Hallo!
@ Rolando: Danke für Deinen Tipp! Es hat sich schon erledigt, denn ich hab eine CD geliehen: mit Bernstein/DiFiDi/Kollo/Janowitz/Popp/Dallapozza/Jungwirth aus dem Jahre 1978 (war gratis ;-) Wenn man sich bei Rocco die Ohren zuhält, ist die Aufnahme wirklich gut...
Ja, und gestern war ich also in der Oper. Dort konnte ich bemerken, dass alle auch nur mit Wasser kochen. So richtig begeistert hat mich nur der Dirigent, der sich wacker geschlagen hat. Und bin ich erschüttert, wenn DAS Staatsopernniveau ist: Sänger und Orchester waren sich selten über das Tempo einig - besonders schlimm war´s oft beim Chor, der so schwerfällig war, dass ich bald verstanden habe, warum der Beginn der Chorszenen immer in einem Höllentempo war: zum Schluss waren sie nur mehr halb so schnell...
Für mich wirkte das Ganze leicht unterprobt, teilweise eine richtige Zitterpartie, obwohl die Sänger das sicher schon öfters gesungen haben (192. Aufführung der Inszenierung): bei den Solisten war ich mir nicht sicher, ob sie nach dem Tohuwabohu der Ensemblestellen wieder gleichzeitig fertig werden(, dort, wo es erforderlich ist).
Ich kann es nicht glauben, dass diese routinierten Sänger solche rhythmischen Wildschweine sind und nur auf "Durchkommen" singen!!
Es kann auch nicht daran liegen, dass der Schall irgendwie versetzt beim Publikum ankommt, denn bei einigen funktioniert das sehr gut (die haben den Trick nämlich heraus: zu(sammen)hören und wenigstens dann und wann ein Blick auf den Dirigenten ;-) ) Vielleicht liegt´s daran, dass man einfach mehr Zeit braucht, bis man die richtigen Töne gefunden hat, wenn man sie von unten anschleift - das summiert sich einfach...

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Leonore war mit einem Mezzosopran besetzt. Das war für mich ungewohnt. Die Spitzentöne waren daher oft sehr eng und angestrengt. Bei einer Schlüsselstelle ("O Gott, w
elch ein Augenblick" im Finale des 2. Akts) kam dann auch nur ein Kiekser. Sie hat mir so unendlich leid getan, weil sie sich so bemüht hatte, die ganze Aufführung lang und weil sie sich am liebsten verkrochen hätte. Zum Schluss hat sie sich fast entschuldigend verbeugt - und trotzdem verdienterweise den meisten Applaus bekommen.
Dann: Töne stemmen, Vibrati, bei denen man sich im Bereich einer Terz die passenden Töne wählen kann, bei Ensemblestellen: "Ich kann lauter und länger!" - "Nein, ich!"
Aber natürlich gab es nicht nur Schlechtes (und ich weiß, wenn ich auf der Bühne stünde, wäre alles viel besser

...das Bühnenbild und die Kostüme waren zum Beispiel wundervoll

: , nein, war nur Spaß.), das oben Geschriebene bezieht sich nicht auf alle Sänger bzw. auch nicht auf die ganze Oper, sondern nur auf Teilstrecken!!
Der Chor sang mit hervorragender Dynamik, die Textdeutlichkeit war fast immer sehr gut, auch bei den Solisten. Auch die spielerische Leistung fand ich bei den meisten großartig.
Sänger/in zu sein ist mit Sicherheit sehr anspruchsvoll, schwierig und anstrengend, aber einfach wundervoll! Ist es nicht die (zumindest zweit-) schönste Tätigkeit, die´s gibt??
LG von
Canteva, die den gestrigen Abend sehr genossen hat!

:grin: