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BeitragVerfasst: 10.06.2009, 15:41 
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hat sich schon eingelebt
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Ein paar Gedanken zur Verzierungspraxis:

Händel, Telemann, Vivaldi und andere Barockkomponisten werden verziert, und zwar mittlerweile erfreulicherweise gerne und reichlich. Barockkomponist Johann Sebastian Bach aber überhaupt nicht!

Rossini, Donizetti und Bellini werden verziert, früher Verdi dagegen nicht, obwohl diese Werke zur selben Zeit entstanden sind und stilistisch vergleichbar sind.

Musik aus dem 18. Jh. (Barock) wird verziert, Musik aus der 1. Hälfte des 19. (bel canto) auch. Dazwischen liegen Haydn und Mozart. Die verziert niemand, jedenfalls nicht so, wie die Musik davor und danach. Beethoven, Schubert und Weber (gleiche Zeit!) schon gar nicht. Und von Mendelssohn, der zur selben Zeit gelebt hat, wie Rossini, Donizetti und Bellini, ganz zu schweigen.

Aus welchem Grund? Wo bleibt die Logik hierfür?

Glauben wir, daß z.B. italienische Sänger in Italien im 19. Jh. Bellini tatsächlich anders gesungen haben als Verdi? Glauben wir, daß dieselben italienischen Sänger in Wien italienische Mozartopern anders gesungen haben, wie italienische Opern von z.B. Paisiello? Glauben wir, daß deutsche Sänger zu Begin des 19. Jhs. anders gesungen haben, als ihre Vorbilder aus Italien? Daß Bach im 18. Jh. anders gesungen wurde als Händel?


…grübel…


edit 10.06., 17:38

Ergänzung, damit es nicht so trocken bleibt.
Adelina Patti, eine de großen Belcantosängerinnen des 19. Jhs, voi che sapete, 1905:
http://www.youtube.com/watch?v=4EUwr_ii-x8

würde sich heute jemand auch nur ansatzweise trauen, das so zu singen?

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Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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BeitragVerfasst: 30.11.2009, 09:24 
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ist zwar schon lange her, aber die Aufnahme bleibt ja greislich ... ;-)
Das hat aber weniger was mit der Verzierung zu tun, als mit der reichlich wundersamen Interpretation von Mozart ...
Gruß und Kuss, der Purist musencus

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Ein Leben ohne Gesang ist möglich, aber sinnlos!


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BeitragVerfasst: 30.11.2009, 12:01 
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Die Frage ob Musik mit Verzierungen aufgeführt wird bzw. werden soll ist sicherlich nicht allein vom Zeitalter ihrer Entstehung abhängig, sonst würde ja, wie von TM Pestoso zutreffend angedacht, jede Musik aus einem bestimmten Zeitalter in der selben Weise aufgeführt werden.

Leider können wir die Komponisten Bach, Beethoven, Mendelssohn, Schubert, Verdi und Weber ja nicht mehr darüber befragen ob sie sich ihre Musik wirklich so "trocken" gedacht haben. Aber wenn sich eine so einheitliche Aufführungspraxis heraus gebildet hat, die Werke bestimmter Komponisten mit mehr oder weniger oder eben keinen Verzierungen aufzuführen, dann muss dies doch in den Kompositionen selbst begründet sein, eine "Logik" hierfür gibt es nicht.

Bachs Lieder aus Schemellis Gesangbuch oder irgend eine Arie aus seinen vielen Kantaten mit Verzierungen gesungen? Klingt einfach irgendwie unpassend.


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BeitragVerfasst: 30.11.2009, 12:44 
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Bin leider nicht intensiv genug mit der MAterie befasst, gebe aber nochmal einen Hinweis auf die Messias Aufführung dieses Jahr Ostern, die im Fernsehen übertragen wurde.
Interessant, weil sie szenisch war und da nicht nur Tempi und Interpretation deutlich anders waren, als in konzertanten Aufführungen, sondern in meiner Erinnerung eben auch die Verzierungen durchaus großzügiger gehandhabt wurden.
Ist ein schwieriges Thema, weil es ja durchaus Abhandlungen dazu gibt, aber wer nun wirklich recht hat, bleibt trotz allem im Dunkeln ...
Gruß und Kuss, der verzierungsfreudige musencus

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BeitragVerfasst: 03.12.2009, 18:47 
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