Ich muß mal wieder recht den Teufel spielen...
Jetzt weiß ich nach drei Seiten Lektüre immer noch nicht, welche Statur zu welcher Stimme gehört, und wie jemand beschaffen sein muß, der das f''' (=F6!) stemmt: groß und schlank oder klein und fett? Oder doch groß und fett? Oder einsfünfzig-Zwerg mit Göße 0? Und ob die Sopranistin aus meinem Umfeld, die das kann auch können darf? Und überhaupt: Wie jemand beim Betrachten der bekannten Bohème-Verfilmung mit Pavarotti auf die Idee verfallen kann, daß Rudolfo
HUNGERT... Und gilt das alles nur für Frauen, oder auch für Männer? Was schreibt denn da der Herr von Bergen?
Wie sagt das der Mephisto im Faust so schön: Was man schwarz auf weiß besitzt kann man getrost nach Hause tragen: Gedrucktes ist immer wahr, sonst würde es ja nicht gedruckt...
Dafür war's aber für ein kleines Florilegium gut:
Zitat:
Ohnehin hat sich im Spätbarock und im Rokoko diese Frage eigentlich nie gestellt, denn die Menschen, insbesondere die Frauen waren eher klein und zierlich.
Vor allem die Kastraten, die die Frauenrollen gesungen haben...
(Wie war das nochmal? Warum wird männliches Schlachtvieh kastriert? Damit's klein und mager bleibt?)
Zitat:
stellt man sich den "Rosenkavalier" nicht eher groß und schlank vor?
Zitat:
Naja, 17jährige (ist das nicht Octavians Alter?) sind ja mitunter schon ziemlich groß, auch wenn sie noch nicht voll ausgewachsen sind ...
also ich war mit 13 1,80 und mit 17 immer noch, und nochmal gewachsen bin ich hinterher auch nicht mehr... Stimmbruch war auch schon mit 13, und daß ich mit 17 oder 18 noch vom Baß zum Kontrabaß mutiert wäre, habe ich irgendwie nicht mitgekriegt...
Nee, ernsthaft, seit Mitte der 20er Jahre hat sich der Eintritt der Pubertät etwa um 6 Jahre nach vorne verschoben und ist natürlich auch entsprechend eher abgeschlossen. Vielleicht war ein 17-Jähriger zu Strauss' Zeiten biologisch noch nicht ausgewachsen: heute ist er's sicher...
Zitat:
Oder dagegen die dramatische Sopranistin (ca, 1,70m, Kleidergröße 44), der gesagt wird, um Turandot zu singen, müsse sie ja wohl unbedingt noch zunehmen!
Ja klar doch: Kalaf, dieser manische Hazardeur ist vermutlich auf große fette Frauen fixiert...
...sonst täte er nicht das, was er tut, und würde mit Liu glücklich, die dann wegen dieses Idioten auch nicht gefoltert würde und sterben müsste...
...aber dann gäb's auch nicht diese Oper, in der Kalaf am Ende über Turandot einfach herfällt, was ihren Widerstand selbstverständlich auf der Stelle bricht und sie unsterblich in ihn verliebt macht... Männliche Sexualphantasien...
Zitat:
Ja, nur wie sieht es mit Kinderrollen aus, also ich meine nicht Rollen, die von Kindern übernommen werden, sondern wenn erwachsene Frauen ein Kind darstellen? Ich würde zum Beispiel den Oscar im Maskenball von Verdi eher kleiner besetzen als die Amelia, da es sich ja um einen Knaben von vielleicht 10 oder 11 Jahren handelt, nicht wie um einen 17 jährigen im Fall Oktavian im Figaro? Da sollte die Obtik ja dann schon passen, gerade auch, weil es ja eine hohe Sopranpartie ist und somit die Stimme auch eher "kindlich" gedacht war vom Komponisten, sonst hätte er sie eher mit Mezzo oder gar Tenor besetzt.
Das sind Fragen! Ja, das wird jetzt schwierig, weil Figur wie 10-jährg ist auch mit Anorexie kompliziert. Wie wär's mit Double und nachsynchronisieren? So etwa wie Waldvogel im Siegfried....?
Zitat:
Der ehemalige Zehnkämpfer Peter Hofmann überzeugte als Siegfried weniger durch seine Stimme als durch sein Aussehen, das ihm auch als Siegmund zugute kam.
Also ehrlich: Wenn SOWAS ein Kritiker nach der Aufführung in die Zeitung schreibt - da kann sich der Betreffende doch nur noch in sein Schwert stürzen...