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Stimmbildung im Chor von Claudia Rübben-Laux, Chordirektorin FDB, Dozentin für Stimmbildung und Mitglied des Musikausschusses des Sängerbundes NRW, Sopranistin. Diese Beitragsserie ist entnommen aus "Chor live", Fachzeitschrift für das Singen, Chor Verband NRW
Wege zur Höhenbewältigung bei der Frauenstimme. Zwei Faktoren sind für das Erreichen der Höhe bei der Frauenstimme, sowie die Erweiterung und den Ausbau wichtig. 1. Die Sängerin muss im oberen Register einen Kopfton erzeugen können. 2. Die Sängerin muss erkennen, welcher Stimmlage sie anlagebedingt zugehört. In dieser Frage ist das psychologische Geschick des Stimmbildners oder Chorleiters gefragt, denn bei vielen Sopranen herrscht die irrige Vorstellung, im Alt zu singen sei etwas zweit- oder drittklassiges. Dabei können auch ehemalige Soprane durch den Wechsel in eine tiefere Stimme noch vollwertige Chormitglieder sein. Den meisten Frauenstimmen steht in der Tiefe der Brustton ungefähr bis zum „kleinen f“ zur Verfügung, so dass bei Weckung der Kopfresonanzen eine Höhenerweiterung um eine Quarte oder Quinte nicht selten ist. Bei der Höhenbewältigung ist die Stimmbildnerin oder Gesanglehrerin insofern im Vorteil, als sie die Übungen in Originaltonhöhe vorsingen kann. Der männliche Stimmbildner ist meist auf das Simulieren im Falsett angewiesen. Für die Weckung der Kopfresonanzen und damit für das Aufschließen einer kopfigen Höhe arbeite man zunächst mit den Singsilben „su“ und „sü“, da sich der Kehlkopf dabei in Tiefstellung befindet.
Beginnen Sie zunächst mit einfachen syltabischen (auf jede Silbe einen Ton) Tonfolgen, die bitte nur im piano ausgeführt werden sollten. Achten Sie darauf, dass jeder Ton mit einer minimalen Kieferbewegung angesetzt wird und der Lippenring bei „u“ oder „ü“ nach vorne bespannt bleibt (Schnute) Die ersten Übungen zur Höhenbewältigung sollten nicht über ein h‘ hinausgehen. Achten Sie vor allem auf_ Lippen (sollen nicht fest sein), Zunge (soll an den Zähnen anliegen), Unterkiefer (soll locker sein). Der nächste Schritt zur Höhe könnte mit Übungen beginnen, die ungefähr auf a‘ anfangen, um so die frequenzüberschreitenden Formantenbereich mit abzudecken. Besonders eignen sich Dur- oder Molldreiklänge auf- und abwärts. Nach und nach sollten Sie alle Vokale in die Übungen mit einbeziehen. Weisen Sie immer wieder darauf hin, dass die Übungen ein mezzoforte nicht überschreiten dürfen.
Wichtig: Einerseits müssen die höheren Töne bewusst in den Kopfbereich gesetzt werden (Stirn, drittes Aug auf der Stirn, Maske), andererseits muss darauf geachtet werden, dass das Ansatzrohr (Hals- und Rachenraum) immer geöffnet bleit und die Lippen den Ton „runden“. Höhentraining darf nicht zu lange betrieben werden, deshalb schalten Sie immer wieder Tonfolgen zwischen, die von oben nach unten führen, um die Stimme nicht fest werden zu lassen.
_________________ musika belcanto-solistenFreunde sind wie Engel, die uns auf die Füße helfen, wenn unsere Flügel vergessen haben, wie man fliegt.
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