Liebe Orphenica, das was Du da beschreibst, finde ich für einen Laien-Chor ganz schön happig und ich sage: Chapeau, Madame!
Dass Du das so gut mitmachst und diese Bedingungen akzeptieren kannst, zeigt schon sehr viel über Deine Musikalität, Disziplin und Fleiss!
Ich singe selbst seit vielen Jahren in Ensembles und Chören und im Moment auch wieder in einem ambitionierten Chor, unter eher semi-professionellen Bedingungen aber SO streng geht es da auch nicht zu. Da werden schon auch die Einzelstimmen noch geprobt, oft gibt es sogar Proben, in denen alle Stimmen in getrennten Räumen beginnen und dann erst zusammensingen.
Aber zu Deiner Frage der häuslichen Vorbereitung auf Situationen, in denen man nur wenig Probenzeit für ein Ensemble hat. Ich beschreibe Dir mal meine Methode, beziehe mich dabei aber weniger auf Chor-Arbeit sondern eher das Singen in solistisch oder klein besetztem Ensemble.
Zuerst lerne ich meine Stimme nach Noten, mit Klavier, allein für mich. D.H. ich spiele mir unklare Stellen vor, solange, bis ich sie kann. Wenn ich meine eigene Stimme zu kônnen glaube, nehme ich mir eine CD-Aufnahme des Stückes und versuche, meine Stimme da mitzusingen. Hier zeigen sich schon die Schwachpunkte, an denen ich noch arbeiten muss.
Wenn das Mitsingen dann soweit klappt, übe ich das Ganze einmal mit meinem Korrepetitor oder bitte meine Pianistin, mit der ich sonst arbeite, es zu spielen.
Der Korrep spielt auch die Einsätze der anderen Stimmen mit und dann sehe ich, ob es wirklich sitzt, auch ohne Cd oder eben noch nicht. Wenn nciht muss eben weiter gearbeitet werden.
Wichtig ist, dass man auch die anderen Stimmen grob beherrscht, zumindest die Einsätze weiss. Wenn es dann passiert, dass sich Deine Partner mal irren, dann bist du nicht sofort komplett aufgeschmissen, sonder n kannst irgendwie improvisieren. Ich habe schon Situationen erlebt, wo ich eine andere Stimme mitgesungen habe, weil ein Anderer seinen Einsatz nicht hatte-umgekehrt kann das genauso sein und würde mir dann sehr helfen.
In einem Ensemble versuche ich mich auch für die Anderen , soweit es geht, mitverantwortlichzu fühlen und bin froh, wenn es umgekehrt genauso ist. Soufflieren eingeschlossen.(Mir hat mal beim Finale der lustigen Witwe in französischer Sprache ein netter Bariton während des Singens souffliert, ohne ihn wäre ich textlich wahrscheinlich total baden gegangen)

:love:
Man ist immer nur so gut wie die Partner sind,das darf man d bei allen Ensemblestücken nie vergessen.
Liebe Grüsse und weiter viel Erfolg und Freude, trotzdem!
Wenn ihr einen Chorrat habt, könnte man das Thema ja mal aufs Programm setzen, denn es gibt sicher noch andere, für die es nicht selbstverständlich ist, dass euer Leiter so anspruchsvolle Eigenarbeit voraussetzt. "Terror" finde ich zwar etwas übertrieben, aber diese Methode in einem Nicht-Profi-Chor, also wo die Leute einfach nicht soviel Zeit investieren KÖNNEN,ist schon überdenkenswert.
Cantilene
