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cantilene
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Verfasst: 29.03.2007, 12:58 |
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Vielleicht hat schon jemand hier das Duett aus Mozarts Figaro Susanna/Graf szenisch oder in der Oper gesungen und kann zur Interpretation einer Stelle einen Tipp abgeben.
Die Geschcihte selbst ist ja klar und einleuchtend und nciht sehr schwierig zu vermitteln:
Susanna bittet den Grafen zum angeblichen Schâferstündchen und er ist freudig erregt und sieht sich endlich am Ziel seiner langgehegten Wünsche.
Sie macht sich heimlich darüber lustig und spielt ihm aber vordergründig erhörte Liebe vor.
Es gibt da einen Satz, der sich dauernd wiederholt(deutsche Version) Ich hab mein Herz gegeben , doch gab ichs nur zum Schein"
Das finde ich schwierig darzustellen und zu interpretieren, weil: sie singt gleichzeitg den Grafen an und sagt ihm, was er hören will, aber im selben Satz auch das, was ja nicht für ihn, sondern sie selbst und die Zuhörer bestimmt ist.
Wie spielt man das dann?
Den Grafen ansingen und dann schnell abwenden ,als wolle man den Leuten dann den Nebensatz zuflûstern? Vielleicht auch noch ins Piano gehen so nach dem Motto; das soll der Graf nciht hören?????
Ich mache dieses wirklcih sehr niiedlcihe Duett zum ersten Mal und versuche, mit meinem Korrepetitor da eine schlüssige Version zu finden.
Hat jemand Erfahrung oder Ideen?
Canti 
Zuletzt geändert von cantilene am 29.03.2007, 14:38, insgesamt 1-mal geändert.
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musika
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Verfasst: 29.03.2007, 13:12 |
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Registriert: 10.11.2005, 00:00 Beiträge: 4458 Wohnort: Diessen am Ammersee *15.07.1942
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Hallo Canti,
sie macht sich ja einen Spaß daraus den Grafen zu verar....., das muss sie glaubhaft rüberbringen, damit der Graf es nicht merkt. Er merkt es dann wenn sie auf die Fragen des Grafen mit "nein" antwortet und er entrüstet fragt "nein"? Natürlich sollte der Graf das nicht hören, aber er hat es gehört. Die Reaktion der Susanna ist ja dann auf den Grafen gerichtet mit "JA".
Schwierig ist es, da dieses Duett ja aus dem Werk herausgenommen wird und jemand, der diese Oper NICHT kennt, kann wenig mit dem Duett anfangen. Umso schwieriger ist es, die Interpretation so herauszufinden, dass das Publikum merkt, um was es geht.
Ich würde diese "Nein" schon dem Publikum zugewendet singen, denn er sollte es ja eigentlich nicht hören.
LG
_________________ musika belcanto-solistenFreunde sind wie Engel, die uns auf die Füße helfen, wenn unsere Flügel vergessen haben, wie man fliegt.
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Silje
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Verfasst: 29.03.2007, 13:36 |
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Registriert: 13.11.2005, 18:26 Beiträge: 1598 Wohnort: Starnberg/Bad Homburg *21.12.
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Liebe Canti,
ich habe das Duett auch schon mal gesungen und habe es so auf die Art interpretiert wie Musika es beschreibt. Aber auf keinen Fall ins Piano gehen .... Du mußt den Graf schmachtend ansingen, evtl. eine Tick überzogen und eine gewisse Ironie soll erkennbar sein.
Wie Musika sagt....das "Nein" zum Publikum und dann das "Ja" zu ihm. Du tust so, als hättest Du Dich versprochen mit dem Nein und singst dann voller Überzeugung das Ja. Aber wie gesagt, der Schalk in Deinen Augen und dieses "sich ein bisschen über ihn lustig machen" ist wichtig. Aber nicht auf die überhebliche Art, sondern eher so die "Dummchenmethode" .
Liebe Grüße,
Silje
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LaCastafiore
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Verfasst: 29.03.2007, 13:42 |
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Registriert: 12.05.2006, 10:07 Beiträge: 1265 Wohnort: kein Blick auf den Eiffelturm mehr, aber dafür mittendrin *20.1.1962
Vorname: I.
Nachname: K.
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Genau, liebe Canti,
stell Dir einfach vor, die Susanna wäre blond...
dann klappt das schon
unseriöse Grüsse von Casta
_________________ La chance d'avoir du talent ne suffit pas ; il faut encore le talent d'avoir de la chance.
Hector Berlioz
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cantilene
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Verfasst: 29.03.2007, 14:53 |
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Erstmal Danke für die bisherigen Antworten.
Liebe Casta, wenn Susanna blond wäre, wäre sie nicht so gewitzt, oder?  ...... ich glaube, da passt meine rote Konzert-Mâhne dann doch besser...... rusée und rousse kommt vielleciht zusammen??????......
schnell wegduck und flücht.........wo istder smile dafür??????
Liebe Musika und Silje,
Es ging mir ja nicht um das Ja oder Nein, das sehe ich genauso wie ihr und das ist ja auch das Neckische an dieser Arie. Undwie alles was aus dem Zusammenhang gespielt werden muss, ist das natürlich nciht einfach. I will try my best....
Mir geht es wirklich hier jetzt um den dauernd wiederkehrenden Satz: "Ich hab mein Herz gegeben, doch gab ich's nur zum Schein"
Das ist ein Satz der eigentlcih ein paradoxes Spiel verlangt. Einerseits sagt sie dem Grafen: "Ich bin auch ich dich verliebt, Du kannst mich endlich haben. "
Andererseits sagt sie sich selbst und dem Publikum: Guckt mal, der Gockel, der glaubt mir das acuh noch... typisch Mann  da lach ich mir doch mit euch hier einen ab!
Und das im selben gesungenen Satz! Wie agiert man da? Wen singt man an und was macht man?
und das kommt mehrmals hintereinander.
Solange nur Ja und Nein ist, hat man noch klare Anweisungen, aber Ja und Nein im selben Satz ist schon recht verwirrend
Mein armer Kopf ist mir verrückt........
 Canti
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LaCastafiore
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Verfasst: 29.03.2007, 15:07 |
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Registriert: 12.05.2006, 10:07 Beiträge: 1265 Wohnort: kein Blick auf den Eiffelturm mehr, aber dafür mittendrin *20.1.1962
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Liebe Canti,
nun eine etwas seriösere Antwort...
Du kannst diesen Satz doch variieren und tatsächlich alle sich bietenden Möglichkeiten auskosten:
Du schmachtest den Conte an und tust so als ob
du schmachtest ihn an - verdrehst aber in Richtung Publikum die Augen
dann singst du mit einem clin d'oeil zum Publikum
evtl. ein bißchen abseits und nachdenklich für Dich alleine
ich halte die Susanna übrigens nicht für "dumm", sondern für ausgesprochen clever...
Liebe Grüsse von Casta
_________________ La chance d'avoir du talent ne suffit pas ; il faut encore le talent d'avoir de la chance.
Hector Berlioz
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musika
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Verfasst: 29.03.2007, 15:18 |
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Registriert: 10.11.2005, 00:00 Beiträge: 4458 Wohnort: Diessen am Ammersee *15.07.1942
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also nachdenklich ist ein Faktor der vielleicht Unsicherheit ausdrückt, aber so tun als ob und die "Augen verdrehen" finde ich dann besser.
LG
_________________ musika belcanto-solistenFreunde sind wie Engel, die uns auf die Füße helfen, wenn unsere Flügel vergessen haben, wie man fliegt.
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gioachino
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Verfasst: 29.03.2007, 15:44 |
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Schaun mer mal !
Ciao. Gioachino 
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Silje
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Verfasst: 29.03.2007, 16:18 |
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Registriert: 13.11.2005, 18:26 Beiträge: 1598 Wohnort: Starnberg/Bad Homburg *21.12.
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Mensch Canti....agiere so,wie im richtigen Leben.  Voller Inbrunst und Überzeugung ihn ansingen und dann alle Varianten, die Casta schon aufgeführt hat.
Grundsätzlich denke ich,daß sich solch ein Spiel auch erst entwickeln muß. Wenn man schon im Vornherein festlegt "dann mach ich das und dann mach ich das und dann nicke ich und dann zwinkere ich " .,..dann wirkt das meistens völlig steif und unorganisch. Du kannst dich doch sicher reinfühlen in unsere scheinbar dumme, durchtriebene Susanna.. lass es laufen und Du wirst sicher spontan richtig agieren.
Liebe Grüße,
Silje
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cantilene
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Verfasst: 29.03.2007, 16:41 |
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Ja, Silje, das ist sowieso immer am besten(haben wir zwei sisters ja auch so gemacht)  und normalerweise mache ich das ja auch am liebsten so spontan wie môglcih.
Mir ist nur dieser total paradoxe Satz nicht geheuer und verunsichert mich ziemlich. Hû und Hott zur selben Zeit. Und leider habe ich keine DVD vom Figaro. Mich würde wirklich mal interessieren, wie das so in den neuesten grossen Aufführungen(z.b. Salzburg mit Nertrebko) gespielt worden ist. Manchmal wird der conte ja wirklcih wie ein alter Trottel dargestellt, andere Mal auch ganz anders.
Aber ich werde mit dem (untergetauchten) Conte wohl schon vorher ein Übe-Tänzchen starten und dann geht das Alles als Quasi Reality-Show über die Bühne und gut is!
Canti 
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Silje
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Verfasst: 29.03.2007, 16:54 |
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Registriert: 13.11.2005, 18:26 Beiträge: 1598 Wohnort: Starnberg/Bad Homburg *21.12.
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Hüh und Hott ist doch sozusagen kein Widerspruch. Das kennt man doch auch bei sich selbst: " Soll ich mir die teuren Schuhe für 120 Euro kaufen, ja oder nein ? ach ja, ach nein, eher nicht, ach doch...usw..."
Gut, der Vergleich Männer und Schuhe hinkt evtl. etwas, was solls...
Silje
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