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rugero
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Verfasst: 29.01.2008, 00:44 |
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Registriert: 24.03.2006, 22:40 Beiträge: 1062
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Nachname: ~
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Hallo, ich habe gelernt, dass in den meisten Fällen die Komponisten auf den Text komponiert haben. Den Text der Winterreise von Wilhelm Müller würde heute keiner mehr kennen, wenn Schubert ihn nicht vertont hätte. Das soll Müller nicht schmälern, aber deutlich machen wie wichtig die Symbiose von Text und Musik ist. Ich habe in den ersten Jahren meiner Begegnung mit der Musik oft Verdi in deutsch gehört. Das war in den Jahren bis 1975 sicher noch normal. Auch in der Musik hat die Globalisierung eingesetzt, schon viel früher als proklamiert. Dürfen wird denn heute noch Verdi in deutsch singen ? Dürfen wir Bizet in deutsch singen ? Die populären Stücke wurden dadurch populär, weil sie in deutsch dargeboten wurden ? Ist das so richtig ? Oder, ist nur die Häufigkeit der Darbietung ein Anreiz und eine Maßzahl für Popularität. Kaufhäuser und Pizza-Werbung bedienen sich gerne bei Giuseppe (Verdi). Ich würde z.B. gerne mal wieder Stücke in deutsch singen, obwohl sie nicht in dieser Sprache komponiert wurden. Es sind Stücke, die ich mag und die ich gerne wieder singen möchte. Warum, weil ich sie irgendwann erstmals (in deutsch) so gehört habe und weil sie mir den Zugang zu dieser "fremdsprachlichen" Musik geebnet haben. Ich möchte den Zuhörern den Zugang auch erleichtern , so wie mir der Zugang zur Oper erleichtert wurde - mit der Muttersprache. LG rugero 
_________________ Die Stimme, das für mich vollkommenste Instrument.
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Joachim
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Verfasst: 29.01.2008, 11:42 |
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Registriert: 02.01.2008, 17:00 Beiträge: 1111 Wohnort: Idar-Oberstein
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Hallo rugero, das ist ein sehr interessantes Thema. Ich werde nach meinem Urlaub ( sitze schon auf den Koffern nach China), dazu aus meiner Sicht noch Stellung nehmen. Bis dahin viele Grüße Joachim
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Basss
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Verfasst: 29.01.2008, 19:31 |
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Registriert: 26.01.2008, 20:44 Beiträge: 337 Wohnort: Lkr. Waldshut
Vorname: Chriegel
Nachname: v. M
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Ich erlaube mich ein paar meine bescheidene Gedanken zu dieses Thema bekannt zu geben: Sprachen unterscheiden sich nicht nur durch die einzelnen Wörter sondern auch durch die Stimmung und Emotionen welche mit einzelne Wörter / Wörterfolgen / Ausdrücke verbunden sind. Dies zu übersetzen ist of sehr schwierig und z.T. Auslegungssache. Wenn dies nicht so wäre hätten Übersetzungsprogramme längst die Dollmetschezunft überflüssig gemacht..... Ich gehe davon aus dass viele Komponisten versuchen eine bestimmte stimmung, ein Gefühl, mit ihre Musikalische werke vermitteln möchte, und es könnte schwierig sein das gleiche in eine andere sprache so rüber zu bringen wie es der Komponist gemeint hat... Aber sicher nicht unmöglich! Bach, Mozart, Verdi & Co. können wir nicht fragen - wir müssen uns was anderes einfallen lassen. Auf der andere Seite steht, wie von rugero erwähnt, dass eine aufführung in die eigene Sprache viele den zugang erheblich erleichtert. Meine perönliche Meinung? Man darf - wenn die Übersetzung mit Gefühl und Gespür gemacht wurde! 
_________________ Wenn alle so wären wie ich es sein sollte - dann wäre die Welt viel besser... Alles Gute, Gesundheit, Erfolg und Zufriedenheit! - Es grüsst der liebe Basss!
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dejan
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Verfasst: 30.01.2008, 20:00 |
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| Schaut öfter vorbei |
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Registriert: 09.04.2006, 00:48 Beiträge: 137
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Hallo, ein schönes Thema! Ich persönlich finde es schade, dass immer weniger in Übersetzungen gesungen wird, zumal ich auch mit diversen deutschsprachigen Opernplatten aufwachsen durfte. Generell sollte man sich von diesen geschmäcklerischen Dingen frei machen. Wenn du auf Deutsch singen möchtest, weil es dir liegt und/oder du glaubst, dein Publikum besser erreichen zu können, dann tu es und lass dich nicht beirren. Ich fühle mich als Sänger auch wohler, wenn ich weiss, dass ich verstanden werde.
Beste Grüße!
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musika
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Verfasst: 31.01.2008, 21:18 |
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Registriert: 10.11.2005, 01:00 Beiträge: 4546 Wohnort: Diessen am Ammersee
Vorname: Erika
Nachname: Sommer
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Ihr wißt ja, dass ich gerne die deutschen Texte der Opern, wie sie in früherer Zeit aktuell waren, auch heute noch liebe und sogar ein Konzert nur mit Opernarien in deutscher Sprache haben wollte.
Ich würde mir wünschen, dass noch mehr SängerInnen so denken wie Rugero. Nicht jeder hat die Möglichkeit eine Opern zu sehen und viele kennen den Inhalt nicht. Doch eine Arie in deutscher Sprache ersetzt oft die Erklärung in einem Konzert zur jeweiligen Oper.
Liebe Grüsse
_________________ musika belcanto-solistenFreunde sind wie Engel, die uns auf die Füße helfen, wenn unsere Flügel vergessen haben, wie man fliegt.
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dola
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Verfasst: 31.01.2008, 23:36 |
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Für mich kommt es ein wenig darauf an, um was es geht und in welchem Rahmen. Es gibt Kompositionen, bei denen ich ein Abgehen von der Originalsprache problematisch sehe. Es soll ja alles Möglichen geben, aber eine Wagneroper, die anders als deutsch gesungen ist? Ergo muss ich dies für andere Nationalitäten und Sprachen auch gelten lassen. Z. B. was die meisten italienischen und von Italienern komponierten Opern betrifft. Auch sie haben eine enge Verbindung zur Landessprache, die zu verändern mir kaum zusagen kann. Was das eigene Singen z. B. von Verdi - Arien betrifft, so bin ich kaum geneigt, z. B. Azucenas fürchterliche Erzählung auch noch genussvoll - sadistisch in deutscher Sprache dem Publikum um die Ohren zu hauen! Bei diesen Kompositionen meine ich wahrzunehmen, dass mit der Sprachmelodie geschrieben wurde. Diesen Effekt durch eine Übersetzung wegzunehmen, schmälert den Gesamteindruck. Soviel ich weiß, gab es eine Tradition unter Opernbesuchern, sich zumindest bei sehr seriösen Werken vorher mit dem Textbuch, das zumindest Handlungsabläufe bzw. sogar Übersetzungen zum Verständnis und zum Mitverfolgen beinhaltet, vertraut zu machen. Bei zeitgenössischen Werken empfiehlt sich sogar das Mitlesen. ich habe das schon ausprobiert, es hilft. Daneben gibt es Kompositionen, die mehrere Sprachen vertragen bzw. jeweils die Muttersprache des Aufführungsortes. Z. B. Mozarts Werke. Eine deutschsprachige Zauberflöte z. B., zumal oft gesprochene Dialoge eingebaut sind schätze ich sehr, denn beispielsweise Papagenos Sprachwitz bereichert die Sache ungemein. Man könnte noch viele weitere Werkbeispiele dahingehend analysieren und wird, wie schon gesagt, häufig darauf kommen, dass eine Übersetzung in eine andere Sprache - dieses Recht muss man anderen Sprachgemeinschaften auch zugestehen - die von Respekt vor dem Komponistenwillen getragen ist, legitim ist, aber eben nicht in allen Fällen. LG dola
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Robin
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Verfasst: 03.02.2008, 16:13 |
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Registriert: 13.12.2005, 22:59 Beiträge: 241 Wohnort: Boston - Muenchen
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Man sollte vielleicht etwas differenzieren und offen für Optionen sein. Es gibt die Möglichkeit der Untertitelung. Man kann ein Textheft mit Übersetzung liefern. Im Prinzip spricht nichts gegen eine gute !!! und singbare Übersetzung (soll es hier und da geben). Bei Mr Gregory Frederic Handel sehe ich keinerlei Schwierigkeiten englisch oder deutsch zu singen. Allein - beim Messias hat er selbst verschiedenste Versionen. Bei Spielopern wird es schon schwieriger. Der deutsche Text zu Figaros Hochzeit ist durchaus singbar und sinnvoll für das Publikum. Als ich in den USA allerdings die englische Variante der Susannenarie vorsingen musste, habe ich mich schon sehr verkünsteln müssen. Und denke ich an die ein oder andere deutsche Version einer französischen, italienischen oder wie auch immer Arie, übersetz nach dem Prinzip: reim Dich oder ich schlag dich, Inhalt- oder gar wortgetreu übersetzt? wozu? - tendiere ich wiederum zur Originalsprache. Es gibt in meinen Augen keine Pauschallösung für dieses Problem.
Robin
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alfredo
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Verfasst: 03.02.2008, 20:52 |
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Registriert: 22.02.2007, 10:45 Beiträge: 252 Wohnort: grüne mark
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Liebe Alle, besonders Mozartspezialisten! Was bewog Mozart, einige Opern in original deutscher Sprache, andere mit dem orginal italienischen Text zu vertonen? Könnte man da etwa ableiten ob eine Oper in Originalsprache oder übersetzt gesungen werden soll? Grüße vom, sonst mit dola und robin durchaus übereinstimmenden alfredo 
_________________ ...du holde Kunst, ich danke dir.
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Rolando
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Verfasst: 03.02.2008, 21:21 |
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Registriert: 11.11.2005, 15:28 Beiträge: 499 Wohnort: Hamburg
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Lieber Alfredo, eine interessante Frage. Ich vermute allerdings, daß es damit zusammenhängt, daß das musikalische Zeitalter Mozarts in einen Zeitpunkt fiel, in dem die italienische Musik führend war. Jeder Hof - und damals war es ja vor allem den Herrschern und den Reichen vorbehalten Opern oder andere Große Musika zu "machen" - hatte einen italienischen, zumindest einen in Italien ausgebildeten, Hauskomponisten und in Wien war ja, zu jener Zeit, Salieri übermächtig. Auch dürfen wir nicht vergessen, daß gerade Mozart sich ja viel in Italien (13.12.1769 - 12.03.1771, 13.08. - 15.12.1771 und vom 24.10. - 13.03.1773), selbst aufgehalten hat und somit dem direkten Einfluß der Musik ausgesetzt war. Nicht ganz unbeteiligt dürfte auch Padre Martini (Bologna), zu damaliger Zeit der wohl berühmteste Musiktheoretiker und - gelehrte, gewesen sein. Dem folgten dann Zusammentreffen mit großen Künstlern wie z.Bsp. Giuseppe April (Kastrat) und Giovanni Paisiello (Komponist) und nicht zuletzt die Aufnahme in die Accademia filarmonica di Bologna am 09.10.1770. All diese Geschehnisse dürften in ihm tiefe Eindrücke zu seinem späteren Schaffen hinterlassen haben. Desweiteren waren die allermeisten Kompositionen Auftragswerke, daß, wie wir mittlerweile ja auch wissen, galt vor allem für Mozart. Die wenigen für sich, die Familie und Freunde komponierten Werke, hätten für seinen Lebensunterhalt nicht gereicht.  Rolando
_________________ Und plötzlich weißt du:
Es ist an der Zeit, etwas Neues zu beginnen, und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.(Meister Eckhart)
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rugero
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Verfasst: 04.02.2008, 01:28 |
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Registriert: 24.03.2006, 22:40 Beiträge: 1062
Vorname: ~
Nachname: ~
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rugero hat geschrieben: Ich möchte den Zuhörern den Zugang auch erleichtern , so wie mir der Zugang zur Oper erleichtert wurde - mit der Muttersprache.
Hallo, die Tatsache, dass Komponisten auf den Text komponieren, der als Original ihnen vorliegt ist ja nachvollziehbar und unbestreitbar. Es ging aber in meiner Eingangsfrage auch darum, zu ergründen, warum es verpönt ist, einem breiten interessierten aber weniger sprachlich versiertem Publikum das Stück in deutsch darzubieten ? - Es gibt im Handel CDs die mittlerweile gängige Stücke in englisch anbieten - z.B.: Eugen Onegin http://www.jpc.de/jpcng/classic/detail/-/hnum/6953031?rk=home&rsk=hitlistWir sind ein Ensemble und können uns im Sinne der Marktwirtschaft eigene Regeln schaffen. Wir könnten es uns zur Aufgabe machen, Opern dem Publikum sprachlich näher zu bringen und sie dadurch direkt anzusprechen und einzubeziehen. Dies wäre auch ein Pendant zum gängigen Angebot, vielleicht eine kleine Marktlücke, die es uns ermöglicht eine Nische aufzubrechen. Wohl kein neues Unterfangen, wohl aber eine Wiederentdeckung. LG rugero
_________________ Die Stimme, das für mich vollkommenste Instrument.
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EmmyNoether
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Verfasst: 05.02.2008, 16:09 |
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rugero hat geschrieben: Es ging aber in meiner Eingangsfrage auch darum, zu ergründen, warum es verpönt ist, einem breiten interessierten aber weniger sprachlich versiertem Publikum das Stück in deutsch darzubieten ?
Hallo, möglicherweise hängt es damit zusammen, daß Deutsche mit ihrer Nationalität Probleme haben. Wer wird schon gern als "typisch deutsch" erkannt? Du rührst an ein Thema, welches in der letzten Zeit auch eins für mich ist - und ich frage mich allen Ernstes, ob es etwas damit zu tun hat, daß ich älter werde... Ich singe nicht solistisch, sondern im Chor und in Ensembles, teilweise habe ich jedoch die Möglichkeit, die Programmgestaltung mit zu beeinflussen. Ich habe jahrelang mit Begeisterung in diversen Originalsprachen gesungen und für das Singen in Originalsprache plädiert, erstens, weil ich es für richtig hielt, zweitens - mindestens ebenso entscheidend - weil es mir so viel Spaß gemacht hat. Vor nicht allzulanger Zeit war ich an einem Chorprojekt beteiligt, in welchem einige bekanntere Opernchöre gesungen wurden. Und da bin ich ins Grübeln geraten darüber, ob man nicht doch lieber mehr auf deutsch singen sollte, denn die Aussicht, verstanden zu werden, ist ja doch um ein Vielfaches größer. Für dieses Ansinnen ließ sich jedoch keinerlei Unterstützung finden, nicht zuletzt auch deshalb, weil wir stets Texte reichen. Ich fand's schade, gerade, weil es ein buntes Programm war und wie gemacht für Leute, die an diesen Melodien Freude haben, aber keine eigefleischten Operngänger mit vorherigem Textstudium sind. Aber Du singst doch solistisch (?), und folglich hast Du es doch in der Hand, was Du tust. Wer sollte Dich daran hindern, mal solch einen Abend in deutscher Sprache zu machen? Wenn Du dazu Lust hast, probier's doch mal aus, und schau, wie die Reaktionen sind. Man könnte es ja auch ein bißchen zielgruppenabhängig handhaben. Ob's jüngeren Leuten den Zugang zur Opern erleichtert, da bin ich allerdings skeptisch. Die hören ja vorwiegend sowieso englisch, und ich glaube, bei ihnen ist mehr die Art des Gesanges als die Sprache das Hindernis. Gruß v. Emmy
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musika
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Verfasst: 05.02.2008, 16:22 |
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Registriert: 10.11.2005, 01:00 Beiträge: 4546 Wohnort: Diessen am Ammersee
Vorname: Erika
Nachname: Sommer
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Zitat: von Emmy Aber Du singst doch solistisch (?), und folglich hast Du es doch in der Hand, was Du tust. Wer sollte Dich daran hindern, mal solch einen Abend in deutscher Sprache zu machen? Wenn Du dazu Lust hast, probier's doch mal aus, und schau, wie die Reaktionen sind. Man könnte es ja auch ein bißchen zielgruppenabhängig handhaben.
Ob's jüngeren Leuten den Zugang zur Opern erleichtert, da bin ich allerdings skeptisch. Die hören ja vorwiegend sowieso englisch, und ich glaube, bei ihnen ist mehr die Art des Gesanges als die Sprache das Hindernis. Gruß v. Emmy Hallo Emmy, Ich bin aus einer Generation in der Oper noch in deutscher Sprache gesungen wurde und ich tu mich sehr schwer umzulernen. In Opernkonzerten mit einem gemischten Programm, Arien, Duette usw., finde ich es für das Publikum schöner in deutsch zu singen, sie verstehen den Text , der ja doch aus einer Handlung herausgerissen werden. Viele Zuhörer kennen die Inhalte der Oper nicht, da sie keine Operngänger sind. Zitat: von Rugero Wir sind ein Ensemble und können uns im Sinne der Marktwirtschaft eigene Regeln schaffen. Wir könnten es uns zur Aufgabe machen, Opern dem Publikum sprachlich näher zu bringen und sie dadurch direkt anzusprechen und einzubeziehen. Dies wäre auch ein Pendant zum gängigen Angebot, vielleicht eine kleine Marktlücke, die es uns ermöglicht eine Nische aufzubrechen. Wohl kein neues Unterfangen, wohl aber eine Wiederentdeckung.
Genau aus dieser Erfahrung heraus haben wir letztes Jahr ein Opernprogramm mit Arien, Duetten in deutscher Sprache gemacht. Die Resonanz beim Publikum und auch bei den Sängern war sehr gut. Liebe Grüsse
_________________ musika belcanto-solistenFreunde sind wie Engel, die uns auf die Füße helfen, wenn unsere Flügel vergessen haben, wie man fliegt.
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rugero
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Verfasst: 06.02.2008, 01:29 |
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Registriert: 24.03.2006, 22:40 Beiträge: 1062
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Nachname: ~
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EmmyNoether hat geschrieben: Aber Du singst doch solistisch (?), und folglich hast Du es doch in der Hand, was Du tust. Wer sollte Dich daran hindern, mal solch einen Abend in deutscher Sprache zu machen? Wenn Du dazu Lust hast, probier's doch mal aus, und schau, wie die Reaktionen sind. Man könnte es ja auch ein bißchen zielgruppenabhängig handhaben.
Gruß v. Emmy Danke, ich glaube, ich werde diesen Gedanken einmal aufgreifen und es solistisch umsetzen. Es gibt z.B. auch in der Übersetzung des Rigoletto nette Passagen: "La donne e mobile" ==> spöttisch direkte Übersetzung - "Die Dame ist beweglich" Handelsübliche Übersetzung: "O wie so trügerisch sind Weiberherzen...", klingt doch viel netter. Die "Verkaufte Braut" würde hier keiner von uns in tschechisch bringen, die deutsche Fassung wurde volksnah - Das Duett "Komm mein Söhnchen auf ein Wort" - fast so bekannt, wie der Gefangenenchor aus Nabucco. LG rugero 
_________________ Die Stimme, das für mich vollkommenste Instrument.
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LaCastafiore
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Verfasst: 06.02.2008, 11:18 |
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Registriert: 12.05.2006, 11:07 Beiträge: 1281 Wohnort: kein Blick auf den Eiffelturm mehr, aber dafür mittendrin *20.1.1962
Vorname: I.
Nachname: K.
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rugero hat geschrieben: Die "Verkaufte Braut" würde hier keiner von uns in tschechisch bringen, die deutsche Fassung wurde volksnah - Das Duett "Komm mein Söhnchen auf ein Wort" - fast so bekannt, wie der Gefangenenchor aus Nabucco.
Oh je, jetzt oute ich mich wieder als ganz besonders blond... ich kenne es nämlich nicht im Gegensatz zu "Va pensiero" (ich nehme an, dass Du das meinst ?) Aber ganz ohne Flachs - ich finde, das ist ja der Vorteil unseres Status - wir dürfen singen, was und wie wir wollen, solange wir das Gefühl haben, dem Publikum gefällt's. Ich in meiner persönlichen Situation bin allerdings (so schwer es manchmal fallen mag), schon aus Bequemlichkeitsgründen für die Originalsprache, denn wenn ich mir vorstelle, ich sollte die Schätzchen erst im Original, dann für Euch in deutsch - und dann auch noch für hier in Französisch lernen, da würde mein armer Kopf platzen - so belasse ich es dann doch lieber bei einer Fassung, das fällt mir schwer genug ! Die Argumente für die deutsche Sprache sind mir aber nachvollziehbar, ich hatte mal eine rasante Diskussion mit meiner Mama, welche Arie in die Boheme gehört und welche nicht (wir hatten beide recht, doch ich kannte die Titel nur in italienisch - und sie nur in deutsch)... Wie so häufig im Leben, es kommt auf die Situation an Schöne Grüsse von Casta
_________________ La chance d'avoir du talent ne suffit pas ; il faut encore le talent d'avoir de la chance.
Hector Berlioz
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Robin
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Verfasst: 06.02.2008, 15:23 |
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Registriert: 13.12.2005, 22:59 Beiträge: 241 Wohnort: Boston - Muenchen
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rugero hat geschrieben: Es gibt z.B. auch in der Übersetzung des Rigoletto nette Passagen: "La donne e mobile" ==> spöttisch direkte Übersetzung - "Die Dame ist beweglich" So ein Mist. Ich diesen Spruch lange auf meinem Anrufbeantworter gehabt, aber wohl doch falsch übersetzt: La donna e mobile - Die Dame ist unterwegs (bitte rufen Sie später wieder an) R. 
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Joachim
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Verfasst: 07.02.2008, 16:48 |
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Registriert: 02.01.2008, 17:00 Beiträge: 1111 Wohnort: Idar-Oberstein
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Hallo rugero, ich bin dir noch eine Antwort schuldig. Ich finde deine Argumentation richtig und bin auch eher ein Verfechter der deutschen Sprache. Es besteht bei Texten, die der Zuhörer nicht versteht, natürlich die Gefahr, dass ein Interesse an der Musik dadurch nicht gerade geweckt und gefördert wird. Das Ohr geht zu, man hört nicht mehr hin und schaltet ab. Nur Texte die ich auch verstehe, fördern mein Interesse weiter zuzuhören. Die Krönungsmesse von Mozart beispielsweise wird in Latein gesungen. Das ist für die schmerzlich die kein Latein verstehen, hat aber hier den Vorteil, das der Text auf der ganzen Welt gleich ist. Aus der Zeit heraus muss man bedenken, dass von wenigen Ausnahmen früher im 18. Jahrhundert kaum jemand eine fremde Sprache verstand oder sprach. Deswegen wollte Mozart ja nun endlich mal eine "teutsche"Oper schreiben, die ein breites Publikum verstehen konnte. Davor waren die Opern, im allgemeinen nur einer bestimmten Schicht vorbehalten. Weil die Opern nun von einer großen Masse verstanden wurden, wuchs auf das Interesse daran und sie wurden ein Erfolg.  Viele Grüße Joachim
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alfredo
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Verfasst: 07.02.2008, 18:31 |
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Registriert: 22.02.2007, 10:45 Beiträge: 252 Wohnort: grüne mark
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Hallo Joachim, liebe Alle! Was darauf hinweist, dass dem Genius wichtig war, einer deutschen Oper einen deutschen Originaltext zu unterlegen. Weiß man, ob seine italienischen Opern damals auch schon (mit seinem Einverständnis) übersetzt gesungen wurden? Jedenfalls werden in der Wiener Staatsoper alle Opern in Originalsprache (auch die russischen und tschechischen), ich hörte Pique Dame in Hamburg ebenfalls in russischer Sprache, gesungen. In der Wiener Volksoper dagegen (fast) alle Opern in deutscher Sprache (original oder übersetzt). Alle Italiener höre ich jedenfalls sehr gern mit italienischem Text und z. B. Martha mit italienischer Übersetzung klingt mir auch nicht rund. Insgesamt muss man aber sagen, dass alles, wie immer, schön klingt, wenn ein Könner singt. Liebe Grüße von alfredo 
_________________ ...du holde Kunst, ich danke dir.
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Joachim
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Verfasst: 07.02.2008, 19:00 |
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Registriert: 02.01.2008, 17:00 Beiträge: 1111 Wohnort: Idar-Oberstein
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Hallo Alfredo, das hast du sicher recht, es kommt natürlich ganz wesentlich auf das Können an. Mozart bediente sich beispielsweise bei Idomeneo, mit dem Originaltext von Giambattista Varesco, der später von Kurt Honolka übersetzt wurde. Meines Wissens wurden die Übersetzungen sehr oft von den Theaterleitern veranlasst. Viele Grüße Joachim
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Basss
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Verfasst: 07.02.2008, 19:10 |
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Registriert: 26.01.2008, 20:44 Beiträge: 337 Wohnort: Lkr. Waldshut
Vorname: Chriegel
Nachname: v. M
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Wenn ich, im Familie- / Verwandten- / Freundes- / Bekanntenkreis so rumhöre - die meisten hören den Text gar nicht wenn sie "Musik" hören...... Auch wenn Musik "Bewusst" genossen wird ist es weniger der Text wie das Gesamtprodukt: Musik + Stimme des Sängers + Art- und Weiße wie vorgetragen wird.
Vor allem beim Populär - Musik (Pop, rock, jazz) ist dies sehr ausgeprägt: das meiste wird in englischer Sprache vorgetragen - aber wenn ich dann erfahre wie es um die "Englischkentnisse" bestellt sind...........
Die hier vorgetragene Argumentation hat mich aber z.T. zum grubeln gebracht.......... Mozart war ja nicht gebürtiger Italiener. Ist es möglich dass er auf deutsch gedacht hat - und dann seine deutsche (Österreichische) gedanke ins Italienische übersetzt hat? Dann wäre mann, mit eine sorgfältige "rück - übersetzung", das Original vielleicht sogar näher?
_________________ Wenn alle so wären wie ich es sein sollte - dann wäre die Welt viel besser... Alles Gute, Gesundheit, Erfolg und Zufriedenheit! - Es grüsst der liebe Basss!
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alfredo
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Verfasst: 08.02.2008, 00:45 |
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Registriert: 22.02.2007, 10:45 Beiträge: 252 Wohnort: grüne mark
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Liebe Alle! Mit 13 Jahren fuhr Mozart das erste Mal nach Italien und dann mehrmals, ich nehme an, dass er sehr gut italienisch konnte und die italienischen Texte die er unterlegte sehr gut verstand. Gerade als Musiker war man von guten Italienischkenntnissen abhängig. Gibt ja auch heute kaum große Sänger die die italienische Sprache nicht wenigstens leidlich beherrschen. Herzliche Grüße aus der mit ersten Schlüsselblumen geschönten grünen Mark. alfredo 
_________________ ...du holde Kunst, ich danke dir.
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