einmal jährlich mit genauen Spielregeln durchgeführt wird. Ich habe mich letztlich als Vorsingstücke für "Et incarnatus est" aus der grossen c-moll Messe von Mozart entschieden, obwohl ich an den anderen Nummern noch viel arbeiten muss und einmal deutsch - Bach - entschieden, obwohl ich Bach sehr gerne höre, aber es sehr schwer zu singen finde. Vor einiger Zeit hatte ich für ein Vorsingen in kurzer Zeit die Cäcilienmesse einstudiert - und wurde natürlich nicht genommen, ich hätte mich auch nicht genommen, weil ich zu unsicher war.

Aus meiner Zeit als Kontrabassistin erinnere ich, dass die Muggen im Allgemeinen von Mal zu Mal vergeben werden - dass man einen Fuss eigentlich nur als Einspringer reinbekommt. Und einspringen kann man halt nur, wenn man entsprechend vorbereitet ist.

@Dola - wie lieb, dass Du mich für mein absolutes Lieblingsrequiem geeignet findest. Ich persönlich würde mir für dieses Werk aber eine dunkler timbrierte Stimme vorstellen - obwohl ich es toll zu singen finde. Ich bin da einfach von Julia Varady geprägt - ich hatte sie hier unter Giulini damit gehört... und danach für den Chor vorgesungen....

Noch ein Schmankerl zu Besetzungsfragen: In meinen Konzertchorzeiten stand mal das Brahms Requiem auf dem Programm. Als Solistin für das wundervolle Sopran-Solo war Renee Fleming vorgesehen, die grade auch für ein anderes Konzert in Paris weilte. Aus unerfindlichen Gründen bekamen wir sie nicht zu Gesicht (das andere Konzert fand aber statt). Einspringerin war Christine Schäfer, die das ganz wunderschön - aber eben mit einer vom Material her doch sehr anderen Stimme sang.

Ich wünsch Euch alles Liebe und frohes Trällern.... Rejoice, Rejoice....

Liebe Grüsse von Casta


Noch ein P.S.

Als ich für den Messias vorgesungen habe - und leider noch nicht sehr "bereit" war, weil ich mich um das Rejoice wegen der Läufe immer gedrückt hatte, erzählte mir der Chef, dass er mich von einer Organistin empfohlen bekommen hätte - als "Opernstimme". Da er sich einige grosse Kirchen in Paris ausgesucht hat und seine Tempovorstellungen gut zu meinen passen, werden wir also 5 Konzerte Messias zusammen machen - die Sopranistin, mit der er sonst gearbeitet hatte, konnte zu den Terminen nicht und ich bin ihr sehr dankbar.
Mit dieser Organistin hatte ich an Pfingsten zur Konfirmation zusammen gearbeitet - und sie war sehr überrascht, wie sich die Stimme entwickelt hatte (wir kennen uns schon sehr lange). Witzigerweise halten manche Leute eine gut platzierte, eher lyrische Stimme für eine grosse Stimme.... davon profitiere ich. Sie hat mich jetzt schon mehrfach weiterempfohlen und auch ihr bin ich sehr dankbar.

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Zuletzt geändert von LaCastafiore am 07.01.2009, 11:45, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 07.01.2009, 17:10 
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Zitat:
Och Mensch, wo doch die Brüllhilde meine absolute Traumrolle ist.... ;-) - (die ich aber wohl niemals grölen darf)


Behold! I tell you a mystery:

Gröl’ doch einfach im Badezimmer! (Tolle Akustik, da!) Oder im Auto! OK, die Blicke der Fußgänger, wenn man an der Ampel steht, muß man halt einfach aushalten…




Brüllhilde:
Können sich die Älteren noch daran erinnern, wie die (älteren) Damen früher in der Kirche gesungen haben? Mit diesem Permanent-Vibrato? Hochgequetscht? Wie Kreis(ch)säge? Ich habe eine alte Aufnahme von Schuberts Deutscher Messe, die in den 50ern von irgendeinem Provinz-Kirchenchor aufgenommen wurde. (Die waren damals bestimmt sehr stolz darauf!) Die singen da genau SO! ALLE! Ha-a-a-a-aili-i-ich, Ha-a-a-a-aili-i-ich, Ha-a-a-a-aiiiili-i-i ich… Uuuaaaahh!

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M. E. sollte man sich nicht schon im Vorneherein irgendeinen Kopf machen, ob denn die Stimme irgendwelchen Moden der Hörgewohnheiten entspricht. Ich sehe z. B. gar nicht ein, dass mich mein Stimmtyp etwa davon abhalten sollte, mich fröhlich mit den Koloraturen des Messias zu befassen. Und wo steht geschrieben, dass Mozart nur mit zierlichen Stimmchen zu besetzen ist. Daran glaube ich angesichts einiger gepfefferter Partien absolut nicht.

Kirchenmusik ist in dieser Hinsicht eben nicht mit Oper vergleichbar, wo man doch auf Rollentypen verteilt wird. Je nach Präferenzen der jeweiligen Dirigenten kann man das meiste aus dieser Literatur mit schwerer oder leichter Stimme singen. Es klingt nur jeweils bisschen anders. Na und? Vielleicht werde ich als Altistin nicht so extrem vorsortiert, aber auch Soprane können hier, denke ich, von der Rollenbesetzungsschiene weggehen.

M. E. dürfte allenfalls so ein Kaliber wie das Verdi - Requiem Opernstimmen erfordern und Tiefe auch bei Sopranen, was aber nicht heißen muss, dass die Stimme nicht hell klingen darf. Es muss unten lediglich durch den Raum tragen.

Ich würde mich eher an der Häufigkeit der Aufführung von Oratorien orientieren, eben daran, was so gängig kirchenjahrbezogen oder auch nicht gemacht wird. Hierzu sind ja schon wichtige Werke genannt und wenn jemand ein selteneres Werk aufführen will, wird man sich aus den SängerInnen, die derjenige kennt, jemanden aussuchen. Vielleicht trifft es einen, das kann man nie voraussagen.

Also, einfach bewerben, mache ich jetzt auch, trotz irgendwelcher Unkenrufe, dass die Stimme für die Kirche nicht geht etc. Die Faktoren, wovon der Zuschlag abhängt sind zu komplex, um von vorneherein irgendwie sich einzuschränken.

LG

dola


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