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Joachim
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Verfasst: 23.04.2008, 17:08 |
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Registriert: 02.01.2008, 16:00 Beiträge: 1099 Wohnort: Idar-Oberstein
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Hallo Chero, da hast du Recht. Es handelt sich meistens um alte Worte, die es heute in unseren Sprachgebrauch nicht mehr gibt. Die Texte, auch Libretti, wurden ständig überarbeitet und weiterentwickelt. Oft handelte es sich auch um regionale, landsmannschaftliche Begriffe oder man schrieb einfach auf, was man zu verstehen glaubte. Die Briefe von Mozart sind voll mit Begriffen, mit denen wir heute kaum noch etwas anfangen können. Hier ein paar Beispiele: sperschig: Pfirsiche,Decreter:Diplome,luzeln:schlürfen, schmatzen,Dalken: Trottel,baß:Base,speür:Speyer,"spuni cuni fait"- bis heute nicht erklärbar,fex:spaßmacher, Verrückter,ordinari:fahrplanmäßige Postkutsche, dinntuch: dünnes Wolltuch,Waden messen:anzügliches Pfänderspiel,frok: Frack,Bluzer:Getränkemaß,u.s.w. Die Sprache ist ein lebendes Element und unterliegt einem ständigen Wandel. Deshalb ist es eigentlich sehr interessant, zu erforschen, was ein Autor, mit diesem und jenem Ausdruck eigentlich sagen wollte. Viele Grüße Joachim
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chero
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Verfasst: 23.04.2008, 23:17 |
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Hallo Joachim,
ja das stimmt. Manche Wörter verschwinden einfach aus dem Sprachschatz und schon Ausdrücke meiner Oma kennen heute Arbeitskollegen Anfang 20 nicht mehr.
Ich mußte eben grinsen, denn du hast als Beispiel baß:Base geschrieben. Dieses Wort Base könnte ich wetten kennen die jüngeren und ich glaube auch älteren Arbeitskollegen von mir nicht mal mehr. Von Wörter aus dem Dialekt ganz zu schweigen, da ist es noch extremer und ich kann mir auch vorstellen, daß sich solche Wörter aus dem Dialekt in div. Briefen oder Gedichte verstecken. Wer will die denn jetzt noch kennen. Sehr schwer aber hoch interessant und ich hoffe es werden immer Menschen geben die sich dieser Worte annehmen, damit in ein paar Jahrzehnten oder wann auch immer noch die Literatur mit dem Hintergrundwissen gesungen werden kann, so wie es gemeint ist.
Liebe Grüsse Chero
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Joachim
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Verfasst: 27.04.2008, 15:38 |
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Registriert: 02.01.2008, 16:00 Beiträge: 1099 Wohnort: Idar-Oberstein
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Hallo Chero, komme erst jetzt dazu zu antworten, war im Pfälzerwald ( Hauenstein)wandern. Es finde es auch interessant, Texte, auf alte Wörter-nicht nur bei den Lieder, sondern mal ganz allgemein zu untersuchen und neu zu interpretieren. Viele Grüße Joachim
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Joachim
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Verfasst: 28.04.2008, 15:57 |
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Registriert: 02.01.2008, 16:00 Beiträge: 1099 Wohnort: Idar-Oberstein
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Hallo ihr Lieben, ich habe mir immer schon die Frage gestellt, warum das Veilchen, KV 476 so berühmt geworden ist. Liegt es nur daran, weil der Text von Johann Wolfgang von Goethe stammt? " Ein Veilchen auf der Wiese stand Gebückt in sich und unbekannt; Es war ein herzig's Veilchen! Da kam ein' junge Schäferin Mit leichtem Schritt und muterm Sinn Die Wiese her und sang.
Ach!denkt das Veilchen, wär' ich nur Die schönste Blume der Natur, Ach, nur ein kleines Weilchen, bis mich das Liebchen abgeplückt Und an den Busen mattgedrückt, Ach, nur ein Viertelstündchen lang!
Ach, aber ach, das Mädchen kam Und nicht in Acht das Veilchen nahm, Es trat das arme Veilchen! Es sank und starb und freut sich noch: " Und sterb ich denn, so sterb ich doch!" Das arme Veilchen! Es war ein herzig' Veilchen! Ich bin kein Germanist und kann nicht sagen, um welche Reimform es sich hier handelt. Es ist weder ein Paarreim:aa bb cc dd, noch ein Kreuzreim:a b a b,. Auch kein verschränkter Reim: abc abc oder abc bac oder Schweifreim:aab ccb. Das Veilchen reimt sich aa: stand- unbekannt, Veilchen b? und aa:Schäferin-Sinn, also auf die erste und zweite , sowie auf die vierte und fünfte Zeile. Es ist insofern ein unechter Reim. Aber dafür lege ich meine Hand nicht ins Feuer! Vielleicht ist diese Frage hier aber auch nicht relevant. Das Veilchen, KV 476 Lied für Singstimme und Klavier, Text Johann Wolfgang von Goethe. Wien 1785 Ach ja, das Veilchen, wollte es doch, als schönste Blume der Natur am Busen mattgedrückt werden und wurde dann von der unachtsamen Schäferin zertreten. Welch Jammer! Viele Grüße Joachim
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Joachim
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Verfasst: 28.04.2008, 17:25 |
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Registriert: 02.01.2008, 16:00 Beiträge: 1099 Wohnort: Idar-Oberstein
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Hallo, bevor ich fortfahre, möchte ich noch mal eine allgemeine Bemerkung machen. Ich stelle hier die Lieder Mozarts vor, erzähle etwas darüber, reihe etwas einander, und dann und dann.......... Dies wird natürlich der Musik nicht gerecht. Die musikalische Interpretation bleibt gewissermaßen auf der Strecke- dies habe ich zu Beginn bereits gesagt. Ich weiß natürlich, dass das Klavier- so auch beim Veilchen-gleichsam die Rolle eines Kommentators übernimmt und man spürt die Tragik, wenn das Veilchen zertreten wird. Auch wenn Luise, die Briefe ihres ungetreuen Liebhabers verbrennt, spürt man beim Vortrag, die lodernden Flammen. Wer also, etwas mehr zur Musik selbst beitragen könnte , soll sich nicht scheuen, dies zu tun. Viele Grüße Joachim
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Joachim
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Verfasst: 29.04.2008, 11:05 |
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Registriert: 02.01.2008, 16:00 Beiträge: 1099 Wohnort: Idar-Oberstein
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Hallo, ich habe noch mal die einschlägige Literatur studiert und weiß nun wie es zu dieser, etwas ungewöhnlichen Reimfolge beim Veilchen gekommen ist. Mozart fügte dem Gedicht von Goethe, einen persönlichen Kommentar hinzu und schrieb: Das arme Veilchen! Es war ein herzig's Veilchen" Lässt man Mozarts Einschübe weg, ergibt sich ein Reimrhythmus. Es ist die einzige bekannte Stelle für Mozarts Goethe-Kenntnis. Viele Grüße Joachim
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Joachim
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Verfasst: 29.04.2008, 14:33 |
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Registriert: 02.01.2008, 16:00 Beiträge: 1099 Wohnort: Idar-Oberstein
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HALLO, NIEMAND DA? Seit zwei Tagen herrscht hier Funkstille. Was ist los? Gruß Joachim
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Silje
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Verfasst: 29.04.2008, 14:58 |
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Registriert: 13.11.2005, 18:26 Beiträge: 1598 Wohnort: Starnberg/Bad Homburg *21.12.
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Musika ist doch schon in Saarlouis und die anderen, auch ich, bereiten sich auf die Konzerte vor. Morgen gehts Richtung Saarland... deshalb ist hier sicher Funkstille...
Lg
silje
_________________ ...Letztlich ist Gesang ein in Klang gegossenes Gebet -
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Joachim
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Verfasst: 29.04.2008, 15:06 |
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Registriert: 02.01.2008, 16:00 Beiträge: 1099 Wohnort: Idar-Oberstein
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Dann will ich auch nicht stören. Komme ja auch am 1.5. und freue mich schon. Viele Grüße Joachim
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Silje
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Verfasst: 29.04.2008, 15:49 |
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Registriert: 13.11.2005, 18:26 Beiträge: 1598 Wohnort: Starnberg/Bad Homburg *21.12.
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Ja, wir freuen uns auch, Dich kennenzulernen. Bis dann !!
Lg
Silje
_________________ ...Letztlich ist Gesang ein in Klang gegossenes Gebet -
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Joachim
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Verfasst: 02.05.2008, 17:38 |
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Registriert: 02.01.2008, 16:00 Beiträge: 1099 Wohnort: Idar-Oberstein
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Dann mach ich mal weiter mit KV 506, " Lied der Freiheit" Lied für Singstimme und Klavier, F-Dur Entstehung 1785/86 Wien. Der Text stammt von Johann Alois Blumauer, 1755-1798 und lautet: "Wer unter eines Mädchen Hand Sich als ein Sclave schmiegt Und, von der Liebe festgebrannt, in schnöden Fesseln liegt. Weh dem! Der ist ein armer Wicht, er kennt die gold'ne Freiheit nicht. Wer sich um Fürstengunst und Rang Mit saurem Schweiß bemüht, Und, eingespannt sein Leben lang, Am Pflug des Staates zieht. Weh dem, der ist ein armer Wicht, Er kennt die gold'ne Freiheit nicht. Wer um ein schimmerndes Metall dem bösen Mammon dient, Und seine volle Säcke Zahl, Nur zu vermehren sinnt: Weh dem, der ist ein armer Wicht, Er kennt die gold'ne Freiheit nicht. Doch wer dies alles leicht entbehrt, Wonach der Thor nur strebt, Und froh bei seinem eignen Herd Nur sich, nicht Andern lebt, Der ist's allein, der sagen kann:Wohl mir, ich bin ein freier Mann! Das ist ein typischer Freimauertext der damaligen Zeit!Der letzte Vers "er kennt die goldne Freiheit nicht" erfolgt als dreifacher Ausruf. Blumauer war Jesuit, Herausgeber, Freimaurer, Jakobiner und Schriftsteller. Blumauer war Mitglied der Wiener Loge "Zur wahren Eintracht" Am Rande erwähnt, möchte ich daraufhinweisen, das die Logenbezeichnung, in sehr vielen Fällen, aus drei Wörtern- quasi wie ein Firmenlogo der Freimaurer besteht, denn die Zahl "Drei" hat bei ihnen eine besondere Bedeutung. Wahrscheinlich hat Mozart, B. im Salon des Verlegers Thomas von Trattnern kennengelernt. Viele Grüße Joachim
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Joachim
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Verfasst: 07.05.2008, 13:53 |
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Registriert: 02.01.2008, 16:00 Beiträge: 1099 Wohnort: Idar-Oberstein
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Hallo, auf KV 517 bin ich ganz zu Anfang schon mal eingegangen. Ich hatte schon erwähnt, dass es sich im Originaltext von Hagedorn um einen Mann " Der Alte" handelt. Wer mag den Titel in " Die Alte" geändert haben. Darüber können wir nur spekulieren. Das Klagelied KV 517, komponierte Mozart am 18.Mai 1787 und schrieb die Regieanweisung "Ein bisschen durch die Nase" aufs Notenblatt. Zu dieser Zeit lag Leopold Mozart im Sterben. Er verstarb am 28.Mai 1787. Vielleicht liegt hier der Grund warum, warum der Titel geändert wurde? Zu dieser Zeit, schrieb Mozart auch am Don Giovanni, musste erneut umziehen und der sechszehnjährige Beethoven, weilte vom 7.4--20.4. in Wien , musste dann aber zurück weil seine Mutter im Sterben lag. In dieser stressigen Zeit,Treffen mit Beethoven, Umzug, Tod des Vaters, Erbschaftabwicklung, Fertigstellung des Don Giovanni hat Mozart bedeutende Werke geschrieben. Dies unterstreicht wieder einmal seine Genialität! Viele Grüße Joachim
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Joachim
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Verfasst: 12.05.2008, 09:16 |
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Registriert: 02.01.2008, 16:00 Beiträge: 1099 Wohnort: Idar-Oberstein
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Ich möchte heute mit KV 518 " Die Verschweigung" fortfahren. Es handelt sich um ein Lied für Singstimme und Klavier in F-Dur. Leider ist das Lied ein Fragment geblieben. Das ist sehr bedauerlich, denn wenn ich den Text folge, hätte hier etwas ganz Großes entstehen können. Es sind nur 19 Takte überliefert. Der Text umfasst vier Strophen zu acht Zeilen und stammt von den bereits erwähnten Christian Felix Weiße. Nur die ersten acht Zeilen liegen uns vertont vor. Das Lied entstand am 20.Mai 1787 Ich habe bereits daraufhingewiesen, das der Frühsommer 1787 für Mozart sehr stressig war. Am 24. April musste die Familie Mozart erneut umziehen. Oft deswegen, weil sie sich nur noch eine billigere Wohnung leisten konnten. Die Schulden wurden immer größer! Der Vater war sehr krank uns starb am 28.Mai 1787 und damit ja er nicht mehr " Sohn". Das war eine, bisher nicht gekannte und einschneidende Situation, mit der Mozart erstmal klar kommen musste. Vermutlich wollte Mozart das Lied später vollenden, wurde aber durch die Ereignisse überrollt. Denn die Zeit drängte, er soll den Don Giovanni vollenden. Und so liegen uns machmal, leider nur Fragmente vor! Viele Grüße Joachim
Zuletzt geändert von Joachim am 25.05.2008, 15:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Joachim
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Verfasst: 23.05.2008, 16:58 |
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Registriert: 02.01.2008, 16:00 Beiträge: 1099 Wohnort: Idar-Oberstein
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Heute nun KV 519, Das Lied der Trennung. Lied für Singstimme und Klavier. Der Lied wurde am 23. Mai 1787 in Wien komponiert. Der Text ist sehr umfangreich und für meinen Geschmack auch ein wenig makaber und stammt von Klamer Eberhard Karl Schmidt, 1764-1824, deutscher Dichter, Kriegs,- und Domänenrat aus Halberstadt. Abschieds- Elegien, waren zur damaligen Zeit sehr beliebt. Dies Thema hat Mozart mehrfach beschäftigt. Das Gedicht geht auf Johann Joachim Eschenbach, im Almanach der deutschen Musen zurück. Schmidt schrieb es 1779. Es wurde 1785 veröffentlicht und Mozart bearbeitete es 1787. Der von mir sehr geschätzte Mozart-Biograf Wolfgang Hildesheimer schreibt, dass Mozarts bedeutende Lieder während der Arbeit zu Don Giovanni entstanden sind.Wenn dem so ist, spricht dies einmal mehr von Mozarts Genialität. Viele Grüße Joachim "Nur das Herz adelt den Menschen"
Zuletzt geändert von Joachim am 25.05.2008, 15:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Joachim
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Verfasst: 25.05.2008, 08:09 |
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Registriert: 02.01.2008, 16:00 Beiträge: 1099 Wohnort: Idar-Oberstein
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" Als Luise die Briefe ihres ungetreuen Liebhabers verbrannte", KV 520, habe ich ganz Anfang dieser Reihe schon vorgestellt. Heute nun möchte ich euch das Original- Manuskript, das ich als Faksimile bei der Mozartgesellschaft erstanden habe, zeigen. http://www.iphpbb.LupiUpload.de/file.ph ... bFTHLf.JPGEs ist ein Musikhistorisches Dokument. Bei solchen Autografischen Manuskripten, ging es immer um den Echtheitbeweis. Mozart schreibt daher in die linke obere Ecke," der 26:May 1787. Landstraße" und schreibt weiter im rechten oberen Eck "W.A.Mozart mp/ im Hr:gottfried von / Jacquins Zimmer." Die Echtheit der Handschrift, wird in der Mitte des oberen Randes, von "fremder Hand" als "original" und rechts daneben von Nissen mit dem Hinweis " Mozarts Handschrift" bestätigt. Die beiden oben erwähnten Namen muss ich noch kurz erklären. Zunächst Gottfried von Jacquin. Er war ein Freund von Mozart. Seine Schwester Franziska war Schülerin bei Mozart. Der Vermerk oben rechts " Gottfried Jacquims Zimmer", sollte gegenüber dem Verleger Breitkopf, die Echtheit des Manuskript bestätigen. Ausgerechnet Georg Nicolaus Nissen, dänischer Diplomat und Constanzes zweiter Mann und dritter Mozartbiograf bescheinigt die Echtheit des Originals. Lassen wir das mal so stehen. Schaut man sich das Blatt etwas näher an, so ähnelt sich die Schriften doch sehr. Die Notenkopisten, hatten nun die Aufgabe, die Noten ins Reine abzuschreiben.Das dies oft nicht einfach war, zeigt ein Blick auf das Notenblatt. Und so liegt es auf der Hand, dass es zu Abschreibfehlern kam und Manuskripte falsch zu geordnet wurden. In diesem Zusammenhang möchte ich noch auf Franz Xaver Süßmayr-1766-1803 hinweisen. Süßmayr war österreichischer Komponist, Kompositionschüler und Adlatus von Mozart. Süßmayr schrieb oft die Handmanuskripte vom Meister noch mal ab, sonst wäre wohl das Chaos noch größer gewesen. Viele Grüße
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Joachim
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Verfasst: 26.05.2008, 17:28 |
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Registriert: 02.01.2008, 16:00 Beiträge: 1099 Wohnort: Idar-Oberstein
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Hallo ihr Lieben. Das Notenblatt , KV 520, dessen Rückseite ich hier zeige, ist ein interessantes Dokument der Musikgeschichte. Ich möchte euch auf den Eintrag, rechts unten aufmerksam machen. http://www.iphpbb.LupiUpload.de/file.ph ... 1yJM8b.jpgDach Drucklegung des Liedes unter dem Titel " Unglückliche Liebe", Breitkopf und Härtel, forderte Constanze, das vorher von ihr dem Verlag zur Verfügung gestellte Lied- Autograf zurück! Noch im gleichen Jahr verkaufte sie KV 520, mit anderen Originalen, an den Offenbacher Verleger Johann Anton Andre. Die Notiz am unteren rechten Rand, bescheinigt die Echtheit und den Ankauf:" Dieses von Mozart eigenhändig geschriebene Lied ist aus der großen Sammlung Original Handschriften welche mein seel. Vater der Hofrath u. Kapellmeister A. Andre' im Jahre 1799 von der Witwe des Meisters kaufte.J. B. Andre' Auf der Vorderseite rechts ist die Zahl 60, eingekästelt zu erkennen. Dies war die 60.zigste Eintragung in Mozarts eigenhändigem Verzeichnis. Die Zahl 99 ist eine Ordnungzahl aus dem Andre' Verzeichnis. Damit will es bewenden Lassen. Wenn ein Notenblatt sprechen könnte, könnte es uns viel aus der damaligen Zeit erzählen, so wie ich es bei Notenblatt, KV 520 angedeutet habe. Viele Grüße Joachim
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Joachim
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Verfasst: 28.05.2008, 16:25 |
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Registriert: 02.01.2008, 16:00 Beiträge: 1099 Wohnort: Idar-Oberstein
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Heute nun ein paar Anmerkungen zu KV 523 " Abendempfindung an Laura", Lied für Singstimme und Klavier. Entstehung 1787 in Wien. Der Text lautet: Abend ist's die Sonne ist verschwunden, Und der Mond strahlt Silberglanz; So entfliehn des Lebens schönster Stunden, Fliehn vorüber wie im Tanz. Bald entflieht des Lebens bunte Szene, Und der Vorhang rollt herab; Aus ist unser Spiel, des Freundes Träne Fließent schon auf unser Grab. Bald vielleicht ( mir weht, wie Westwind leise, ein stille Ahung zu), Schließ ich des Lebens Pilgerreise, Fliege in das Land der Ruh. Werdet ihr dann an meinem Grabe weinen, Trauernd meine Asche sehn, Dann, o Freunde, will ich euch erscheinen Und will himmelauf euch wehn. Schenk auch du ein Tränchen mir Und pflücke mir Veilchen für mein Grab, Und mit deinem seelenvollen Blicke Sieh dann sanft auf mich herab. Weih mir eine Träne , und ach! Schäm dich nur nicht, sie mir zu weihn; Oh, sie wird in meinem Diademe Dann die schönste Perle sein! und stammt von Joachim Heirich Campe, 1746-1818, deutscher Schriftsteller, Sprachforscher, Pädagoge und Verleger. Campe war Freimaurer. 1777 trat er der Loge " Balduin zur Linde" ( wieder drei Worte, auf die Bedeutung habe ich schon an anderer Stelle hingewiesen). Später trat er wieder aus. Campe bearbeitete und übersetzte beispielsweise Robinson Crusoe und war ein Pionier des Sprachpurismus. Mir gefällt der Text eigentlch ganz gut. Wolfgang Hildesheime schreibt u.a.:" In diesen Liedern, vor allem in der wunderbaren Abendempfimndung in F-Dur, Text von Joachim Heinric Campe, hat Mozart weit über die , freilich durchweg dichterisch schwachen Texte hinauskomponiert und ist in ein neues, gänzlich unerwartetes Gebiet vorgestoßen, den dramatischen Ausdruck des Romantischen, eine gesteigerte, oft fiebrige Leidenschaftlichkeit." Man kann wohl sagen: ein guter Text ein gutes Lied. Leider war Mozart nicht immer so anspruchsvoll, sondern hat manchmal Texte verwendet, sie seiner eigentlich nicht würdig waren. Allerdings ist auch bekannt, dass er beispielsweise den "Bardengesang", nach 58 Takten weg legte ich nicht weiter komponierte, weil ihm der Text nicht zusagte. Viele Grüße Joachim
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Joachim
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Verfasst: 29.05.2008, 09:36 |
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Registriert: 02.01.2008, 16:00 Beiträge: 1099 Wohnort: Idar-Oberstein
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Hallo, ergänzend zu KV 523, möchte ich noch anfügen, dass Mozart das Lied in sein eigenes Verzeichnis , unter 63 eingetragen hat. Das Verzeichnis wird MozV abgekürzt, also somit MozV63. Viele Grüße Joachim
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alfredo
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Verfasst: 29.05.2008, 15:56 |
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Registriert: 22.02.2007, 09:45 Beiträge: 229 Wohnort: grüne mark
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Hallo Joachim, kann gar nicht genug dein Detailwissen über unseren Wolferl bewundern. Kenne nämlich kein Stück nach dem Koechelverzeichnis sondern nur nach dem Namen. Ich für meinen Teil bin aber überfordert, wenn du die Kreuzungspunkte der verschiedenen Verzeichnisnummern eines Werkes bearbeitest. Wie sehr viel tiefer eingebettet in die Musik bist du doch im Vergleich zu mir! Herzliche Grüße von alfredo 
_________________ ...du holde Kunst, ich danke dir.
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Joachim
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Verfasst: 29.05.2008, 17:30 |
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Registriert: 02.01.2008, 16:00 Beiträge: 1099 Wohnort: Idar-Oberstein
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Hallo lieber Alfredo, ich grüße dich in der grünen Mark. Ich freue mich, dass die Beiträge gefallen. Mozart ist halt mein Steckenpferd und er ist für mich so interessant, dass ich mich fast jeden Tag mit ihm beschäftige. Die Systematik, muss du als Sänger nicht kennen, von dir erwartet man, dass du deinen Part beherrscht. Jeder hat seine Stärken. Da hast eine schöne Naturstimme, die dir der liebe Gott geschenkt hat. Und so sollten wir in unserem Alter ein gutes Gläschen Rotwein ( so wie ich es auf deinem Avatar sehe) trinken und uns bei guten Gesang und Musik des Lebens erfreuen.(Bist du in Idar-Oberstein dabei). Ich grüße dich vielmals. Joachim "Nur das Herz adelt den Menschen"
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