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 Betreff des Beitrags: Noten vor dem Auftritt
BeitragVerfasst: 16.08.2007, 14:55 
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Hallo,

das Gefühl kennt wohl jeder bzw. die meisten, daß man auf den Auftritt wartet und dieses fiese Gefühl sich einschleicht, kann ich den Text noch ach je wie geht es an der Stelle noch weiter. Klar totaler Unsinn, denn man kann seine Literatur ja und hat es schon oft gesungen aber dennoch....

Wie macht ihr es denn? Schaut ihr euch die Noten noch in der Wartezeit bis zum Auftritt an? Habt ihr die Noten immer griffbereit um ruckzuck mal einen Blick zu riskieren? Oder sind die Noten spätestens während der Wartezeit tabu?

Ach ja ich frag heute wieder mal Löcher in den Bauch ..... muß aber mal sein hihihi


Liebe Grüsse
Chero


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BeitragVerfasst: 16.08.2007, 23:30 
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Hallo chero,
ja, ich schaue vor dem Auftritt nochmal gerne in die Noten.
Es hat sich aber gezeigt, dass dies absolut nichts bringt, sondern nur verwirrt.
In Zukunft lasse ich es dann sein.

LG rugero

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Die Stimme, das für mich vollkommenste Instrument.


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BeitragVerfasst: 17.08.2007, 08:11 
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Oh, dieses Gefühl kenne ich nur zu gut -da hat man das Stück schon zig mal gesungen, kennt es in- und auswendig und dann - 5 Minuten vor dem Auftritt - ist man sich sicher, dass man den kompletten Text vergessen hat. :roll:

Mir ist dann auch immer danach, noch einen Blick in die Noten zu werfen, aber manchmal zwinge ich mich einfach auch dazu, die Noten einfach gar nicht mehr mitzunehmen, so dass ich mich nicht noch weiter verwirren kann. Andererseits hilft das auch nicht immer gegen Nervosität .. .wie man's macht, macht man's falsch :kaffee

LG

Octaviane

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„Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste.“
(T. Fontane)

"Koloratursopran, der: Jemand, der den richtigen Ton nicht findet, aber eine Menge Spaß hat ihm hinterher zu jagen" (Anonym)

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BeitragVerfasst: 17.08.2007, 09:15 
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Ich frage mich, wie es ist in einer Fremdsprache zu singen, wo man meist nur die korrekte Aussprache eingelernt hat. Stelle ich mir irre vor. Oratoriensänger haben es da wohl besser.

Lieben Gruß
Michael :kaffee


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BeitragVerfasst: 17.08.2007, 09:31 
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Es gibt Leute, die das ganz gut bewältigen, rein phonetisch etwas zu lernen. Ich habe das ausprobiert (mit dem Lied an den Mond und einem tschechischen Korrepetitor) und bin voller Bewunderung, für die Leute, die das hinkriegen - ich kann es nicht.

Andererseits muss man realistisch sein - es ist utopisch, sämtliche Sprachen fliessend zu sprechen und das phonetisch Lernen wird sicher von Mal zu Mal leichter, weil man ja doch die Regelmässigkeiten irgendwann durchschaut.

Liebe Grüsse sendet Casta

P.S. Ich habe ja eh Stress mit dem Auswendiglernen - aber direkt vor dem Konzert ist es absolut witzlos, in die Noten zu schauen, das ist definitiv zu spät.

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La chance d'avoir du talent ne suffit pas ; il faut encore le talent d'avoir de la chance.
Hector Berlioz


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BeitragVerfasst: 17.08.2007, 10:38 
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Ich tue mich schon mit zwei Sprachen schwer Casta: mir kommt vor, was ich in einer Sprache lerne, verlerne ich in der anderen.
Ich kannte eine Art Sprachgenie, mit an die vierzehn Sprachen fließend sprechend, aber das Wort "lüften" kannte er dann in seiner Muttersprache nicht mehr. Dafür musste seine Schwester dies beschwören, sonst hätte er es nicht geglaubt. :n2:

Lieben Gruß Michael


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BeitragVerfasst: 17.08.2007, 10:48 
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Hallo,

ich hatte bei meinem letzen Konzert das erste Mal die Situation, daß ich die Noten aus div. Gründen vor dem Konzert nicht mehr zur Hand hatte.

Mir passierte es, daß ich da erst gemerkt hatte, daß ich egal bei welchem Konzert vorher die Noten immer noch vor dem Konzert griffbereit hatte und reinschauen konnte. Auf einmal versuchte ich während dessen andere gesungen hatten meine Arie im Gedächnis zu singen..........ja was für ein Schwachsinn :grübel aber es war mal so. Ich blieb immer wieder an einer Stelle kleben und bekam Panik. Ich sah zu anderen und sah, daß diese ihre Noten auch mal aufgeklappt hatten und die Panik wurde immer größer. Das alles war reiner Unsinn, denn wie sollte es auch anders sein, der Text fiel mir wieder ein aber diese Panik kannte ich vorher nicht. Später fiel mir erst ein, daß ich sonst immer noch in die Noten reinschauen konnte...........Man lernt halt nie, selbst über sich selber :lol: aus ....


Liebe Grüsse
Chero


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BeitragVerfasst: 17.08.2007, 10:58 
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Manche Lehrer behaupten ja man spiele/singe besser/eindringlicher auswendig, auch wenn man es nicht müsste. Wohl auch eine Frage von Zeit, denke ich mal.
Lieben Gruß Michael


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BeitragVerfasst: 17.08.2007, 11:11 
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michaelbzl hat geschrieben:
Manche Lehrer behaupten ja man spiele/singe besser/eindringlicher auswendig, auch wenn man es nicht müsste. Wohl auch eine Frage von Zeit, denke ich mal.
Lieben Gruß Michael


Hallo Michael,

das ist richtig, spielen mit Noten geht nicht gut, man konzentriert sich zu sehr auf die Noten. Besser ist es einfach mal zu probieren, oft geht es besser als man dachte und wenn man stecken bleibt, was solls, dafür übt man ja.

Ich kenne die Überwindung von aus der Bühnenzeit. Zunächst kamen die Leseproben und die Einzelproben mit dem Pianisten, mit Textbuch und Noten. Der Absprung aber, wenn man dann auf der Bühne das Gesamtwerk singt, ist nicht so einfach, doch es geht wirklich dann ohne Probleme.

Man gewöhnt sich dran. Vor Konzerten habe ich nie die Noten dabei, so daß ich noch mal reinschauen könnte. Man man sich nur verrückt, da ist vielleicht eine unsichere Stelle.....muß nicht sein. Oft ist es genau die Stelle die klappt, dafür eine harmlose nicht. So what?

Liebe Grüsse

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BeitragVerfasst: 17.08.2007, 12:38 
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Leuchtet mir auch ein musika, schon allein das Umblättern zerstreut einen. Ich denke mal, man kann schwerlich 10 Stunden Programm auswendig lernen, oder nur mit viel Aufwand, aber 2 Stunden müsste eigentlich gut möglich sein. Mir fehlte nur immer die Zeit dafür, mehr als 1 Werk musste ich persönlich nie auswendig lernen, Schule usw. nahmen auch noch Zeit in Anspruch.
Lieben Gruß


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BeitragVerfasst: 17.08.2007, 23:35 
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Hallo,
hier mal ein konkretes Erlebnis.
Ich hatte letzte Woche Unterricht und war in Eile und habe nur kurz einige Noten eingepackt und hatte urlaubsbedingt einige Wochen Pause und mir war nicht klar, ob wir was für den Unterricht vereinbart hatten.
"Was machen wir denn heute ?"
Ich entschied mich für den Abendstern aus Tannhäuser, da ich ihn beim letzten Workshop gesungen hatte.
Ich merkte erschreckend schnell, das ich nur ein Exemplar Noten dabei hatte.
Gut, auch ok, ich hatte es ja schließlich schon auswendig drauf.
Also ohne Noten - machen ! Einfach machen und durch. Es klappt und bringt wieder Sicherheit. Und , was auch schön war, ein kurzer Einwurf der GL "hier solltest du punktieren", wirkte stärker als tagelanges Notenlesen, es wurde sofort umgesetzt und fixiert (hoffe ich!).

Die unverkrampfte Chance, unbeobachtet und quasi experimentell (im Unterricht) seine Stücke auswendig präsentieren zu dürfen sollte man nutzen.

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BeitragVerfasst: 21.08.2007, 13:01 
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Zum phonetisch lernen: Das fällt mir persönlich sehr leicht. In den Chören, in denen ich singe, haben wir auch sehr viel fremdsprachiges Repertoire. So weiß ich oft nicht, worum es im Text geht, aber merken kann ich es mir ohne Probleme. Das ist bei mir ziemlich unabhängig voneinander, denn wenn ich ein Stück oft gesungen habe, kann ich es irgendwann auswendig, egal ob ich die Sprache verstehe oder nicht. Oft fällt mir ein Stück ein, wenn ich gerade keine Noten dabei habe, und ich singe es vor mich hin und bemerke plötzlich, dass ich es schon auswendig kann - was mir davor gar nicht bewusst war, weil ich es immer nur mit Noten gesungen habe :n3:
Ich merke mir sowas also eigentlich sehr leicht und kann schnell etwas auswendig, aber ich habe Probleme damit, dann auch darauf zu vertrauen. Ich bin mir oft nicht ganz sicher, etwas wirklich auswendig zu können - auch wenn sich dann zeigt, dass ich es kann. Diese Unsicherheit wird aber mit der Übung geringer, denke ich. Denn da in meinen Chören fast ausschließlich mit Noten gesungen wird, bin ich es einfach so gewöhnt und glaube, sie zu brauchen, auch wenn das gar nicht stimmt.
Als wir im Juni mit meinem kleinen Ensemble beim Wertungssingen des Bundesjugendsingens angetreten sind, haben wir im Gegensatz zu unseren sonstigen Auftritten auswendig gesungen. Da war ich wirklich SEHR nervös und hatte Angst, den Text o.ä. zu vergessen, weil wir u.a. auch ein recht langes Stück mit mehreren Strophen, Modulationen und unzähligen, sich immer wieder ändernden Details usw. gesungen haben. Da hab ich dann schon Probleme, mir das zuzutrauen :roll: Aber es klappte problemlos, ohne einen einzigen Fehler. Also ist es wohl wirklich Gewohnheitssache.


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BeitragVerfasst: 21.08.2007, 13:10 
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Fliu hat geschrieben:
......................Ich merke mir sowas also eigentlich sehr leicht und kann schnell etwas auswendig, aber ich habe Probleme damit, dann auch darauf zu vertrauen.


Hallo Fliu,

da hast du was für mich sehr wichtiges und wertvolles geschrieben.........
Wie wahr, wie wahr....

Ja sich selbst vertrauen, denn zuhause und in den Proben hat es ja auch geklappt.


Viele Grüsse
Chero


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BeitragVerfasst: 26.08.2007, 14:12 
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Hallo,
oh dieses Gefühl, kurz vor dem Auftritt nicht mehr zu wissen wie was geht, kenne ich auch sehr gut. Auch ich habe immer wieder das Bedürfnis noch eben mal schnell in die Noten zu schauen, dabei bringt das gar nichts, es macht nur noch nervöser.

Hier ein für mich interessantes Erlebnis: Als ich bei einem Konzert im Jahr 2001 meine erste Verdiarie vortragen sollte, war ich kurz davor, die Noten, die praktischerweise unter meinem Stuhl lagen, mitzunehmen. Ich tat es dann doch nicht, doch ich ging mit dem Gefühl auf die Bühne, weder Text noch Noten zu beherrschen. Natürlich hat die Arie geklappt, mit den Tönen am Klavier kamen Text und Noten ganz automatisch. Zwei Jahre später hatte ich kurz vor Beginn einer Mozartarie wieder so ein Gefühl. Ich wollte noch eben mal schnell den Text im Kopf aufsagen - es ging nicht. Da sagte ich ganz streng zu mir selbst: "du kennst das Gefühl und du weisst aus der Erfahrung mit der Verdiarie, dass es klappen wird, also Schluss, nicht denken, nur singen". Es hat mir geholfen, es hat mir ein großes Stück Sicherheit gegeben. Dennoch falle ich heute, trotz Auftrittspraxis durch das Ensemble, immer noch zurück in diese Ängste.
:n66:
Opern- und Operettenarien singe ich gerne auswendig. Ich habe das Gefühl, ich kann mich so besser auf Stimme, Körper und Interpretation konzentrieren. Sobald ich Noten vor mich habe, lasse ich mich durch sie ablenken.
Stücke in Fremdsprache lerne ich phonetisch. Rusalkas Lied an den Mond habe ich beispielsweise Wort für Wort mit Hilfe einer Aufnahme mit Lucia Popp erlernt. Ich habe die einzelnen Stellen so oft angehört, bis ich sie nachsprechen konnte.

Liebe Grüße
leonora


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BeitragVerfasst: 26.08.2007, 18:32 
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Also, mich macht es in der Regel nervös, nochmal in die Noten zu schauen und behalten kann ich dann eh nichts mehr, wenn ich auswendig singen soll. Et kütt wie et kütt.

Wichtiger ist mir, nochmal in Ruhe darüber nachzudenken, wo ich wichtige und schwierig singbare Töne in den Körper plaziere.


LG

dola


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BeitragVerfasst: 26.08.2007, 18:53 
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dola hat geschrieben:
Et kütt wie et kütt.


dola


Dola, du als Urbayerin kannst auch kölsch? :sauf:

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BeitragVerfasst: 26.08.2007, 22:50 
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Übersetzung für Alt-, Neubayern und Zuag´roaste:


S´is wias is

LG

dola


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