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 Betreff des Beitrags: Requiem
BeitragVerfasst: 19.04.2006, 19:23 
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Hallo

in der Vergangenheit wurde ich öfter mal gefragt, ob z.B. eine Arie aus einem Requiem in ein normales geistliches Konzert hinein paßt. Die Rede war von Pergolesi "Stabat Mater", kann man dieses Stabat Mater zerpflücken und die Arien einzeln im Konzert singen?
Immerhin ist es eine Art Handlung.

Liebe Grüsse

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BeitragVerfasst: 19.04.2006, 21:31 
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Hallo!

Ich finde, das kann man auf jeden Fall. :dafür:

In zahlreichen Konzerten habe ich zum Beispiel nur "Lacrimosa" aus dem Mozart-Requiem gehört, oder auch einzelne Arien aus dem "Stabat Mater" von Pergolesi (Das ist eines der Werke, die ich wirklich sehr liebe und das mich sehr berührt.)
Aus dem Bach - Magnificat hört man zum Beispiel auch öfters "Suscepit Israel" alleine.

Da fällt mir ein: es wird auch bei den Konzerten des Konservatoriums für Kirchenmusik bei uns in der Diözese so gehandhabt.

Das mit der Handlung stimmt natürlich, aber ein Oratorium oder auch nur eine Messe haben ja auch eine...


LG
Canteva


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BeitragVerfasst: 19.04.2006, 22:35 
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Ich bin durchaus auch der Meinung, daß man Arien aus einem geistlichen
Stück herauslösen kann. Wichtig scheint mir nur, daß die Auswahl dem Anlaß entsprechend sein muss.

LG

Rolando

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Und plötzlich weißt du:
Es ist an der Zeit, etwas Neues zu beginnen, und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.(Meister Eckhart)


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BeitragVerfasst: 19.04.2006, 22:39 
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Rolando hat geschrieben:
Wichtig scheint mir nur, daß die Auswahl dem Anlaß entsprechend sein muss.

Rolando


Genau, ich würde eine Arie aus einem Requiem oder einem Stabat Mater am Karfreitag singen, oder Totensonntag. Man sollte schon vorsichtig sein und genau überlegen, wann man was singt.

Liebe Grüsse

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BeitragVerfasst: 19.04.2006, 23:45 
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Also ich denke auch, dass man grundsätzlich aus einem Requiem oder Stabat Mater einzelne Arien herauslösen kann. Kommt aber auf das Stück selbst an - bei Pergolesis Stabat Mater würde ich es nicht machen, da die einzelnen Teile meiner Meinung nach doch eng zusammen hängen und sich auch nicht wirklich ein "Arien-Charakter" ergibt.
Und außerdem ist das Stück in Gänze vieeeel zu toll, um es zu zerpflücken...
Gruß
mezzo


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BeitragVerfasst: 19.04.2006, 23:47 
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Danke Mezzo,

das ist auch meine Meinung.

:kuss:
Liebe Grüsse

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BeitragVerfasst: 19.04.2006, 23:56 
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Mir fällt jetzt nur eine Arie ein, die man häufiger hören kann als das komplette Werk : Pie Jesu ( Faure : Requiem ). Tatsächlich bietet sich sonst eigentlich kein Solostück aus einem Requiem an, obwohl ich z. B. die drei Soli aus dem Brahms - Requiem gern auch einmal losgelöst aus dem Gesamtkontext genießen würde, besonders natürlich das unvergleichliche
" Ihr habt nun Traurigkeit ", wofür allein es sich lohnt ein Sopran zu sein....
Allerdings hat hier der Chor ein gewichtiges Wörtchen mitzureden, nein : zu singen !
Ciao. Gioachino


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BeitragVerfasst: 20.04.2006, 07:23 
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Zu Pergolesi hatte ich ja auch in dem anderen Thread schon was gesagt. Ich finde, der verträgt es nicht, zumal ich den auch ohne Orchester ganz furchtbar finde, das kommt noch dazu.

Generell kann man Arien aus solchen Werken natürlich schon herauslösen, aber man muss sich schon überlegen, wann man das bringt. Es geht eben nicht "mal eben so" ...


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BeitragVerfasst: 20.04.2006, 19:09 
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Hallo, epo,
sehe das anders. Habe das auch gerade gemacht und habe zwei der drei Altarien isoliert gesungen. Einwände dagegen gab es nicht von den Beteiligten.
Vielleicht ist das bei den Duetten anders.
Es hätte aber jeglichen Gottesdienst - Rahmen gesprengt, wenn man das ganze Stück dort eingebaut hätte.
Grüße, dola


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BeitragVerfasst: 20.04.2006, 23:07 
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Also, ich glaube, man kann sehr wohl Auszüge aus geistlicher Musik in ein Konzert integrieren.

Habe vor 1 bis 2 Jahren das Konzert zweier Sängerinnnen (Sopran und Alt) besucht. Es fand in einer kleinen, sehr schmucken Barockkirche in Bergisch Gladbach statt. Begleitet wurden die Sängerinnen am Flügel.

Das Programm begann mit Auszügen geistlicher Musik, dem ersten Duett aus Pergolesis "Stabat Mater", es folgte die Alt-Arie, ferner folgte das von mir so heißgeliebte "Recordare" aus dem Verdi Requiem. Langsam ging es dann über in den Bereich Oper (z. B. die Arie der Butterfly "Un bel di vedremo") und weitere Stücke der italienischen Literatur, wie z.B. "La regatta" von G. Rossini.

Ich persönlich fand das Konzert und die Zusammenstellung super, habe aber ausschließlich die musikalischen Aspekte genossen und mir keine Gedanken über liturgische Zusammenhänge gemacht.

Entschuldigung, aber für mich ist das Verdi-Requiem eines seiner besten "Opern".

Liebe Grüße leonora


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BeitragVerfasst: 21.04.2006, 06:16 
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Ich verstehe in diesem Zusammenhang das musikalische Argument, nämlich, dass man Pergolesi nicht allein mit Klavier aufführen sollte, gut. Allerding müsste das dann logischerweise auch für andere Barockmusik, einschliesslich Bach und Händel gelten und wer will schon darauf verzichten?
Was das liturgische Argument betrifft: wenn man das anführt, darf man ebensowenig Stücke aus den Passionen ausserhalb ihres Gesamtzusammenhangs aufführen. Eine Passion ist für mich auch ein Requiem und in der Handlung viel komplexer. :d_neinnein:
Wenn jemand seine religiösenGefühle dadurch verletzt sieht, kann ich das sehr gut nachvollziehen und tolerieren. Warum das aber nur für wenige bestimmte Stücke gelten soll und dann nicht erst Recht für die Bach-Passionen oder auch das Pie Jesu, verstehe ich nicht so richtig. :?:
Lieben Gruss
Cantilene :hearts:
@Leonora Verdis Requiem, Puccinis Gloria-Messe oder auch Rossinis geistliche Werke: sie können alle ihre Opern-Kompnisten nie verleugnen, das sehe ich wie Du.


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BeitragVerfasst: 21.04.2006, 07:18 
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Hallo cantilene,

es GILT nahezu für alle Arien aus Passionen etc. pp. Das heißt ja nicht, dass es nicht trotzdem so gemacht wird, aber man muss es ja nicht gut finden. Und es gibt Arien, die vertragen es inhaltlich besser, und andere eben schlechter.

Ist ein geistliches Konzert gut und sensibel gestaltet, finde ich es in Ordnung. Man muss da aber ein Händchen für haben, und das haben viele leider nicht. Daher finde ich ganz persönlich die Verbindung von geistlicher und weltlicher Musik in Konzerten auch nicht gut - egal, ob man es nun wild mixt oder in zwei Sets aufteilt. Das gehört für mich einfach nicht zusammen, sorry (ich habe das auch noch NIE gemacht, auch nicht, als ich noch fast ausschließlich Klassik gesungen habe).

Mag sein, dass es musikalisch durchaus passend rüberkommt, so wie leonora es empfunden hat. Inhaltlich ist es aber mehr als fragwürdig ...


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BeitragVerfasst: 21.04.2006, 12:42 
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Und da sind wir wieder bei einem Punkt der mich schon länger nicht loslässt.....: Die Stücke und der Raum/Bereich für den sie geschrieben wurden.

Leider müssen die Kirchen ihre Etats generell immer mehr kürzen weil auch bei Kirchens der Geldtopf mehr als leer ist. Das bedeutet auch, dass für die Kirchenmusik auch weniger Geld zur Verfügung steht.

Und so werden viele geistliche Werke viel zu selten zu Gehör gebracht. Denn auch im Kulturbereich schwingt der Rotstift durch die Gegend.

Mich hat es schon viel Mühe und Sprit gekostet um manche Oratorien überhaupt einmal live hören zu können. Es gibt in dem Bereich Hits, die immer wieder gespielt werden, aber manche Werke kennen die meisten Leute wenn überhaupt nur dem Titel nach.

Euere Anfrage, ob man einzelne Arien herauslösen sollte um sie in einem geistlichen "Mix-Konzert" zu singen, finde ich interessant. Bisher war ich immer froh wenn ich gewisse Stücke überhaupt mal hören konnte. Aber es ist in der Tat schwierig, die Arien ohne den Kontext zu betrachten.

Ist das aber nicht eine Frage, die sich nur diejenigen stellen können, die sich in der geistlichen Literatur recht gut auskennen? Meint Ihr, dass ein Otto-Normal-Konzertbesucher sich diese Gedanken macht?

Ich werde es jetzt auf jeden Fall tun.... aber zu einer abschliessenden Meinung hinsichtlicher aller Stücke bin ich noch nicht gelangt. Bei manchen stimme ich sofort zu bei anderen wieder gar nicht.... Grübel....


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BeitragVerfasst: 25.04.2006, 11:09 
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Cleopatra hat geschrieben:
Ist das aber nicht eine Frage, die sich nur diejenigen stellen können, die sich in der geistlichen Literatur recht gut auskennen? Meint Ihr, dass ein Otto-Normal-Konzertbesucher sich diese Gedanken macht?

Ich werde es jetzt auf jeden Fall tun.... aber zu einer abschliessenden Meinung hinsichtlicher aller Stücke bin ich noch nicht gelangt. Bei manchen stimme ich sofort zu bei anderen wieder gar nicht.... Grübel....


Das ist richtig, wenn Arien aus dem Zusammenhang gerissen werden, wie z.B. aus dem Pergolesi Stabat Mater, da´macht sich der Zuhörer keine Gedanken, meistens verstehen sie ja auch den Text nicht und demnach auch den Inhalt nicht.
Ein Sänger< sollte allerdings wissen, wann er was aus einem Gesamtwerk herausziehen kann und wann nicht.
Es gibt Oratorien, da ist das überhaupt kein Problem, da die Arien in sich geschlossen sind. Wenn ich z.B. höre "Ich folge dir gleichfalls mit eiligen Schritten" wem bitte? da ist kein Zusammenhang und deshalb wenig geeignet im Konzert gesungen zu werden. Das nur als Beispiel.

Liebe Grüsse

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BeitragVerfasst: 25.04.2006, 12:23 
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Ich hatte das Problem ebenfalls bei meinem Konzert: "Barocke Duette und Alt-Arien".
Wir haben es gelöst durch einen Moderator, der sowohl etwas zu den Zeit, in der die Stücke geschrieben wurden, gesagt hat, als auch zu dem ein oder anderen unbekannten Komponisten oder eben auch zum Zusammenhang in dem Oratorium, aus dem die Arie kommt.

Liebe Grüße
Uralt


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BeitragVerfasst: 25.04.2006, 14:13 
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Hallo Uralt,

gute Idee< und Lösung.

Liebe Grüsse :dafür:

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