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 Betreff des Beitrags: Re: Das Rrrrrrrrrrrr
BeitragVerfasst: 05.11.2008, 14:16 
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dochdoch, wir reden vom gleichen! Die Zunge der Länge nach einrollen, so daß quasi eine Röhre entsteht, durch die man z.B. trinken kann. Die Notwendigkeit dieser Fähigkeit ist im Lauf der Evolution bei uns allerdings vor längerer Zeit obsolet geworden, daher gilt das Nichtrollenkönnen als "loss of function" (weswegen das Rollenkönnen auch dominant vererbt wird), was dann aber auch kein evolutionärer Nachteil mehr war.

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Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Rrrrrrrrrrrr
BeitragVerfasst: 05.11.2008, 15:45 
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T M Pestoso hat geschrieben:
Aber jetzt mal was Positives: Ich war bisher auch der Meinung, ich könnte es nicht (das Zungen-rrr). Dieser Thread hier hat mich eines anderen belehrt. Ich kanns! War gar nicht schwer! Der Schlüssel war für mich die Geschichte mit dem Lippenflattern.


war mein beitrag doch für was gut. :mrgreen

so funktioniert es auch bei einigen meiner neuen schüler. für die meisten hab ich aber noch andere, einfachere lösungen, die aber halt vormachen erfordern. bei manchen würde es so auch nicht gehen, weil sie noch nicht mal lippenflattern können und auch das erst lernen müssen.

eine rolle a la trinkhalm kann ich aus meiner zunge auch nicht machen. aber wozu auch ? :n153:
beim singen ist es nicht nötig und zum trinken benutze ich auch lieber gläser und tassen. :n158:

liebe grüße
kaja


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Rrrrrrrrrrrr
BeitragVerfasst: 05.11.2008, 17:57 
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Ob man das Zungen - R grundsätzlich spricht oder nicht, bestimmt sich im deutschen Sprachraum ja oft nach der Dialektfärbung von Eltern und/oder Umgebung.

Im Oberbayerischen spricht man es, wenn es nicht gerade weggeschluckt oder zum Vokal verformt wird, meist mit der Zunge, während viele Gegenden im Westen und Norden das Rachen - R vorherrscht. Ich selbst hatte beide Einflüsse und im Hochdeutschen setzte sich das Rachen - R durch.

Vor allem ein anhaltendes Zungen - Rrrrrrrr gelang mir vor der Gesangsausbildung nie sondern erst mit der Fähigkeit, den Atem frei strömen zu lassen. Dann ging das ohne spezielles Üben, genauso wie Jodeln.

Ich kann jetzt nur aus eigener Erfahrung sprechen, aber bein Zungen - Rrrrrr brauche ich die Zunge nicht einrollen, sie "blubbert" auch, wenn sie ganz breit im Mund liegt und die Spitze vorne am Gaumen ist. Auch die durchgängig rachensprechenden Franzosen singen in der Klassik auch ihre Sprache mit Zungen - R.

LG, dola


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Rrrrrrrrrrrr
BeitragVerfasst: 10.11.2008, 12:27 
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Hallo allerseits,

wer hat mal das von Kaja beschriebene Experiment ausprobiert, ein Stück Papier in Zungengröße nur mit dem Luftstrom flattern zu lassen? Mein Papier gibt je nach Anblaswinkel verschiedene Töne von sich (wie wenn man einen Grashalm anbläst), aber flattern tut es absolut null!

Das Lippenflattern betreffend: Ich kann es zwar (sowohl mit als auch ohne Ton), finde aber keinerlei Zusammenhang mit dem angeblich daraus entwickelbaren Zungen-R. Im Gegenteil, ich muss die Zunge sogar etwas zurück ziehen um die Lippen überhaupt flattern lassen zu können, sonst ist sie ihnen schlichtweg im Weg. Mit der Zungenspitze am Übergang zwischen oberen Schneidezähnen und Zahnfleisch produziere ich nur eine Mischung zwischen "f" und gelispeltem "s".

Mit anlautendem "d" oder "z" voran, wie ebenfalls beschrieben, entsteht bei mir lediglich das hinten im Rachen gurgelnde R, klanglich ähnlich dem hier zur Diskussion stehenden rollenden R, aber eben an der völlig falschen Stelle und zum Singen absolut nicht zu gebrauchen (ich bekomme davon in null komma nix einen trockenen Hals).

T M Pestoso, ich bin mir nicht ganz sicher welche Sorte "rollendes R" Du für Dich entdeckt hast - ich habe da eher das "gurgelnde" R im Verdacht... Mit dem Einrollen der Zunge der Länge nach hat beides nichts zu tun, denn dieser "Trinkhalm" produziert keinen Laut (allenfalls etwas Ö-ähnliches).

Klar klingt "pea fudschia ... cadschatoa" bescheuert, aber was bleibt einem denn anderes übrig? Soll mit dem Singen italienischer Texte so lange gewartet werden bis man das italienische R ("Zungenflattern") aussprechen kann?

Noch ein weiterer Gedanke hierzu: Können auch Kiefer-Fehlstellungen die Bildung einzelner Laute erschweren bzw. unmöglich machen?

Viele Grüße
AK-Kontraalt


Zuletzt geändert von AK-Kontraalt am 11.11.2008, 10:21, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Rrrrrrrrrrrr
BeitragVerfasst: 10.11.2008, 12:48 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:
Hallo allerseits,

Mit dem Einrollen der Zunge der Länge nach hat beides nichts zu tun, denn dieser "Trinkhalm" produziert keinen Laut (allenfalls etwas Ö-ähnliches).




Das war auch nur ein Beispiel, wie locker die Zunge bei manchen Menschen ist, das ist es eben bei mir nicht. Es hat nichts mit dem rrrrrrrrrr zu tun.

Aber genau so geht es mir, wenn ich das anwende, was Kaja beschrieben hat, kommt nur ein gurgelnder Laut, aber kein rrrrrrrrrr. Das Flattern der Zungenspitze geht bei mir auch nicht.

Vielleicht liegt es wirklich an der anatomischen Beschaffenheit der Zunge.

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Rrrrrrrrrrrr
BeitragVerfasst: 10.11.2008, 12:56 
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Ich glaube, dass wir hier eben an die Grenzen der schriftlichen Kommunikation geraten - es gibt Dinge, die muss man vor- und nachmachen, im persönlichen Kontakt, um nachzuvollziehen, was wie gemeint ist.

Ein Grund, weshalb wir uns zwar voller Begeisterung über unsere Leidenschaft austauschen können, Singen lernen kann man aber per Internet noch nicht - und wohl auch das gerollte Rrrrrr.

Liebe Grüsse sendet Casta

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La chance d'avoir du talent ne suffit pas ; il faut encore le talent d'avoir de la chance.
Hector Berlioz


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Rrrrrrrrrrrr
BeitragVerfasst: 10.11.2008, 14:49 
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Zitat:
T M Pestoso, ich bin mir nicht ganz sicher welche Sorte "rollendes R" Du für Dich entdeckt hast - ich habe da eher das "gurgelnde" R im Verdacht...


hallo AK-Kontraalt,

es ist schon das mit der Zungenspitze! Ist auch im Spiegel deutlich zu sehen, daß die Zungenspitze flattert. Ich konnte bis dato nur das Rachen-R (abgesehen vom stimmlosen). Ich weiß also, wie sich das anfühlt, und das fühlt sich deutlich anders an. "Umschalten" von hinten nach vorn und wieder zurück geht mittlerweile auch :-)

Zitat:
...finde aber keinerlei Zusammenhang mit dem angeblich daraus entwickelbaren Zungen-R.


daraus entwickelbar ist es natürlich nicht. Für mich entscheidend war nur die Erkenntnis, daß man für das Zungen-R die Spannung rausnehmen muß, damit es flattert, genauso, wie man angespannte Lippen nicht flattern lassen kann. (außer, man spannt sie so an, wie beim Blech, aber so ist das ja wohl nicht gemeint). Wenn die Spannung oder der Anpressdruck zu hoch ist, dann entsteht auch bei mir entweder nur ein Zischlaut oder das Gaumensegel flattert (und letzteres reichlich unangenehm).

Singenlernen besteht ja auch zu einem großen Teil daraus, das entsprechende Körpergefühl zu entwickeln, zu wissen, "wie es sich anfühlt", damit dieser oder jener Laut entsteht. Dazu gehört auch Experimentieren, und eine Idee, in welche Richtung die Experimente gehen sollten. Da war bei mir halt die Lippenflatterei der ausschlaggebende Hinweis, aber sowas ist wahrscheinlich höchstindividuell, da braucht bestimmt jeder seine ganz persönlichen Assoziationen, damit der Knoten aufgeht.

Und die Geschichte mit dem Einrollenkönnen der Zunge war tatsächlich nur ein Exkurs, das hat, wie musika bereits geschrieben hat, mit dem rrrr nix zu tun. Damit kann man allenfalls Geräusche hervorbringen, deren Produktion in der Öffentlichkeit man seinen Kindern in der Regel untersagt... ;-)

viele Grüße
TM Pestoso

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Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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