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 Betreff des Beitrags: reps
BeitragVerfasst: 28.03.2006, 18:16 
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hallo,

da ich sehr viel reps zusammenarbeite, würde es mich mal interessieren, welche erfahrungen andere damit gemacht haben.

ich habe nach meinem jetzigen (sehr guten) lange suchen müssen. etliche, die sich hier als rep bezeichnen sind bestenfalls passable pianisten, manche noch nicht mal das (obwohl sie auch rel. viel geld nehmen). repertoirekenntnisse strebend gen null und vom blatt spielen nur sehr holprig, wenn überhaupt.

welche erfahrungen habt ihr mit reps? was ist euch wichtig? was soll er alles können? wie teuer darf er max. sein ? usw. usw.

liebe grüße
kaja


Zuletzt geändert von kaja am 26.07.2009, 22:23, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 28.03.2006, 18:29 
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Hallo Kaja,

das ist so eine Sache. Schlechte und gute Erfahrungen haben wir z.B. im Ensemble gemacht. Wir hatten einen 1 A Musiker, Pianist und Sänger. Er ist Dozent an der MHS Augsburg, (wird ja leider geschlossen) hat das absolute Gehör, kennt sich mit jeder Literatur aus, Dirigenten, Komponisten bis ins kleinste....nur....er ist leider psychisch krank und wenn er wieder mal "daneben" ist, begleitet er nicht gut. Er spielt zwar dann super, ist aber in seiner Musik gefesselt und hört nichts mehr um sich herum. Wir haben uns von ihm getrennt.

Gottseidank haben wir einen anderen Pianisten, Profimusiker, im Rentenalter, hat daher viel Zeit und ist immer für uns da. Er probt mit uns wann immer wir möchten und das wichtigste, er ist nicht auf's Geld angewiesen.

Ein guter Rep sollte schon etwas zu Tempi sagen, d.h. mit dem Sänger besprechen, Unsauberkeiten, Intonation usw., ebenso. An der Interpretation allerdings sollte er nicht korrigieren.

Er sollte unbedingt einfühlsam sein und mit dem Sänger quasi atmen. Habe das gerade am WE im Konzert wieder gemerkt. Er schaute zum Sänger und war praktisch eins mit ihm, so sollte das auch sein, dann fühlt man sich gut aufgehoben und wohl. Ebenso wichtig ist, Fehler des Sängers, falsche Einsätze aufzufangen und dem Sänger die Sicherheit geben, dass er sich 100 % auf ihn verlassen kann.

Liebe Grüsse

_________________
musika
belcanto-solisten







Freunde sind wie Engel, die uns auf die Füße helfen, wenn unsere Flügel vergessen haben, wie man fliegt.


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BeitragVerfasst: 28.03.2006, 23:02 
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Hallo,
dieses Verhältnis sollte wirklich passen und, wie Musika sagte, die Sänger sollten sich hundert pro auf ihn/sie verlassen können, wobei wir uns auch Mühe geben sollen mit den Einsätzen etc. Aber manchmal ist die Situation halt so exponiert, irgendeine Ablenkung, und schon eckt es im Fluß oder man fliegt schlimmstenfalls fast raus. Für mich ist dieses Zusammenspiel sehr wichtig.
Ich habe einerseits meine Duo - Partnerin für die Liederkonzerte, aber sie fungiert nicht als Korrepetitorin. Sie ist keine Berufspianistin, aber BR - Tonmeisterin und hat Klavier studiert. Wir arbeiten nur an unserem gemeinsamen Programm und ich bin sehr bemüht, dass Einstudierungn meiner Töne etc. da nicht sein müssen. Ganz vermeidbar ist das nicht, aber wenn eine Sache zu schwierig ist, mache ich das auch erst in Korrepetition. Die Interpretationsarbeit ist noch aufwändig genug, aber es kommt in diesem Punkt sehr viel heraus. Wir spielen uns immer enger zusammen.
Zum anderen ist da die Korrepetition und da habe ich ziemlich neu eine wirklich versierte Opernsängerbegleiterin, speziell auch für meine Wagnersachen, das ist sonst nicht so gängig und braucht ein eigenes musikalisches Feeling. das flutscht ungemein und macht Riesenspass mit ihr, einfach, weil sie so musiziert, dass ich voll darauf abfahren kann. Umso leichter geht die Einstudierung.
Ich kann im Bedarfsfall auf mehrere Leute zurückgreifen, was sehr notwendig sein kann manchmal. Da ist es immer besser, man hat schon mal zusammengearbeitet, als wenn man mit jemand Fremden zusammenspielt.
Die Begleitung hat m. E. einen nicht unerheblichen Einfluss auf die sängerische Leistung und man baucht, wenn man z. B. irgendwo vorsingt und eine/n unbekannte/n Begleiter/in hat, sollte man wirklich bombensicher sein mit dem Stück.
Liebe grüße,
dola


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BeitragVerfasst: 29.03.2006, 00:11 
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hat sich schon eingelebt
hat sich schon eingelebt
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Registriert: 13.12.2005, 22:59
Beiträge: 241
Wohnort: Boston - Muenchen
Gruess Dich, Kaja

ich habe auch schon mit den Repetitoren unterschiedlichster Art gearbeitet. Der eine hat zwar gar nicht so gut gespielt, konnten aber unheimlich viel vermitteln. Der naechste war beruehmt, so beruehmt, dass er mit "kleinen" Sopraenchen wie mir sich eigentlich gar nicht abgeben wollte.....aber Koennen und bekannt hat nicht unbedingt etwas gemein.
Sich selbst ueberschaetzende Pianisten - ja die kenne ich auch. Gefaehrlich koennen die werden, die nicht nur am Stueck, sondern auch an Deiner Technik sich versuchen.
Hier in den Staaten gibt es ausser Voice teachers und Reps ueberigens auch sogenannte Coaches, quasi eine Mischung (der Voice Teacher arbeitet ausschliesslich Technik)
Auf der Suche nach einem passenden Begleiter fuer meine hier notwendige Demo-CD, bin ich an ein paar sehr ueberhebliche geraten, die z.T. noch nicht einmal zurueckgerufen haben. Der hier in Boston bekannteste Pianist (wusste ich zu dem Zeitpunkt allerdings nicht) hat ganz lieb zurueckgerufen und sich entschuldigt, dass momentan nichts ginge......
Nach langer Suche habe ich eine Konzertpianistin und Dozentin hier am NEC am Telefon gehabt, die mir tausend Fragen stellte, zu einer Probe einlud, bei der wir von 90 Minuten ca. 50 nur gesprochen haben. Anschliessend erklaerte sie sich bereit mich zu begleiten. Allerdings nur unter der Bedingung, nicht mehr als 2 Proben a 60 Minuten zu machen (sie hatte ihre Gruende). Auch wenn das extrem wenig war an Probenzeit, es war unvergleichlich und absolut aussergewoehnlich: wir hatten so lange ueber unsere Vorstellung von Musik, Interpretation und vielem mehr gesprochen und dabei viele Parallelen gefunden, dass mehr Proben gar nicht notwendig war: es war wie ein Puzzle. Wir waren nicht mehr Saengerin und Pianistin, wir waren eines.

Gruss

Robin


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