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Stimmbildung im Chor von Claudia Rübben-Laux, Chordirektorin FDB, Dozentin für Stimmbildung und Mitglied des Musikausschusses des Sängerbundes NRW, Sopranistin. Diese Beitragsserie ist entnommen aus "Chor live", Fachzeitschrift für das Singen, Chor Verband NRW
Die Höhe der Frauenstimme In der Gesangspädagogik ist man sich einige, dass bei den Vokalen i und u etwa um c‘‘, bei e und o etwa ab dis‘‘ eine Vokalfarbenveränderung beginnt. Ab dieser Höhe ist ein klar definierbarer Vokalklang nicht mehr möglich. Klänge, die unter 88 Hz keinen Formanten haben, also i – e – o – u – ö – ü, nähern sich einer unbestimmbaren Vokalfarbe in Richtung a. Viele Chöre stehen dieser Tatsache leider recht unwissend und hilflos gegenüber. Wir kennen alle die ohrenbeleidigenden, scharfen, engen, spitzen und flachen Klänge einiger Frauenstimmen. Oft gibt es auch im Intonationsbereich nur unbefriedigende Ergebnisse, die nicht in mangelndem Hörvermögen, sondern in unzureichender Gesangstechnik ihre Ursachen haben. Dass sich die Vokalfarbenveränderung just im Bereich des Registerwechsels (c‘‘ e‘‘) vollzieht, macht, wie man sich denken kann, die Lösung des Problems noch schwieriger. Mit zunehmender Tonhöhe entsteht ein undefinierbarer Klang, der fast immer einem a gleicht, egal, welches Wort artikuliert werden soll. Das Ohr des Zuhörers hört sich aber den richtigen Vokal aus dem Wortsinn zu Recht. Wichtig in der Ausführung ist ein lockerer Unterkiefer, der zur Höhe hin fallen sollte, um zu einer großräumigen Mundstellung zu kommen, eben auch bei den Vokale i – e – o – u – ö – ü. Nur im Kopftonpianissimo ist kein großer Kieferfall nötig. Trotz des fallenden Unterkiefers ist es für den Tonsitz unerlässlich, dass die Töne von oben angesetzt und angedacht werden. Andernfalls klingen sie leicht „geplärrt“. Dies ist vor allem beim Vokal a sehr häufig, wenn keine Rundung bei offener Mundstellung stattfindet. Schon die alten Italiener wussten: „In jedem Klang (Vokal) sollten gleichzeitig i und an enthalten sein. Dies bedeutet, dass in jedem gesungenen Ton gleich7zeitig der Vordersitz des i in der „Maske“ empfunden werden sollte, ebenso wie die Weite des a in Mundraum und Schlund. Das schwierige Problem der Höhe der Frauenstimme wird aber nur auf Dauer zu lösen sein, wenn der Stimmbildner oder Chorleiter immer wieder richtige Anweisungen gibt und durch praktisches Vormachen seinen Sängerinnen Vorbild ist. Der männliche Stimmbildner ist gegenüber den weiblichen im Nachteil, da er selbst ja keine Frequenzen zwischen 650 und 1000 Hz erzeugen kann. Zusammenfassung: Ein Vokal ist nur in dem ihm zugeordneten Formantenbereich eindeutig erkennbar. Die Vokalfarbenveränderung geht allmählich vor sich. Wichtigste Voraussetzung ist Mut zu haben, auch Vokale wie i oder u in der Höhe mit lockerem Kieferfall und großem Mundraum zu singen.
_________________ musika belcanto-solistenFreunde sind wie Engel, die uns auf die Füße helfen, wenn unsere Flügel vergessen haben, wie man fliegt.
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