Ich frage mich ein wenig, wieso wir denn nicht hingehen sollten? Weil das (zugegebenermaßen manchmal interessante) Barock-Intermezzo sich heftig seinem Ende entgegenneigt? Man könnte es auch anders betrachten und darauf hoffen, dass sich das Repertoire wieder ein wenig verlagert - hin zu eben jenen Werken, für die das Haus sowohl Orchester- wie Chorpotenz und eine angemessene Bühnen- und Theatergröße bietet. Vielleicht kann man auch wieder auf szenisch gelungenere Umsetzungen eben dieses Repertoires hoffen: Ballo, Aida, Macbeth etc. waren doch ziemliche "Griffe ins Klo", und Aldens Regiestil (der für die drei benannten Verdi-Opern nicht verantwortlich zeichnete) auch nicht wirklich jedem Werk zuträglich. Allerdings - ich gebe es zu - ist dieser Aspekt der Diskussion problematisch: es soll ja sogar Leute geben, die seinem Ring etwas abgewinnen können
Grundsätzlich wurde es in jedem Falle Zeit für eine neue Leitung: nach insgesamt 13 Jahren ist jede Intendantenhandschrift etwas müde, und der Hausstil bedarf einer Verjüngung: so recht originell wollten die szenischen Verpoppungen der Staatsoper auf mich nicht mehr wirken...