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Octaviane
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Verfasst: 17.01.2007, 18:27 |
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Registriert: 27.01.2006, 00:14 Beiträge: 1378 Wohnort: Bonn *31.01.
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Hallo ihr,
mich würde mal eure Meinung zu diesem Thema interessieren:
Kürzlich unterhielt ich mich mit einem Herren, der Künstler im Bereich Kleinkunst vermittelt und evtl. daran interessiert ist, mit unserem Quartett zu arbeiten. Im Laufe des Gespräches meinte er, dass es für einen Künstler wichtig ist, dass sein Programm eine gewisse Originalität aufweist. Es sollte etwas haben, das andere Programme eben nicht haben.
Ich finde nun, dass beispielsweise cantilene ja oft bei Konzerten mitwirkt, die eben diese Originalität aufweisen (Musik aus weit entfernten Ländern, interessante Instrumentalzusammenstellungen etc.) und kann mir nun auch vorstellen, dass das vielleicht mehr Leute anzieht als der 100. Liederabend.
Allerdings finde ich es auch ziemllich schwer, alleine ein wirklich originelles Programm auf die Beine zu stellen.
Dann kamen wir auch noch darauf, dass man ja schnell in eine Schublade geteckt wird (und das nicht nur bei den Stimmfächern) - also entweder die so genannte Ernste Musik oder die Unterhaltungsmusik. Wobei ich ja finde, dass auch ernste Musik unterhalten sollte
Und beide Sparten belächeln sich doch manchmal ein wenig gegenseitig -auf der einen Seite die "verstaubte" Klassik, auf der anderen Seite die "oberflächliche" U-Musik. (Das ist _nicht_ meine Meinung!)
Liebe Grüße
Octaviane
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Fliu
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Verfasst: 17.01.2007, 19:41 |
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Jaja, vom Schubladendenken kann ich auch ein Lied singen. Und das, obwohl ich gar nicht aus Deutschland bin :D
Mit unserm Ensemble singen wir ja alles quer durch den Gemüsegarten, von Klassik über Gospels, Pop und zeitgenössische Musik, aber diese Antwort stellt viele Leute nicht zufrieden, wenn sie fragen, "was wir denn so singen". Viele können sich einfach nicht richtig vorstellen, dass man in mehr als einer Kategorie tätig sein kann.
Aber gerade die Vielfalt bzw. Originalität gefällt doch dem Publikum, da stimme ich mit deinem Bekannten absolut überein. Trotzdem kann einem dabei leicht unterstellt werden, zwar alles mögliche zu machen, aber dafür nichts "so richtig". Als wäre die Qualität automatisch schlechter, wenn man sich nicht auf ein Genre alleine beschränken will. Man wird zwar meistens einen Bereich haben, in dem man besonders gut ist, aber deswegen muss man doch in den anderen Bereichen nicht automatisch schlecht sein.
Ich bin zwar der Meinung, dass wir in der Klassik (zumindest bisher) besser sind als im Pop o.ä., aber ich habe einfach keine Lust, mich nur auf eine Sache zu konzentrieren und mich von allem anderen zu verabschieden. Dadurch würden wir sicher auch einen Teil unseres Publikums verlieren - denn viele davon finden gerade das toll, dass wir so viele verschiedene Dinge machen. Haben die Schubladendenker halt Pech gehabt
Im Endeffekt muss das natürlich jeder für sich selbst entscheiden und sollte sich da auch von niemandem dreinreden lassen  Obwohl es schon keine schlechte Idee ist, sich über den Geschmack des Publikums Gedanken zu machen.
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gioachino
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Verfasst: 17.01.2007, 19:52 |
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Das ist ein typisch deutsches Phänomen. Stellt Euch nur einen jazzenden Karajan, Furtwängler, Kleiber, Klemperer oder wen auch immer deutscher Zunge vor ! Gegenbeispiel : Leonard Bernstein.
Die bei uns so rigide Trennung zwischen E und U hat den Ruf so manches Künstlers der E - Musik zumindest beeinträchtigt, wenn nicht gar gekostet.
Das fing mit Richard Tauber an und hörte mit Anneliese Rothenberger nicht auf. Manche haben jedoch kaum die notwendige Balance zwischen beiden Genres gefunden und wunderten sich dann, wenn sie mit Rex Gildo in einen Topf geworfen wurden!
Sängerinnen wie Kiri te Kanawa oder Anne- Sofie von Otter, Sänger wie Fritz Wunderlich oder Thomas Quasthoff wussten bzw. wissen diese Balance zu wahren.
Ciao. Gioachino
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cantilene
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Verfasst: 17.01.2007, 21:10 |
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Ich denke, dass da verschiedene Punkte wichtig sind.
Zum Einen muss man das machen, was man KANN.
Wer eben nur Klassik kann und sich mit anderen Stilen schwer tut, soll lieber dabei bleiben, ehe er sich lächerlich macht oder unwohl fühlt.
Nur das, was man überzeugend vermitteln kann, hat Erfolg beim Publikum.
Zum Anderen muss man genau überlegen, welche Klientel man" bedienen" will.
Beim Konzert in Mallorca z.B., wo erfahrungsgemäss viele Deutsche nciht mehr ganz jungen Lebensalters das Publikum sind, wird man ein anderes Programm wählen als bei einem Konzert in einem Conservatoire in Frankreich.
Wenn ich selbst Programme gestalte, habe ich sehr gerne thematische Anhaltspunkte und suche zündende Ideen.
Z.B. kam das Thema "Märchen, Mythen, Meerjungfrauen" überraschend gut beim Publikum an und unser Konzert war so voll, dass wir Stühle anstellen mussten und zu wenig Programme hatten. Und das obschon Liederabende in Deutschland oft sehr schlecht besucht sind.
Bei Salonkonzerten hier bei uns, weiss ich in etwa, welche Leute kommen und welche Erwartungen die haben. Was kann ich den Leuten zumuten und welche Zuckerstückchen muss ich dann zum Ausgleich geben?
Nicht jeder steht auf hochintellektuelle Kammermusik oder Debussy und Poulenc, aber nur Bekanntes und Leichtes wollen die Leute auch nicht.
Mein Conservatoire macht Z.B. immer thematische Konzerte.
Am Freitag gibt es "La Nature" und dort singe ich "Flammende Rose, Zierde der Ërden" von Händel und einen Saint-Saëns mit Flöte, der von netten Schäferidyllen handelt.
Andere spielen "La mer" oder Frühlingssonate etc. .
Was die Verbindung von Klassik und Nicht-Klassik angeht, bin ich selbst da nicht so ganz geeigent, weil ich nur mit klassischer Technik singe. Ich bringe gerne Operettenlieder oder Chansons in Konzerte ien, aber das ist dann auch shcon Alles, was ich kann.
In Konzerten mit anderen zusammen, die es eben KÖNNEN, finde ich das aber gut. Allerdings muss das Programm einen roten Faden haben. Wilde Mischungen ohne Sinn und Zusammenhang mag ich weder als Mit-wirkender noch als Zuhörer besonders
Um bei dem heutigen Überangebot zu bestehen, sollte man sich schon was Schönes und Originelles einfallen lassen, finde ich und auch ein bisschen sein eigener Regisseur werden. Mein Korrepettitor macht Konzerte mit sehr guten Sängern z.B. in Paris. Doret führt er acu hselbst Regie und es gibt Szenen und Kostüme und quer beet durch Oper, Operette und Film-Musik. Da schaue ich mir gerne mal was ab an ideen oder gebe es weiter.
Ich bin immer für eine Art Gesamtkunstwerk und wenn Literatur, Musik und Kunst zusammenkommen, ist es mir das Allerliebste.
Canti 
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Octaviane
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Verfasst: 18.01.2007, 10:31 |
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Registriert: 27.01.2006, 00:14 Beiträge: 1378 Wohnort: Bonn *31.01.
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Hallo ihr,
ja, ich denke auch, dass es ein Problem ist, wenn man als klassischer Künstler auch andere Genres singt - dann muss man schon sehr gut oder authentisch und wandelbar sein, möchte man dennoch ernst genommen und nicht belächelt werden.
@flui: Wir singen mit unserem Quartett auch alles Querbeet, unterscheiden aber, für welchen Anlass wir welche Musik anbieten. (Aber das macht ihr wahrscheinlich nicht anders :)) Also stimme ich vollkommen mit cantilene darin überein, dass man sich gut anschauen sollte, was für ein "Klientel" man vor sich hat - für 50ste Geburtstage etc. treten wir dann beispielsweise als A-Capella-Gruppe auf, was auch den Vorteil hat, keinen Begleiter zu brauchen, für ein abendfüllendes Gala-Programm (an dem wir noch arbeiten  ) verlegen wir uns dann eher auf die klassische Schiene (mit Pianisten) und hoffen, dass uns diese GRatwanderung zwischen klassischem Gesang auf erstrebenswerterweise hohem Niveau und Unterhaltung gelingen wird ...
Letztendlich muss man ja auch wissen, was man eigentlich will - man wird in den meisten Fällen mit einem Liederabend (es sei denn, man hat sich international einen Namen gemacht) die Leute zwar ggf. durch sängerische Leistung oder einfühlsame Interpreation anrühren oder auch begeistern können, aber ganze Säle wird man wohl selten zum Toben bringen (um es mal überspitzt auszudrücken)
Die Frage ist also - Kunst (womit ich der U-Musik bestimmt nicht ihre künstlerische Qualifikation absprechen will) oder Konsum - oder ist nicht doch beides möglich?
LG
Octaviane
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Uralt
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Verfasst: 18.01.2007, 10:45 |
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Registriert: 22.04.2006, 12:29 Beiträge: 767 Wohnort: Rheinland-Pfalz, 14.11.**
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Octaviane hat geschrieben: Hallo ihr, Kürzlich unterhielt ich mich mit einem Herren, der Künstler im Bereich Kleinkunst vermittelt und evtl. daran interessiert ist, mit unserem Quartett zu arbeiten. Im Laufe des Gespräches meinte er, dass es für einen Künstler wichtig ist, dass sein Programm eine gewisse Originalität aufweist. Es sollte etwas haben, das andere Programme eben nicht haben. .... Allerdings finde ich es auch ziemllich schwer, alleine ein wirklich originelles Programm auf die Beine zu stellen. Liebe Grüße Octaviane
Liebe Oktaviane,
da hat der Herr von der Agentur absolut Recht. Aus seiner Sicht. Wie soll er ein Programm verkaufen, wenn er dem Veranstalter nicht in wenigen Worten erzählen und in kurzen Videoaufnahmen zeigen kann, was ihr macht ? Denn so läuft das in der Praxis. Das Programm muß einen Veranstalter in kurzer Zeit neugierig machen, muß ein Profil haben und wenn es dann noch eine bestimmte Originalität/Thema hat, die gerade dieser Veranstalter sucht...
Und das ist gerade die Schwierigkeit. Ich komme gerade wieder von der größten deutschen Messe für Kleinkunst/Musik/Straßentheater und werde dieses Jahr noch einige besuchen. Dort zeigt es sich immer wieder, dass man keine Gruppe verkaufen kann, die das Profil hat : Gesang + Gruppe + Frauen + Klassische - + Unterhaltungsmusik. Das ist viel zu vage und hat eben kein Profil.
Und als KünstlerIn ist es wirklich nicht einfach, genau den Punkt zu treffen, der gerade gewünscht wird. Eine Zeitlang waren "Frauenprogramme" von Frauen absolut in, heute verdrehen die Veranstalter die Augen. Noch nicht lange her waren acapella-Jungs in, heute müssen es schon die U-Bahn-Kontrollöre sein. ( wer sie nicht kennt, das ist so eine Art Hard-Core-acapella, ).
Und noch etwas : Vorsicht bei Agenturen, es gibt eine Menge "schwarze Schafe", Menschen, die denken, man könne die schnelle Kohle machen mit KünstlerInnen und dann feststellen, dass das ein harter Job ist und wieder von der Bildfläche verschwinden.
Wenn ich das was ich gerade geschrieben habe, so durchlese, klingt es sehr negativ, aber so ist die Realität in diesem Job.
Nichts desto trotz, mit einem guten Programm, einer guten Regie und ein bischen Glück kann man es schaffen.
Und noch was : Auf der Messe hat sich ein Trend gezeigt : die Talsohle von 2002/3 ist durchschritten, es geht wieder aufwärts, es fließen wieder mehr Gelder im Kulturbereich.
Liebe Grüße
Uralt
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Octaviane
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Verfasst: 18.01.2007, 11:28 |
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Registriert: 27.01.2006, 00:14 Beiträge: 1378 Wohnort: Bonn *31.01.
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Hallo Uralt,
vielen Dank für diese realistische und interessante Einschätzung. Dass der betreffende Herr einer unseriösen Agentur angehört, bezweifle ich allerdings, hat er doch auch schon mittlerweile namhafte Künstler vermittelt und das Springmaustheater, mit dem er zusammen arbeitet, ist ja nun durchaus auch etabliert.
Was die A-Capella-Schiene angeht, hast Du natürlich recht - A-Capella-Gruppen gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, da holt man keinen Hund hinterm Ofen vor. Er meinte aber, dass unser Klassik-Konzept durchaus "neu" sein könnte und möchte uns aus dem Grund ja einmal hören, um zu sehen, was man daraus machen kann. Und ich hoffe doch sehr, dass wir mehr Profil haben als das von Dir angesprochene  Wir machen ja keine sinnlose Mixtur aus Klassik und Pop, sondern bleiben schon in einem Bereich (nämlich eher im klassischen), nur die Art der Darbietung wird eben eine etwas andere sein.
Wie Du schon angedeutet hast, ist es ja auch einfach wichtig, sich zu verkaufen (zumindest wenn da auch finanziell was bei rumspringen soll), was einerseits wenigh idealistisch ist, aber andererseits kann man sich zu viel Idealismus heutzutage wohl auch nicht mehr leisten.
Ich bin gespannt, wie das weitergeht 
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chero
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Verfasst: 18.01.2007, 11:52 |
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Hallo Octaviane,
mir fällt zu dem Thema momentan nur ein Chor ein, dem ich einmal angehört habe. Dieser Chor wollte sich auch nicht festlegen und hat sowohl im gleichem Konzert wie auch bei div. Veranstaltungen oft diese besagte Gratwanderung gemacht. Damals fand ich es toll und habe beide Stilrichtungen gerne gesungen.
Heute muß ich bei alten Aufnahmen bzw. nach dem letzten Weihnachtskonzert von ihnen sagen, daß ich es wohl interessant aber auch mutig finde beide Stile aufzuführen-jedenfalls bei diesem Chor, und der ist wirklich gut und hat auch schon Preise bekommen- Warum?
Für meinen Geschmack werden sie weder dem einen noch dem anderen Stil gerecht. Sie singen beide Richtungen gleich. Soll heißen die Klassik bzw. Oper wird vom Klang etc. genauso gesungen wie Pop. Klar merkt man anhand der Musik, daß es zwei unterschiedliche Stile sind aber die Stimmen sind gleich. Hmmm ich weiß es nicht anders zu erklären, könnte auch sagen der Opernklang bzw. klassische G.stil fehlt etc. Alles andere stimmt ja aber der Klang verändert sich halt nicht, böse ausgedrückt es ist immer der gleiche Klangbrei egal was sie singen.
Hoffe ihr versteht was ich meine
LG
Chero
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Octaviane
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Verfasst: 18.01.2007, 12:57 |
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Registriert: 27.01.2006, 00:14 Beiträge: 1378 Wohnort: Bonn *31.01.
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chero hat geschrieben: Hallo Octaviane, Für meinen Geschmack werden sie weder dem einen noch dem anderen Stil gerecht. Sie singen beide Richtungen gleich. Soll heißen die Klassik bzw. Oper wird vom Klang etc. genauso gesungen wie Pop. Klar merkt man anhand der Musik, daß es zwei unterschiedliche Stile sind aber die Stimmen sind gleich. Hmmm ich weiß es nicht anders zu erklären, könnte auch sagen der Opernklang bzw. klassische G.stil fehlt etc. Alles andere stimmt ja aber der Klang verändert sich halt nicht, böse ausgedrückt es ist immer der gleiche Klangbrei egal was sie singen. Hoffe ihr versteht was ich meine LG Chero
Liebe chero,
ich glaube schon, dass ich verstehe, was Du meinst und genau aus diesem Grund wollen wir ja nicht in einem Konzert z. B. A-Capella-Stücke und Klassik vermischen. Wie gesagt, uns geht es nicht darum, Klassik und Unterhaltungs- Musik zu vermischen, sondern klassische Musik unterhaltsam vorzutragen, ohne dabei in die Helmut-Lotti-Sparte gedrängt zu werden. Ob's klappt, werden wir dann ja sehen.
LG
Octaviane
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chero
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Verfasst: 18.01.2007, 13:21 |
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Liebe Octaviane,
um Himmelswillen, ich wollte Eure Gruppe auch nicht mit besagtem Chor über einen Kamm scheren. Nein, nein, nein. Ich glaube zu verstehen wie du bzw. ihr das umsetzen wollt. Kann mir gut vorstellen, daß es für euch auch kein Problem wäre beiden Richtungen in unterschiedlichen Konzerten gerecht zu werden, dafür seid ihr ausgebildete Stimmen und wisst wie die eine und die andere Richtung anzupacken ist.
@alle
Mich selbst hat es nur gewundert bzw. nach dem letzten Konzert des besagten Chores wurde mir klar, daß man wohl behaupten kann und auch tatsächlich umsetzen kann, beide Stile in einem Konzert evt. sogar ohne Blockbildung singen zu können aber wie das dann klingt hmmmm. Der Klang verändert sich nicht und genau da liegt ja die Kunst dem Zuhörer das rüberzubringen. Was nutzt es denn wenn man groß sagt, wir singen Pop, Jazz und Klassik aber halt alles hört sich "gleich" an........
Sind meine Ansprüche evt. zu hoch oder sollte man auch bei einem Chor, der sich mit solchen Federn schmückt div. Stilrichtungen gerecht zu werden, auch Klangveränderungen dem Stil entsprechend hören? Oder wie seht ihr das ??? Hmm könnte ja auch einen neuen Thread eröffnen .......aber ich lass es mal hier so stehen
Liebe Grüsse
Chero
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Octaviane
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Verfasst: 18.01.2007, 13:40 |
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Registriert: 27.01.2006, 00:14 Beiträge: 1378 Wohnort: Bonn *31.01.
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Liebe Chero
Es ist natürlich schwierig ist, beiden Gesangsstilen wirklich gerecht zu werden. Manchen mag das natürlich gelingen, aber letztendlich ist man doch das "Kind seiner Technik" . Wobei, das wurde ja schon häufiger gesagt, eine klassische Grundlage auch für den modernen Gesang sicherlich von Vorteil ist.
Aber irgendwann muss man sich dann doch entscheiden. Ich merke es ja auch an mir, die ich von Anfang an eigentlich auf belcanto "getrimmt" wurde (bzw. ging meine Stimme schon von selbst in die klassische Richtung, ohne dass ich da groß was (bewusst) getan hätte) : Zwar singe ich Musical automatisch mit einem etwas anderen Stimmklag, aber man wird doch immer merken, dass ich aus der Klassik komme und eine waschechte Belterin wird da ganz anders klingen.
Letztendlich bin ich bei solchen Chören dann vielleicht doch etwas gnädiger, aber auch ich finde, dass man doch zumindest einen kleinen Unterschied hören sollte.
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cantilene
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Verfasst: 18.01.2007, 13:44 |
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Liebe Octaviane, da Uralt ja auch interessante Infos über die Kleinkustszene gegeben hat, fände ich es wichtig für euch, genau zu überlegen, was ihr wollt und in welchem Bereich ihr aktiv werden wollt.
Natürlich sind viele Grenzen fliessend, das ist klar und gut.
Aber ob ihr nun zu Kabarett, Chanson, Kleinkunst gehört und dann gezielt auf diese Klientel/Publikum/Agenturen hinarbeitet oder im Bereich Klassik und Konzert-Agentur ist doch ein grosser Unterscheid.
Die Springmaus gehört z.B; eindeutig zur ersten Szene, wir mit unserem Ensemble mit Sicherheit zur Zweiten.
Daher ist schonmal die Grundsatzentscheidung wichtig, denke ich.
Liebe Chero,
mein Vokalensemble ist so ein Fall.
Am 28.1. machen wir wieder eines dieser berüchitgeten Konzerte.
Programm:
Bach: Ruht wohl
Schubert: Credo aus der Messe in G
Rossini: Kyrie aus der Petite Messe
Händel: Alleluja
Billy Joël: and so it goes
Bernstein: Westside Story Potpourri
Sur le pont d'Avignon
Angels Alleluja
usw usw
Klasse, gel?
Aber die Franzosen sehen sowas total locker und finden es toll.... unsere Konzerte sind immer rappelvoll und wir leisten uns sogar dadurch iene professionelle Pianistin für die Proben, eine Stimmbildnerin alle zwei Wochen und öfter mal ein bezahltes Orchester.
Wie ICH das finde, Bach und Billy Joêl zusammen zu singen, als religiôser Mensch, dazu "Ruht wohl" am 65. Geburtstags meines früh verstorbenen Vaters, sage ich lieber nciht.
Stilistisch singen wir da schon unterschiedlich; unser Chef ist sehr musikalisch und achtet darauf.
Aber mir dreht sich manchmal schon ein bisschen der Magen dabei rum.....
Canti 
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Octaviane
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Verfasst: 18.01.2007, 13:52 |
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Registriert: 27.01.2006, 00:14 Beiträge: 1378 Wohnort: Bonn *31.01.
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cantilene hat geschrieben: Liebe Octaviane, da Uralt ja auch interessante Infos über die Kleinkustszene gegeben hat, fände ich es wichtig für euch, genau zu überlegen, was ihr wollt und in welchem Bereich ihr aktiv werden wollt. Natürlich sind viele Grenzen fliessend, das ist klar und gut. Aber ob ihr nun zu Kabarett, Chanson, Kleinkunst gehört und dann gezielt auf diese Klientel/Publikum/Agenturen hinarbeitet oder im Bereich Klassik und Konzert-Agentur ist doch ein grosser Unterscheid. Die Springmaus gehört z.B; eindeutig zur ersten Szene, wir mit unserem Ensemble mit Sicherheit zur Zweiten. Daher ist schonmal die Grundsatzentscheidung wichtig, denke ich. Canti 
Liebe cantilene, da hast Du natürlich recht, und deswegen will uns der Produzent ja auch anhören, um zu sagen, ob wir "vermarktbar" (schreckliches Wort) sind, und zwar zu einem Zeitpunkt, an dem unser Konzept noch nicht unwiderruflich feststeht.
Allgemein finde ich es nur ungemein wichtig, dass man, egal in welche Rixhtung man geht, jemanden hat, der einem eine realistische Einschätzung von außen gibt (und vorzugsweise Ahnung hat von dem, was er oder sie tut)
LG
Octaviane
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Eponine
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Verfasst: 18.01.2007, 14:15 |
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Schubladen hin oder her, da findet man schon seine Nische, das halte ich gar nicht fuer das Hauptproblem, wenn man hinter dem, was man tut, steht.
Was ich fuer viel wichtiger halte: Performance. Das muss jetzt nicht heissen, dass man wilde Schauspielstelldicheins (gibt's das Wort?  ) geben soll, sondern vielmehr, dass der Solist/die Gruppe in dem Bereich etwas Einzigartiges zu bieten hat.
Das kann optisch sein (ausgefallener Stil), besser aber eben noch im Bereich Darbietung. Ein Chor oder Ensemble z.B. kann noch so gut singen - wenn alle nur brav in ihren schwarzen Roben dastehen, bringt das das Publikum hoechstens zum Gaehnen. Ich rede jetzt aber definitiv vom Unterhaltungssektor, natuerlich nicht von klassischen Ensembles oder Choeren, wo es fast ausschliesslich auf Wohlklang ankommt.
Gleiches gilt (umso mehr) fuer Solisten. Man muss da u.U. eine Nische finden. Ich bin z.B. immer sehr gut mit der "Schlampentour" gefahren (gibt's mittlerweile aber auch mehr als genug von), allerdings auch so, dass das Publikum einbezogen ist. Vor allem darf einem gerade sowas nicht peinlich sein, dann sollte man es lieber lassen und sich nach anderen Nischen umsehen. Natuerlich muss das auch programmatisch passen (Ave Marias singt man nu eher nicht so  ).
Kontroverses ist auch gut, allerdings ist das schon ein schmaler Pfad, da muss man dann schon wieder aufpassen, dass man niemandem auf die Fuesse tritt ...
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Octaviane
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Verfasst: 18.01.2007, 14:37 |
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Registriert: 27.01.2006, 00:14 Beiträge: 1378 Wohnort: Bonn *31.01.
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Danke Eponie, Du hast genau das in Worte gefasst, was ich eigentlich sagen wollte
Und warum sollte man nicht "performen" und dennoch wohltönend klassisch singen dürfen? Wenn ich so an den Kurs im August denke, wollen wir mit dem Ensemble das doch auch tun, oder?
Das Publikum miteinbeziehen ist auch eine gute Sache. Erst gestern habe ich einen Kabarettabend mit drei jungen Künstlern gesehen, bei der das Publikum sofort mit einbezogen wird und das ist gleich doch nochmal was anderes, als wenn da diese gewisse Distanz "Künstler auf der Bühne" - "Zuschauer im Zuschauerraum" besteht.
Wobei man da schon sensibel sein muss, um zu sehen, was man mit welchem Publikum machen kann...
Lg
Octaviane
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Uralt
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Verfasst: 18.01.2007, 18:39 |
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Registriert: 22.04.2006, 12:29 Beiträge: 767 Wohnort: Rheinland-Pfalz, 14.11.**
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Octaviane hat geschrieben: Und warum sollte man nicht "performen" und dennoch wohltönend klassisch singen dürfen? Ja, das meinte ich mit "eine gute Regie". Die Stücke können inszeniert sein, entweder klassisch, ( was die ZuschauerInnen erwarten ) oder neu und "anders" ( was dann sicher Anlass zur Diskussion gibt, aber wahrscheinlich auch die Originalität ausmacht ). Ich stelle mir z.B. das Terzett der Drei Damen aus der Zauberflöte vor und was man damit alles inszenieren könnte .... Octaviane hat geschrieben: Das Publikum miteinbeziehen ist auch eine gute Sache. Erst gestern habe ich einen Kabarettabend mit drei jungen Künstlern gesehen, bei der das Publikum sofort mit einbezogen wird und das ist gleich doch nochmal was anderes, als wenn da diese gewisse Distanz "Künstler auf der Bühne" - "Zuschauer im Zuschauerraum" besteht. Wobei man da schon sensibel sein muss, um zu sehen, was man mit welchem Publikum machen kann...
Den letzten Satz kann ich nur 3x unterstreichen. Die Angst, sich als ZuschauerIn auf der Bühne zu blamieren - oder blamiert zu werden - ist aufgrund schlechter Erfahrung ( hauptsächlich im Comedy-Bereich ) sehr groß, das höre ich immer wieder. Bei einem Musikprogramm eignet sich doch sehr gut eine "kollektive" Mitwirkung. Dann fällt der/die Einzelne nicht so auf und kann dabei Spaß haben.
Liebe Grüße
Uralt
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Octaviane
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Verfasst: 18.01.2007, 21:04 |
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Registriert: 27.01.2006, 00:14 Beiträge: 1378 Wohnort: Bonn *31.01.
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Uralt hat geschrieben: U Ich stelle mir z.B. das Terzett der Drei Damen aus der Zauberflöte vor und was man damit alles inszenieren könnte ....
Oooh jaaa
LG
Octaviane
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cantilene
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Verfasst: 18.01.2007, 22:59 |
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Schade, liebe Octaviane, dass Du uns wilde Damen in Aub nicht erlebt hast! Unser Tamino wusste gar nciht, wie ihm geschah....... 
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mezzo
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Verfasst: 19.01.2007, 00:21 |
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cantilene hat geschrieben: Schade, liebe Octaviane, dass Du uns wilde Damen in Aub nicht erlebt hast! Unser Tamino wusste gar nciht, wie ihm geschah....... 
....und dabei waren wir noch nichtmal bewaffnet......
mezzo
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Dola1
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Verfasst: 19.01.2007, 00:25 |
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@canti:
ja, da haben wir einiges gemacht, aber du weißt sicher noch, was wir uns im Vorfeld alles vorgestellt haben, u.a. die Entweihung tiefgründender schottischer Nationalheiligtümer
Es ist schon eine ergiebige Szene, die mehr hergibt als nur mit unpraktischen wallenden Kleidern malerisch herumzustehen. Die Knarren waren ein guter Schritt in die richtige Richtung. Hier macht ein bisschen Modernisierung und Regietheater durchaus Sinn. Nur auf die Stimme soll es nicht gehen, finde ich. Ich würde als Konsumentin nicht in die Oper gehen, wenn ich da zwar heiße Action - Szenen sehen, aber Gekrähe hören würde. Das können Filme besser.
Die Performance, denke ich, muss gut überlegt sein. Manchmal reicht einfach allein eine starke Präsenz ohne viel Drumrum.
Eine Mischung von Klassik und sog. U - Musik, z. B. in einem Chorprogramm kann überaus abwechslungsreich ankommen. machen wir im Ensemble ja auch. Für mich selbst sehe ich allerdings eine Grenze, wenn Belten verlangt wäre. Das kann ich schlichtweg nicht mehr (im Gegensatz zu ganz alten Zeiten mit Isarfeten - Gitarrengesängen). Aber sonst. Warum alles strikte trennen?
grüße, dola
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