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 Betreff des Beitrags: Stabat Mater, Pergolesi z.B.
BeitragVerfasst: 21.05.2006, 11:32 
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Hallo,

es taucht immer wieder die Frage auf, ob man aus bestimmten Werken einzelne Arien in Konzerten verwenden soll, wie z.B. aus dem Stabat Mater von Pergolesi. Ebenso aus den Kindertotenliedern. Es gibt noch mehr Beispiele, was meint ihr?

Liebe Grüsse :?:

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BeitragVerfasst: 21.05.2006, 11:56 
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Ich würde diese "ausgewählten" Stücke nur bei einem Konzert einsetzen, in dem die einzelnen Vorträge durch eine Moderatoin verbunden sind und einen musikalischen ( z.B. nur Barockmusik ) oder inhaltlichen ( z.B. Totenlieder, Passionslieder o.ä.) Zusammenhang haben.
Dieser inhaltliche Zusammenhang muß sich dem Zuhörer/der Zuhörerin erschließen, ebenso der Zusammenhang, aus dem die Stücke "entrissen" wurden.

Liebe Grüße
Uralt


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BeitragVerfasst: 22.05.2006, 20:26 
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Hallo Uralt,

das ist eine gute Idee, der Zuhörer sollte schon den Zusammenhang wissen, mit einem Moderator finde ich das ok. Leider ist es oftmals nicht so, wenn dann der Text noch lateinisch ist, weiß der Zuhörer überhaupt nichts von dem Stück.

Liebe Grüsse

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BeitragVerfasst: 22.05.2006, 22:22 
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Ich finde, es muß nicht immer alles so intellektuell gehandhabt werden.
Viele Zuhörer wollen bei einem Konzert einfach nur schöne Musik hören und fertig. Ich finde diese Haltung durchaus legitim.
Insofern würde mich ein Stabat mater ohne Moderation oder sonstige Erläuterungen gar nicht stören.

Gruß,

Silje


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BeitragVerfasst: 23.05.2006, 01:06 
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Ich bin ganz Siljes Meinung und oute mich als Banause Texte interessieren mich nur am Rande :mrgreen :roll: Wenn ich mir ein Konzert anhöre, geht es für mich nur um den Klang, die Musik, die Worte sind mir dabei völlig egal. Da man den Text auch oft nicht gut versteht, konzentriere ich mich lieber auf die Töne, statt zu versuchen, beim Text mitzukommen und die Wörter zu verstehen.


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BeitragVerfasst: 23.05.2006, 09:12 
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Silje hat geschrieben:
Ich finde, es muß nicht immer alles so intellektuell gehandhabt werden.
Gruß,
Silje


Liebe Silje,
in meinem post habe ich kein Wort davon geschrieben, dass irgendetwas "immer" und "muß" und "alles".

Es war nur ein Vorschlag auf die Ausgangsfrage. Auch in meinem Konzert lag der Focus auf der Musik, die Texte waren für die ZuhörerInnen ( da sehr unterhaltsam gestaltet) eine Bereicherung.

Ich denke keineswegs, dass das der einzige Weg ist, einfach nur ein Vorschlag. :roll:

Grüße
Uralt


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BeitragVerfasst: 23.05.2006, 10:09 
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Hallo,
ich kann hier zum Thema Stabat Mater nur ein praktisches Beispiel beisteuern, denn ich habe zu einer Gründonnsteragsandacht zwei Arien herausgenommen.
Das war für niemanden ein Problem. Natürlich ist es schöner, wenn man das Ganze machen kann, aber es wäre einfach zu viel gewesen. Und - wer versteht schon Latein?
Ich persönlich kann eh mit diesem sehr katholischen Inhalt recht wenig anfangen, aber, um die religiöse Verbindung für die Kirchgänger nicht durcheinander zu bringen, sehe ich es schon so, dass es nur in die Karwoche passt als Kirchengesang.
Grüße, dola


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BeitragVerfasst: 23.05.2006, 18:53 
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Hallo Uralt,

meine Meinung sollte auch gar keine Kritik oder Beurteilung deiner Äußerung sein.

Lieben Gruß,

Silje :hearts:


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BeitragVerfasst: 23.05.2006, 21:56 
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Hallo,

ich bin der Meinung, dass schöne und publikumswirksame Einzelstücke sehr wohl in einem Konzert o.ä. aus dem Zusammenhang herausgenommen werden können. Ich habe z.B. ein ganz wunderbares Konzert einer Sopranistin und einer Altistin in einer schönen kleinen Barockkirche besucht, das mit dem ersten Duett aus Stabat Mater begann und über weitere kirchenmusikalische Beiträge, schließlich über Oper bei Rossini-Duetten endete. Trotz des Mixes war es ein sehr schönes, sehr besinnliches Konzert und passte ganz wunderbar in den barocken Kirchenraum. Ich würde jederzeit dafür plädieren, so etwas Schönes wie das genannte Duett oder auch das Recordare aus dem Verdi-Requiem als Einzelstück den Zuhörern nicht vorzuenthalten, beides natürlich nicht als Programmpunkt auf einem fröhlichen Geburtstagskonzert o.ä.

Auch bei Liedern wird ja häufig so vorgegangen - es wird ein besonders schönes Stück z.B. aus der Winterreise an einem Konzertabend gesungen. Bei unseren eigenen Konzerten hat rugeron mehrfach "nur" das "Ich grolle nicht" und nicht die ganze Dichterliebe vorgetragen, ich selbst hatte z.B. einmal die "Mondnacht" als Einzelstück im Programm und nicht das ganze op39. Die Zuhörer haben es uns nicht angekreidet.

Liebe Grüße
leonora


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BeitragVerfasst: 23.05.2006, 22:05 
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Hallo,

dem Publikum ist das sicherlich egal, wenn die Musik schön ist. Aber wissen die Zuhörer denn auch was da gesungen wird? Interessieren sie sich für den Inhalt der Stücke? Wenn ich in ein Konzert gehe möchte ich schon den Inhalt der einzelnen Darbietungen wissen.

Da komme ich doch gleich auf die nächste Frage: Sollte man in einem Konzert wie z.B. Stabat Mater, den deutschen Text im Programm veröffentlichen?

Liebe Grüsse

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BeitragVerfasst: 23.05.2006, 22:38 
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Musika, du stellst mal wieder schwere Fragen. Ich finde , das kann man so oder so halten. Ich denke, daß es nicht zwingend notwendig ist, den Text ins Programm aufzunehmen.
Für mich ist es auch besonders reizvoll, den Inhalt eines Liedes einfach nur zu erspüren und sozusagen mit allen Sinnen zu entdecken.
Wüßte ich den Text des Liedes wäre ein bisschen Zauber dahin.
wobei man natürlich beim Stabat nicht unbedingt von Zauber reden kann, aber auch gerade bei diesem Lied muß man schon sehr unsensibel sein, um nicht zu erahnen, um was es ungefähr gehen könnte.

Auf der anderen Seite ist es sicher auch interessant, ein Lied sehr intellektuell zu erfahren. Wer hat es Komponiert, in welcher historischen Epoche geschah das, welche Hintergründe hat das Lied, welche Sprache wurde gewählt und wie war die ursprüngliche Instrumentierung usw.... (Man kennt das ja aus dem Musik- oder Deutschunterricht) .

Sicherlich kann man sich für die eine oder andere Methode des "Hörens" entscheiden und im grunde halte ich beide für adäquat.

Silje


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BeitragVerfasst: 24.05.2006, 00:10 
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In diesem Zusammenhang kann ich euch mal das Programm nennen, dass mein vokalensemble heute abend in einer Kirche gesungen hat, ich glaube, da strauben sich euch alle Nackenhaare und es war trotzdem ein RIESEN-Erfolg mit drei Zugaben!

-Ruht wohl (Johannespassion)
-Gloria und Credo aus Schuberts g-Dur Messe
-Schumann "An die Sonne"
Britten "Sentimental Sarabande"(Orchester Solo)

Schubert "Zigeunerleben"
Rossini: Kyrie aus Messe Solenelle"
Pause

Vincent d'Indy Gentil coquelicot
Vic Nees "Sur le pont d'Avignon"
Bernstein" West-Side Story-Potpourri"
Gershwin "The man I love" (Piano-Solo)
Billy Joel: "And so it goes"
John Rutter:"Magnificat"
Alan Bulard" Angels Alleluja"
Shenandoa(Folksong)
Händel "Halleluja"
Das Ganze hiess "Pour le plaisir" und da hätte das Stabat mater gerade noch gefehlt!!!!!
Lieben Gruss, die spinnen die Franzosen! :n87:
Canti :hearts:


Zuletzt geändert von cantilene am 24.05.2006, 10:06, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 24.05.2006, 09:52 
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Hallo Canti,

das ist wirklich eine leicht haarsträubende Zusammenstellung, aber es entspricht meiner Meinung nach dem Anspruch bestimmter Konzertbesucher: Einfach zurücklehnen und schöne Musik hören. Natürlich hört sich das ein bisschen nach dekadentem Konsum an. Aber...pourquoi pas ? Pour le plaisir ist doch ein wunderbarer Titel und die Leute waren begeistert. Das wundert mich nicht und ich finds schön.

Silje :hearts:


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BeitragVerfasst: 24.05.2006, 10:34 
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Oh weh, cantilene,

nach der Lektüre des Konzertprogramms sehe ich aus wie der Struwwelpeter, mein Volumenshampoo kann ich in den Schrank packen.

Aber an der Vielseitigkeit des Chores dürfte niemand mehr Zweifel haben, und langweilig war es sicher nicht.

Gruß v. Emmy


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BeitragVerfasst: 24.05.2006, 11:05 
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Hallo, canti,
das ist wirklich eine thematisch abenteuerliche Zusammenstellung, aber wenn es trotzdem gut ankam...?

Sowas ist aber durchaus üblich.
Grüße
dola


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BeitragVerfasst: 24.05.2006, 11:11 
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Meine Frage ist mit dem umwerfenden Programm von Canilene untergegangen, drum nochmal.

Sollte man Texte in einem Programm z.B. Stabat Mater übersetzen?

Liebe Grüsse

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BeitragVerfasst: 24.05.2006, 11:32 
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musikavokale hat geschrieben:
Sollte man Texte in einem Programm z.B. Stabat Mater übersetzen?


Unbedingt.
Ich will wissen, worum es geht,
und ich habe mehr Vergnügen/Freude an der Musik, wenn mir die Verbindung mit dem Text klar ist.

Gruß v. Emmy


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BeitragVerfasst: 24.05.2006, 12:24 
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musikavokale hat geschrieben:
Sollte man Texte in einem Programm z.B. Stabat Mater übersetzen?


Ich würde es auf jeden Fall machen. Viele Zuhörer interessiert es, und die möchten es auch haben. Und die anderen brauchen es ja nicht zu lesen. ;-)


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BeitragVerfasst: 24.05.2006, 12:31 
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Bei unserem gestrigen Programm gab es keine Texte, aber jeweils eine kurze Einführung für das Publikum.Das war auch dringend nötig!!! ;-)
Ich lehne übrigens jede Verantwortung dafür ab, unser Chef ist ein sehr vielseitiger und dominanter Mann. ;-) Als ich mal schûchtern in einer Probe anmerkte,dass "Ruht wohl" zusammen mit "Sur le pont d'Avignon" sehr gewohnungsbedürftig sei, meinte er , in Frankreich sei das eben anders, da habe jede Musik, die schön sei denselben Wert. Ist auch ein Argument....
Aber anfangs gings mir in diesem Chor wie Dir, liebe Emmy von wegen Frisur.... :roll:
Mittlerweile macht es mir Spass, all das zusammen zu singen und man lernt GANZ viel über verschiedenen Stile. Das Publikum hier nimmt alles dankbar an, Dünkirchen ist wirklich platte Provinz im Vergleich zu Lille :d_neinnein:
Wir führen aber auch ganze Werke wie die c-moll Messe und die GANZE Johannes-Passion auf, dann ohne Billy Joel als Einlage! :lol:

Ich selbst habe gerne Texte vorliegen, wenn ich ein Konzert besuche, insbesondere bei Liederabenden und Opern. Allerdings stört es sehr die Konzentration, während des Zuhörens mitzulesen, ich mache das dann nach dem Konzert oder in der Pause.
Auch bei liturgischen Texten wie Messen oder Stabat mater kann man ja heute nicht mehr davon ausgehen, dass die Leute wissen, worum es geht.
Also schadet ein Text wohl nicht. Solange die Leute nicht rumknistern , sonderen wirklich zuhören....
Lieben Gruss
Cantilene :hearts:


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BeitragVerfasst: 24.05.2006, 12:34 
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Hallo,

ist wohl nicht passend zum Stabat Mater aber in einer Messias-Auffühung in engl. Sprache hat der Veranstalter im Programmheft den kompletten Text auf dt. abgedruckt.

Es war schön zu beobachten, daß ein Teil der Zuhörer diesen mitgelesen hatten und einige nicht. Die Möglichkeit hatte jedoch jeder, na ja sagen wir mal alle denen es nicht zu dunkel oder klein geschrieben war. Das war das erste aber nicht das letzte mal, daß ich eine Übersetzung im Programmheft erlebt hatte.


Liebe Grüße
Chero


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