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rugero
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Verfasst: 25.08.2006, 23:38 |
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Registriert: 24.03.2006, 21:40 Beiträge: 1061
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Hallo,
Ich bin kein Opernsänger, nur einer, der Oper gerne singt.
Was macht man mit so einem Menschen bzgl. Musical ?
Überdimensionale Bühnenshows sind weit weg von den Vorstellungen eines - nur Sängers.
Man sollte zwischen Show und der reinen Musikdarbietung eines einzelnen Stückes unterscheiden.
Ich klammere mich an herausragende Einzelstücke, die jedoch ihren Schwerpunkt mehr im Melodischen haben.
Musikal und Bühnenshow sind neue Ansatzpunkte.
Musikal-Bereitschaft ist mehr als "nur" singen. Man muss einen Draht dazu haben, sich freuen es machen zu dürfen.
Doch wo steht der Opernsänger ?
Soll sich der Opernsänger emotional öffnen ? Manche Stimmen erlauben aber nicht jedes Spiel.
Seh' ich diese Frage verkrampft oder ist da was dran ?
Wie weit muss man sich stimmlich "verbiegen", um nicht an Glaubwürdigkeit zu verlieren.
Jeder hat doch sein spezielles Fach, in dem er wirken und glänzen möchte.
Seht ihr es ähnlich ?
Nachdenkliche Grüße rugero
_________________ Die Stimme, das für mich vollkommenste Instrument.
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Principe
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Verfasst: 26.08.2006, 08:12 |
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Keep cool - mein lieber Rugero!
Es gibt wirklich keinen Anlaß zu solch schweren Gedanken!
Ich unterscheide mal zwischen Auftritten in Kirchen bzw. Oratorien und anderen.
Bei Kirchenkonzerten, Oratorien steht man eher statisch. Bei allen anderen Konzerten ist doch immer etwas Bewegung: der Vortrag wird durch Mimik und/oder Gestik und/oder Aktion unterstützt. Na, und das große Herumhampeln ist doch eher selten.
Wer sein (z. B.: Musical-)Stück beherrscht, der kann das auch "körperlich" darstellen, also z. B. hin- und herlaufen, Duett-Partnerin umfassen oder mit ihr tanzen, aber auch zeigen, wie man sich freut (Leid ist im Musical eher selten).
Also, nimm's ganz leicht: Text, Melodie lernen und beherrschen - und das bißchen Regie kommt schon von alleine bzw. Du bekommst HIlfe durch Deine Partner/Innen.
Ciao  Principe
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Silje
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Verfasst: 26.08.2006, 09:43 |
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Registriert: 13.11.2005, 18:26 Beiträge: 1598 Wohnort: Starnberg/Bad Homburg *21.12.
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Ich behaupte mal ganz forsch: Jede Stimme, die vom AUSDRUCK Oper singen kann, kann auch Musical singen. Hiermit meine ich also nicht die Gesangstechnik !! Mir hat sich diese Frage nie gestellt, muß ich ehrlich sagen..., weil ich der Meinung bin, daß jede Liedgattung, sei es Oper, Operette, Kunstlied oder Musical Ausdruck in der Stimme verlangt. Sonst ist es doch fad, oder ?
Vor allen Dingen ist der Ausdruck einer Stimme meiner Meinung nach nichts Erlernbares. Man hat ein gewisses Timbre oder man hat es eben nicht. Natürlich hat jedes Stück seine musikalischen Akzentuierungen, die man beachten sollte.
Und Ausdruck in der Stimme ist doch auch sehr subjektiv: Den einen berührt es sehr, wenn z.Bsp. die Netrebko singt, der andere sagt, daß er noch nie eine so "sterile" Stimme gehört habe.Somit ist mir auch nicht ganz klar, was Du meinst, Rugero ??
Geht es Dir um die komplette Bühnenshow und den Sänger, der darin eingebunden ist.... oder geht es Dir rein um den Ausdruck in der Gesangsstimme oder geht es Dir um die Gesangstechnik, die natürlich beim Musical anders sein kann/ist als bei der Oper ??? :?:
Von einem Sänger, der Opernstücke singt, erwarte ich genauso viel Hingabe wie von einem Musicalsänger.
Auf einem anderen Blatt steht natürlich die Frage, inwieweit der Sänger imstande ist, den Inhalt des gesungenen durch Ausdruck in der Stimme und durch Spiel rüberzubringen ...
Natürlich hat da der Musicalsänger aber auch Operettensänger oft mehr Möglichkeiten, da er den Gesang verstärkt durch Mimik, Gestik und Tanz unterstreichen kann.
Aber wie Principe schon sagt: Das ist kein Grund zur Beunruhigung. Man sollte sich da ruhig auch ein bisschen auf seine Eingebung, sein Gefühl verlassen. Das darstellende Element kommt oft von ganz allein.. :razz:
Liebe Grüße,
Silje
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mezzo
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Verfasst: 26.08.2006, 10:49 |
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Ich "wildere" ab und zu gerne im Musical. Und mache mir keine großen Gedanken, ob ich da beim Singen irgendwas anders machen muss. Das kommt bei mir automatisch. Allerdings betreffen meine Musicalausflüge eher ältere Stücke wie z.B. Somewhere over the rainbow. Und die kann man "abgemildert klassisch" durchaus singen.
Insofern teile ich Siljes Einstellung. Man darf ja auch nicht vergessen, dass die Sache mit Bühnenshow und Technik ja erst in den letzten 20 Jahren entstanden ist. Es gab aber schon lange vorher die Gattung Musical mit durchaus anspruchsvollen Gesangsnummern.
LG
mezzo
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Eponine
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Verfasst: 26.08.2006, 10:52 |
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Ich sag's mal so:
Musiktheater verlangt andere Ausdrucksmittel als konzertanter Gesang. Ob das nun Oper, Operette oder Musical ist, ist erst mal ziemlich egal. Ein Saenger, der nur oed rumsteht wirkt im Bereich Musiktheater immer deplaziert. Davon gibt's aber auch genug Profis.
Ich habe schon mehr als eine Opernauffuehrung gesehen, wo ich den Saengern null schauspielerisches Talent attestieren musste und man merkte, dass sie eben in erster Linie Saenger sind. Ich finde das generell schwierig, wenn Oper natuerlich in erster Linie eine gute Stimme verlangt - wenn der Rest aber nicht vorhanden ist, ist es immer anstrengend. Wenn die Stimme natuerlich ganz furchtbar ist, kann man noch so ein toller Schaupieler sein, dann ist es genauso unertraeglich (oder noch unertraeglicher ;-) ).
Nun stellt Euch aber doch mal eine Carmen vor, die total leblos und langweilig ist und nur die Arie runtersingt ...
Der einzige Unterschied beim Musical ist: Die drei Gattungen Schauspiel, Tanz und Gesang stehen gleichberechtigt nebeneinander, was bei Oper und Operette nicht so ist, da ist der Gesang immer uebergeordnet, wenn in Operette Schauspiel und Tanz auch wiederum mehr Gewicht haben als in der Oper.
Was den Gesangsstil angeht, wuerde ich mir echt nicht zu viele Gedanken machen, da muss sich keiner verbiegen, denn es gibt auch genug Musical zu singen fuer klassische Stimmen. Man muss sich auch nicht mehr oeffnen - im Gegenteil, ich finde Musical viel plakativer. Man muss nur Spass an der Sache haben, der Rest kommt meist von allein.
Die meisten von uns spielen ja nicht in grossen Produktionen mit. Da wiederum hat man ohne einen Hang zum Schauspiel und gute Tanzkenntnisse versch ...
Aber bei konzertanten Auffuehrungen wuerde ich mir echt nicht zu viel Stress machen ...
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Dola1
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Verfasst: 26.08.2006, 11:38 |
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Oper und Musical sind beides Formen des Musiktheaters und benötigen somit beide die Koordination zwischen Stimme, Musik und Darstellung bzw. auch passende Bewegungen. Beim Musical ist tendenziell der Schwerpunkt mehr auf letzterem als bei der Oper (die Zwischenstufe Operette soll auch nicht ausser Acht gelassen werden) und da macht es natürlich, wenn man sich wie wir hier selber damit befassen, Sinn, die für sich optimale Form zu finden.
Das orientiert sich im Interesse dessen, herauszufinden, mit welchem Typus man selbst am besten ankommt und sich auch selbst wohlfühlt, daran, wo die eigenen Grundfähigkeiten ihren Schwerpunkt haben.
Für mich sehe ich es zum Beispiel so, dass der Grundausdruck schwerpunktmäßig auf die Stimme verlagert ist und sich daraus dann andere, unbedingt erforderliche darstellerische Ausdruckmittel entwickeln müssen, zu denen ich den direkten Zugang nicht habe und hatte (z. B. tänzerische Bewegung etc). Da bleibt der Schwerpunkt sicher, was den Theaterbereich betrifft, eher auf der Oper.
Andere kommen eher über Tanz und und Schauspiel zum Gesang. Das wird wohl meistens dann über Musical/Show und vielleicht Operette passieren.
Die Formen bestehen absolut gleichberechtigt (vor allem auch im Schwierigkeitsgrad der Anforderungen) nebeneinander und bringen, wie bei uns im Ensemble, eben die fürs Publikum belebende Abwechslung.
Mir geht es ähnlich wie rugero (kein/e OpernsängerIn, aber Opern Singende). D.h. Wir ziehen in der Regel kein Gesamtwerk durch, sondern nehmen Fragmente heraus und dies erfordert zwar eigene Gedanken darüber, wie das positiv ans Publikum gebracht werden kann, jedoch werden wir Ausführende fast zwangsläufig den Aspekt hervorheben, der unsere jeweilige Stärke ist als Zeichen der Authenzität der Figuren und unserer Verkörperungsweise. Sich hier Gedanken zu machen, ob man ev. einem Vorbild oder einer angeblichen allgemeinen Vorstellung einer Rolle genügt, halte ich dann eher für kontraproduktiv.
Es kommt natürlich auch einiges auf den jeweiligen Ausbildungsstand an. Gute Lehrer, denke ich werden darauf schauen, dass die bereits angelegten Stärken zur Wirkung kommen und nicht versuchen, jemanden im Sinne einer Fremdbestimmung zu verbiegen.
Mir macht es zunehmend Spass, selbst und natürlich auch unter Anleitung im Solo Gestaltungsformen eigenständig zu finden und im Ensemble z.B. die Wechselwirkung mit den anderen entstehen zu lassen.
Im Konzertanten gewichtet sich der Ausdruck zwangsläufig fast voll auf Stimme und Musik (muss ich mir auch immer wieder vor Augen halten); manchmal ein weiterer Abstrahierungsschritt.
Musiktheateraufführungen und Konzerte mögen zwar auf den ersten Blick reproduktiv als Nachagieren einer Vorgabe erscheinen. Doch in Wirklichkeit schafft man Neues, egal jetzt, wei gelungen das Ganze dann auch ist.
Liebe Grüße,
dola
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LaCastafiore
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Verfasst: 27.08.2006, 12:37 |
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Registriert: 12.05.2006, 10:07 Beiträge: 1265 Wohnort: kein Blick auf den Eiffelturm mehr, aber dafür mittendrin *20.1.1962
Vorname: I.
Nachname: K.
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Lieber Rugero,
ich finde Deinen thread sehr interessant - regt er doch, wieder einmal, sehr zum Nachdenken an.
Wenn wir in Mallorca im Hotel Musical singen, dann sehe ich uns aber nicht mit Headsets über eine Riesenbühne flitzen, umrahmt von Riesenkulissen und verstärkt für einen Riesensaal (so kenne ich zumindest aus Paris Musicals wie Notre Dame de Paris, Romeo et Juliette oder auch le Roi Soleil und dahinter stehen riesige Budgets), sondern ich sehe uns, wie wir bekannte Melodien aus diversen Musicals oder Musikfilmen singen - vielleicht ein bißchen tanzen - und vor allen Dingen "Spass haben". :tanzen
In meinem "Fach" - grand lyrique wird das hier genannt - singe ich fast immer ganz traurige Arien, manchmal ein bißchen dramatischer, manchmal ein bisschen larmoyanter, manchmal auch glücklich - aber auf eher introvertierte Weise.
Wenn ich für mich ein Programm zusammenstelle, kommt immer irgendwann der Moment, an dem meine Pianistin und ich uns angucken und sagen - "oh nein, das ist alles soooooo traurig". Und dann gehe ich wildern in anderen Fächern, um dem Publikum auch was "fröhlicheres" anzubieten. Und selbst wenn ich mit einer "Carmen" nichts gemein habe, so freut sich das Publikum, wenn ich ihnen ganz entspannt die Habanera trällere ...
Es gibt doch so viele Melodien, die einem schon beim Zuhören ein bißchen in die Beine gehen, wo man Lust hat, zu klatschen oder im Takt mitzuwippen - oder am besten gleich mitzusingen. Und ich denke, solange der "Singende" Spass an der Freud hat und das auch vermittelt, da ist das doch egal, ob Du "eigentlich" als Bariton in einem ernsteren Fach singst.
Mir erscheint es (für mich) wichtig, dem Publikum etwas zu geben, meine Freude an der Musik zu teilen. Da ist manchmal der Blick über den Tellerrand ganz wichtig. :piano1
Liebe Grüsse von LaCastafiore
_________________ La chance d'avoir du talent ne suffit pas ; il faut encore le talent d'avoir de la chance.
Hector Berlioz
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