Ich kann da nur musika zustimmen. Man muss unterscheiden, ob man sozusagen Teil eines kammermusikalischen Ensembles ist (auch in der Kombination Saenger/Pianist ist das ja der Fall), gemeinsam Programme entwirft und auch probt und dann sozusagen gemeinschaftlich das "Endprodukt" verkauft. Da bekommt natuerlich jedes Ensemblemitglied die gleiche Gage bzw. die Profite werden geteilt. In Profikreisen setzt man fuer sowas auch Vertraege auf, entweder fuer das Ensemble selbst oder eben die einzelne Veranstaltung.
Auf Hochzeiten etc. liegt der Fall aber anders. Wenn das Brautpaar eine Saengerin engagiert, muss meist noch ein Begleiter "dazu" gefunden werden. In der Kirche ist das oft der Organist, den man als Saengerin vielleicht nicht mal kennt. Und der verhandelt auch seine Gage allein oder wird eben schon von vornherin als Hausorganist bezahlt, da habe ich Null mit zu tun.
Singt man auf dem Empfang, kann es natuerlich wieder anders aussehen. Da ich ich hier in GB noch keinen festen Begleiter habe, rufe ich normalerweise die ortsansaessigen Begleiter an (nach und nach lernt man sie ja dann auch kennen und ruft die einen vielleicht oefter an als die anderen

), so das Brautpaar niemanden kennt, und stelle den Kontakt her. Die Gage verhandelt aber der Begleiter selbst (ich kenne nur die Groessenordnung), und wenn er einen Vertrag mit dem Brautpaar macht, tut er das auch selbst, genauso wie ich meinen eigenen Vertrag habe.
Die Rechnung ist denkbar einfach:
Festes Ensemble = geteilte Profite
Gelegentliches Musizieren zusammen (sozusagen Zweckgemeinschaft fuer eine bestimtme Gelegenheit) = jeder verhandelt seine Gage selbst
In dem von cantilene geschilderten Fall kann ich dazu nur Folgendes sagen: Wenn der Begleiter damit nicht einverstanden ist, sollte er das Engagement nicht annehmen. Wenn aber ein Veranstalter oder Brautpaar oder wer auch immer eben nur einen bestimmten Betrag bietet, ist da oft nicht sehr viel Verhandlungsspielraum, und wenn man es ablehnt, steht der naechste schon in der Tuer.
Das ist nicht fair, aber es ist nunmal ein Haifischbecken, und fuer die Verhandlung seiner Gagen ist in dem Fall, wo man nicht als festes Ensemble auftritt, wirklich jeder Musiker selbst zustaendig ...